Taekwondo

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© Deutsche Taekwondo Union

Taekwondo ist ein traditioneller koreanischer Kampfsport, welcher seit Mitte des 20. Jahrhunderts auch in Deutschland betrieben wird. Über die Jahre hat sich Taekwondo zu einer modernen olympischen und seit Anfang 2015 auch paralympischen Disziplin weiterentwickelt. Dementsprechend reicht heute die Bandbreite des Taekwondo von der traditionellen Kampfkunst, über den Breitensport bis hin zum Schulsport und zum attraktiven, dynamischen Wettkampfsport.

Wettkämpfe werden im Bereich des Vollkontaktwettkampfes mit elektronischer Schutzausrüstung sowie im kontaktlosen Bereich Technik, bei dem Bewegungsformen vor Wertungsrichtern präsentiert werden, ausgetragen. In beiden Disziplinen werden inzwischen auch Wettkämpfe für Sportler und Sportlerinnen mit geistigem oder körperlicher Handicap angeboten.

Beschreibung

Die koreanischen Begriffe „Tae – Kwon – Do“ bedeuten wörtlich übersetzt „Fuß – Faust – Weg“. „Fuß“ und „Faust“ stehen für die im Taekwondo verwendeten Techniken. Das heißt zum einen für Kicks (Tritte), die in allen Variationen, in Bauch oder Kopfhöhe, gedreht, gesprungen, doppelt oder dreifach ausgeführt werden, sowie zum anderen für Faust-/Armtechniken, vor allem Fauststöße zum Angriff bzw. Blocks zur Verteidigung. „Weg“ beschreibt die persönliche Entwicklung, die jeder durchläuft, der Taekwondo ernsthaft betreibt. Dabei geht es nicht nur um sportliche Fortschritte, sondern bei richtiger Vermittlung auch um wichtige Aspekte wie Geduld, Respekt, Erkennen der eigenen Schwächen und Stärken sowie Selbstdisziplin.

Taekwondo ist sehr vielfältig und wird thematisch in den Schwerpunkten Formenlauf, Vollkontaktzweikampf, kontaktlosen Partnerübungen und Selbstverteidigung trainiert. Ergänzend existieren der Bereich Bruchtest - bei dem Fichtenholzbretter zerschlagen werden und das Training mit Schlagpolstern, das sog. Pratzentraining.

Je nach Zielgruppe liegt der Fokus des Taekwondo Trainings auf einem oder mehrere dieser Schwerpunkte. Dementsprechend wird die Sportart Taekwondo seit vielen Jahren im qualifizierten Schulsport eingesetzt. Innerhalb des Spitzenverbandes, der Deutschen Taekwondo Union e.V., existiert eine Schulsportordnung und erfolgt eine regelmäßige  Qualifizierung von sog. Schulsportlehrern.

Material

Zwei weibliche Taekwondo Sportlerinnen Bild vergrößern
Zwei weibliche Para Taekwondo-Sportlerinnen © Picture Alliance

Einsteiger müssen sich lediglich einen der klassischen weißen Trainingsanzüge anschaffen, die im Taekwondo auch „Dobok“ genannt werden. Kampfwesten für das lockere Zweikampftraining werden in den meisten Vereinen leihweise zur Verfügung gestellt. Das Training erfolgt bevorzugt barfuß. Dies führt zu einer zusätzlichen haptischen Erfahrung während des Trainings. Wer mag, kann sich allerdings auch spezielle Taekwondo-Schuhe zulegen. Das Training erfolgt normalerweise in einer Turnhalle oder einem Kampfsportraum. Matten sind für das Training grundsätzlich nicht erforderlich. Dünne Kunststoffmatten die zusammen gesteckt werden können sind aber inzwischen sehr beliebt und werden immer häufiger eingesetzt. 

Anpassungsmöglichkeiten

Durch seine Variabilität bietet Taekwondo ideale Voraussetzung um auch von Menschen mit körperlicher oder geistiger Behinderung betrieben zu werden. Für die beiden Disziplinen Vollkontaktwettkampf und Formenlauf existieren spezielle Regelwerke für Menschen mit Behinderungen. Es werden Wettkämpfe von regionaler Ebene bis hin zu den Paralympics angeboten.

Im Breitensport hat sich die Sportart Taekwondo seit vielen Jahren sowohl bei der Inklusion von einzelnen Sportlern mit einer Behinderung in einer Gruppe als auch bei Gruppen, die ausschließlich aus Personen mit Handicap bestehen, bewährt.

Weiterführende Links

Webseite Deutsche Taekwondo Union e.V.

www.dtu.de

Webseite Schulsport:

www.dtujugend.de/schulsport