Aktuelles vom Para Judo

Lennart Sass und Vanessa Wagner vor der Judomatte
Lennart Sass & Vanessa Wagner © DBS

Silber und Bronze bei der EM-Premiere: Zwei Debütanten haben der deutschen Para Judo-Nationalmannschaft zwei Medaillen beschert. Während Lennart Sass bei den Europameisterschaften im italienischen Cagliari erst im Finale zu stoppen war und Silber gewann, landete Vanessa Wagner auf dem dritten Platz. Ramona Brussig, zweifache Paralympics-Siegerin, verpasste das Podium als Vierte knapp.

Nico Kornhaß leitet zwei Schüler auf der Judomatte an
Nikolai Kornhaß gemeinsam mit den Schülern auf der Judomatte

Einmal mit dem eigenen Vorbild zusammen trainieren: Diese Möglichkeit hat sich den zwölf Schüler*innen mit Sehbehinderung beim Schnuppertag Para Judo in Freiburg geboten. Angeleitet wurde die Schnupperstunde von den beiden Paralympics-Teilnehmern Nikolai Kornhaß und Sebastian Junk.

Nikolai Kornhaß wirft Trainingspartner Pascal Bruckmann
Nikolai Kornhaß © Mika Volkmann / DBS

Die Vorfreude ist groß bei den vier Para Judoka, und alle sind extrem fokussiert. Nicht zuletzt die Trainingsstätte „Kodokan“ in Japan ist mehr als Motivation pur für das Team. „Das sind die heiligen Hallen des Judo hier in Tokio“, betont Bundestrainerin Carmen Bruckmann. Es sei eine besondere Ehre, sich hier final auf die Wettkämpfe vorzubereiten.

Nikolai Kornhaß und Bundestrainerin
DBS / Oliver Kremer

Nikolai Kornhaß reist nicht als Underdog zu den Paralympics nach Tokio, sondern als Medaillenfavorit. Der Weltranglistenerste seiner Gewichtsklasse im Para Judo spürt den Druck – doch er hat eine Taktik zum Sieg, die bereits vor dem Kampf beginnt. Die Nominierung des Team Deutschland Paralympics für die Spiele in Tokio wird am 19. Juli verkündet. Ab dann gilt es sich zu fokussieren.

Shugaa Nashwan hält die deutsche Flagge, andere Kinder um ihn herum präsentiere andere Länder-Flaggen
Shugaa Nashwan © Mohamed Nashwan

Der blinde Para Judoka Shugaa Nashwan hat nach der Verschiebung der Paralympics den August anders genutzt: In seinem Geburtsland Jemen veranstaltete der 22-Jährige ein „Mini-Olympia“, um den Kindern und Menschen in dem vom Bürgerkrieg und Armut geplagten Land Hoffnung zu schenken – auch wenn er dafür große Risiken in Kauf nahm.

Zwei ID-Judoka im Haltegriff
Voller Einsatz bei der Judo-ID EM

In Köln hat sich die europäische Judo-ID Gemeinschaft für die zweiten Europameisterschaften versammelt. 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus 15 Nationen kämpften in der Domstadt um die begehrten Titel und Medaillen. Insgesamt acht Mal jubelten die deutschen Judoka mit intellektueller Beeinträchtigung über den Europameister-Titel.  

Nikolai Kornhaß
Nikolai Kornhaß (weißer Anzug) bei den Paralympics in Rio © Oliver Kremer/DBS

Einmal Gold und dreimal Bronze – mit diesem Resultat sind die deutschen Judoka von den Para Europameisterschaften in Genua (Italien) zurückgekehrt. Allen voran: Nikolai Kornhaß, der in seiner Klasse bis 73 Kilogramm Europameister wurde und seine herausragende Form auf dem Weg zu den Paralympics 2020 erneut bestätigte. Die Bronzemedaille sicherten sich Ramona Brussig (bis 52 Kilogramm), Marc Milano (bis 90 Kilogramm) und Shugaa Nashwan (bis 60 Kilogramm).