Aktuelles vom Para Judo

Co-Trainer Matthias Krieger, Lennart Sass und Bundestrainerin Carmen Bruckmann
Co-Trainer Matthias Krieger, Lennart Sass und Bundestrainerin Carmen Bruckmann © Marvin Kummer

„Nächstes Mal kriege ich den Kasachen“, sagte Lennart Sass mit der Silbermedaille um den Hals. Seinen Kampfgeist, der aus diesen Worten erklingt, hat der 22-Jährige bei seinen ersten Para Judo-Weltmeisterschaften in der Klasse J1 bis 73 Kilogramm eindrucksvoll unter Beweis gestellt. „Er hat wirklich sehr stark gekämpft, aber im Finale hatte er gegen Yergali Shamey dann leider keine Chance“, resümierte Bundestrainerin Carmen Bruckmann. WM-Silber für Debütant Sass blieb die einzige Medialle für das deutsche Team.

Nicolai Kornhaß im Duell
Nicolai Kornhaß © Mika Volkmann / DBS

„Wir kämpfen dort wirklich gerne“, sagt Bundestrainerin Carmen Bruckmann mit Blick auf die Para Judo-Weltmeisterschaften vom 8. bis 10. November in Baku (Aserbaidschan). Insgesamt sieben deutsche Athlet*innen wird die Bundestrainerin in die Zweikämpfe schicken, darunter neben „alten Hasen“ auch hoffnungsvolle junge Talente. Zudem geht es nicht nur um WM-Medaillen und gute Platzierungen, sondern es ist zugleich das erste Qualifikationsturnier für die Paralympics in Paris 2024.

Lennart Sass und Vanessa Wagner vor der Judomatte
Lennart Sass & Vanessa Wagner © DBS

Silber und Bronze bei der EM-Premiere: Zwei Debütanten haben der deutschen Para Judo-Nationalmannschaft zwei Medaillen beschert. Während Lennart Sass bei den Europameisterschaften im italienischen Cagliari erst im Finale zu stoppen war und Silber gewann, landete Vanessa Wagner auf dem dritten Platz. Ramona Brussig, zweifache Paralympics-Siegerin, verpasste das Podium als Vierte knapp.

Nico Kornhaß leitet zwei Schüler auf der Judomatte an
Nikolai Kornhaß gemeinsam mit den Schülern auf der Judomatte

Einmal mit dem eigenen Vorbild zusammen trainieren: Diese Möglichkeit hat sich den zwölf Schüler*innen mit Sehbehinderung beim Schnuppertag Para Judo in Freiburg geboten. Angeleitet wurde die Schnupperstunde von den beiden Paralympics-Teilnehmern Nikolai Kornhaß und Sebastian Junk.

Nikolai Kornhaß wirft Trainingspartner Pascal Bruckmann
Nikolai Kornhaß © Mika Volkmann / DBS

Die Vorfreude ist groß bei den vier Para Judoka, und alle sind extrem fokussiert. Nicht zuletzt die Trainingsstätte „Kodokan“ in Japan ist mehr als Motivation pur für das Team. „Das sind die heiligen Hallen des Judo hier in Tokio“, betont Bundestrainerin Carmen Bruckmann. Es sei eine besondere Ehre, sich hier final auf die Wettkämpfe vorzubereiten.

Nikolai Kornhaß und Bundestrainerin
DBS / Oliver Kremer

Nikolai Kornhaß reist nicht als Underdog zu den Paralympics nach Tokio, sondern als Medaillenfavorit. Der Weltranglistenerste seiner Gewichtsklasse im Para Judo spürt den Druck – doch er hat eine Taktik zum Sieg, die bereits vor dem Kampf beginnt. Die Nominierung des Team Deutschland Paralympics für die Spiele in Tokio wird am 19. Juli verkündet. Ab dann gilt es sich zu fokussieren.

Shugaa Nashwan hält die deutsche Flagge, andere Kinder um ihn herum präsentiere andere Länder-Flaggen
Shugaa Nashwan © Mohamed Nashwan

Der blinde Para Judoka Shugaa Nashwan hat nach der Verschiebung der Paralympics den August anders genutzt: In seinem Geburtsland Jemen veranstaltete der 22-Jährige ein „Mini-Olympia“, um den Kindern und Menschen in dem vom Bürgerkrieg und Armut geplagten Land Hoffnung zu schenken – auch wenn er dafür große Risiken in Kauf nahm.