Aktuelles vom Para Judo

Nikolai Kornhaß und Bundestrainerin
DBS / Oliver Kremer

Nikolai Kornhaß reist nicht als Underdog zu den Paralympics nach Tokio, sondern als Medaillenfavorit. Der Weltranglistenerste seiner Gewichtsklasse im Para Judo spürt den Druck – doch er hat eine Taktik zum Sieg, die bereits vor dem Kampf beginnt. Die Nominierung des Team Deutschland Paralympics für die Spiele in Tokio wird am 19. Juli verkündet. Ab dann gilt es sich zu fokussieren.

Shugaa Nashwan hält die deutsche Flagge, andere Kinder um ihn herum präsentiere andere Länder-Flaggen
Shugaa Nashwan © Mohamed Nashwan

Der blinde Para Judoka Shugaa Nashwan hat nach der Verschiebung der Paralympics den August anders genutzt: In seinem Geburtsland Jemen veranstaltete der 22-Jährige ein „Mini-Olympia“, um den Kindern und Menschen in dem vom Bürgerkrieg und Armut geplagten Land Hoffnung zu schenken – auch wenn er dafür große Risiken in Kauf nahm.

Zwei ID-Judoka im Haltegriff
Voller Einsatz bei der Judo-ID EM

In Köln hat sich die europäische Judo-ID Gemeinschaft für die zweiten Europameisterschaften versammelt. 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus 15 Nationen kämpften in der Domstadt um die begehrten Titel und Medaillen. Insgesamt acht Mal jubelten die deutschen Judoka mit intellektueller Beeinträchtigung über den Europameister-Titel.  

Nikolai Kornhaß
Nikolai Kornhaß (weißer Anzug) bei den Paralympics in Rio © Oliver Kremer/DBS

Einmal Gold und dreimal Bronze – mit diesem Resultat sind die deutschen Judoka von den Para Europameisterschaften in Genua (Italien) zurückgekehrt. Allen voran: Nikolai Kornhaß, der in seiner Klasse bis 73 Kilogramm Europameister wurde und seine herausragende Form auf dem Weg zu den Paralympics 2020 erneut bestätigte. Die Bronzemedaille sicherten sich Ramona Brussig (bis 52 Kilogramm), Marc Milano (bis 90 Kilogramm) und Shugaa Nashwan (bis 60 Kilogramm).

Nikolai Kornhaß
Nikolai Kornhaß © Oliver Kremer / DBS

Vom 26. bis 28. Juli finden in Genua (Italien) die Europameisterschaften im Para Judo statt. Mit dabei:  Der Weltranglistenerste Nikolai Kornhaß, der sich inzwischen zum Aushängeschild der deutschen Para Judo-Nationalmannschaft entwickelt hat. Der 26-jährige Bronzemedaillengewinner von Rio 2016 möchte an seine jüngsten Erfolge anknüpfen und auch bei der anstehenden EM einen Medaillenplatz erreichen. Insgesamt reist das deutsche Team mit acht Athletinnen und Athleten nach Italien. Die kontinentalen Meisterschaften sind gleichzeitig ein weiteres Qualifikationsturnier für die Paralympics 2020.

Nikolai Kornhaß im Kampf mit seinem Gegner bei den Paralympics 2016
Nikolai Kornhaß © Oliver Kremer / DBS

Mehr als 600 Athletinnen und Athleten, Trainer und Betreuer haben vom 1. bis 7. Juli in Fort Wayne (USA) am Qualifikationsturnier des Weltverbands für Sportler mit Sehbehinderung (IBSA) teilgenommen. Im Fokus dabei: die begehrten Tickets für die Paralympics 2020 in Tokio. Eines davon hat Nikolai Kornhaß sicher. Der 26-jährige Judoka gewann nicht nur das Turnier in der Gewichtsklasse bis 73 Kilogramm souverän, sondern ist darüber hinaus derzeit Weltranglistenerster. Auch Nachwuchsathlet Daniel Goral überzeugte mit einem fünften Platz in der Klasse bis 90 Kilogramm und hält sich damit alle Chancen für die Tokio-Qualifikation offen.

Das deutsche Judo ID Team
Das deutsche Judo ID Team © Wolfgang Janko

Der Deutsche Judo-Bund hat den Zuschlag für die Europameisterschaften für intellektuell beeinträchtige Judoka erhalten, die vom 17. bis 20. Oktober2019 in Köln stattfinden wird.  In Kooperation mit der Internationalen Judo Föderation (IJF) und dem Internationalen Verband für Athleten mit intellektueller Beeinträchtigung (INAS) finden die Wettkämpfe in der ASV-Sporthalle in Köln statt.