Aktuelles vom Para Schwimmen
“Super, mega, geil”: Schott schlägt gleich zwei Mal zu, nächste Medaillen für Scholz und Topf
Das deutsche Para Schwimm-Team bleibt bei den Europameisterschaften in der Türkei weiter im Edelmetall-Fieber: Verena Schott, die sich an den ersten drei Tagen bereits drei Medaillen sicherte, legte am Donnerstag nach und gewann Silber (400 Meter Freistil) und Bronze (50 Meter Schmetterling) – fünf Medaillen bei fünf Starts! Das dritte Edelmetall im dritten Rennen gab es zudem für Tanja Scholz und Josia Topf: Die Doppel-Europameisterin gewann Silber auf den 50 Meter Rücken, Josia Topf schwamm auf dieser Strecke zu Bronze.
Die erste Medaille für Deutschland am vierten Wettkampftag war die insgesamt vierte Medaille im vierten Rennen für Verena Schott: Die 37 Jahre alte Schwimmerin vom BPRSV kam auf den 400 Meter Freistil (S6) als Zweite ins Ziel. Es war die zweite Silbermedaille für Schott, die zudem einmal Bronze gewann und sich am Mittwoch zur Europameisterin auf den 200 Meter Lagen gekrönt hatte. Schott kam genau vier Sekunden vor der Italienerin Emma Lancini im Ziel an, Gold ging an die Schweizerin Nora Meister. Im gleichen Rennen war auch Deutschlands jüngstes Teammitglied dabei: Nisanur Kocabas, erst 13 Jahre alt, wurde starke Sechste. Nur knapp zwei Stunden später trat Schott erneut an zu ihrem fünften Finallauf: Auf den 50 Meter Schmetterling (S6) gewann sie ihre fünfte Medaille, wurde Dritte in 37,82 Sekunden. “Meine Rennen waren sehr gut. Die Zeiten waren auch super, mega, geil!”, freute sich die fünffache Medaillengewinnerin von Kocaeli. “Ich hatte in den Rennen immer Konkurrentinnen, mit denen ich mitgehen konnte, was mir sehr liegt”, analysierte Schott, die die Stimmung in der Türkei “mega” findet.
Josia Topf, der sich bereits Silber auf den 150 Meter Lagen (SM3) sowie Bronze auf den 100 Meter Freistil (S3) sicherte, gewann am Donnerstag sein drittes Edelmetall beim dritten Start: Auf den 50 Meter Rücken (S3) schlug der Erlanger als Dritter nach 48,01 Sekunden im Ziel an – nur einen Wimpernschlag hinter dem Franzosen Dimitri Granjux (47,87 Sekunden). Gold holte sich der Ukrainer Denys Ostapchenko (44,98 Sekunden).
Eine dritte Medaille beim dritten Start gab es auch für Tanja Scholz: Die Schwimmerin vom PSV Union Neumünster, die sich in Weltrekordzeit je Gold auf den 50 Meter Brust (SB2) und 150 Meter Lagen (SM4) gesichert hatte, holte sich am Donnerstagabend Silber auf den 50 Meter Rücken (S4). Im Finale ging es phasenweise sehr eng zu, am Ende brauchte Scholz 50,68 Sekunden, schlug eine Sekunde hinter der Russin Mira Larionova und 18 Hundertstel vor deren Landsfrau Anastasiia Goncharova im Ziel an. Gina Böttcher, die einen guten Start erwischt hatte, wurde in 52,05 Sekunden Vierte.
Die weiteren Finalteilnahmen des vierten Wettkampftages brachten ebenfalls erneut gute Leistungen: Janis McDavid schwamm bei seiner ersten EM mit Saisonbestzeit auf einen starken vierten Platz über 50 Meter Rücken (S1). Auch Mira Maack erreichte eine neue Saisonbestzeit und wurde über 100 Meter Freistil (S8) Fünfte. Abgerundet wurde das gute Ergebnis von einem sechsten Platz von Bálint Köszegváry, der über 100 Meter Schmetterling (S10) persönliche Bestzeit schwamm, und zwei achten Plätzen von Mieke Leiße (S13) und Charlotte Kast (S7) über 100 Meter Rücken. Die vielen Debütant*innen zeigen sich nicht nur zufrieden mit ihren Leistungen, sondern besonders auch mit der Atmosphäre in der Halle. "Es ist richtig laut, es ist richtig geil. Die Atmosphäre hier in der Halle ist so toll. Mit meinem Rennen bin ich auch zufrieden", sagte die 18-jährige Charlotte Kast. Auch der Bronzemedaillengewinner vom Vortag, Bálint Köszegváry schwärmt von der Halle: "Ich bin auch einfach beeindruckt von der Stimmung in der Halle, das ist unfassbar toll hier und hilft dabei, schnell zu schwimmen."
Text: Patrick Dirrigl / DBS
Die deutschen EM-Medaillengewinner*innen:
Gold: Gina Böttcher (100 Meter Freistil, S4), Tanja Scholz (50 Meter Brust, SB2 und 150 Meter Lagen, SM4), Verena Schott (200 Meter Lagen, SM6), Elena Semechin (100 Meter Brust, SB13), Taliso Engel (100 Meter Brust, SB13)
Silber: Mira Jeanne Maack (100 Meter Rücken, S8), Verena Schott (100 Meter Rücken, S6 und 400 Meter Freistil, S6), Tanja Scholz (50 Meter Rücken, S4), Elena Semechin (50 Meter Freistil, S12), Florian Reiter (100 Meter Brust, SB14), Josia Topf (150 Meter Lagen, SM3)
Bronze: Gina Böttcher (150 Meter Lagen, SM4), Verena Schott (100 Meter Freistil, S6 und 50 Meter Schmetterling S6), Philip Hebmüller (100 Meter Brust, SB13), Bálint Köszegváry (400 Meter Freistil, S10), Josia Topf (100 Meter Freistil, S3 und 50 Meter Rücken, S3)
Das deutsche Aufgebot für die Para Schwimm-EM in der Türkei:
Gina Böttcher (Alter: 25 / Startklasse: S4/SB3/SM4 / Verein: SV Motor Babelsberg / Geburtsort: Brandenburg a. d. Havel), Johanna Döhler (16 / S13 / Berliner Schwimmteam), Taliso Engel (24 / S13 / SG Bayer / Lauf a. d. Pegnitz), Julian Füllgraf (20 / S14 / VfL Osnabrück / Osnabrück), Linus Harms (21 / S10/SB9/SM10 / SV Motor Babelsberg / Berlin), Philip Hebmüller (19 / S13 / SG Neuss / Neuss), Marlon Jung (16 / SB9 / SSV Leutzsch / Leipzig), Charlotte Kast (18 / S7/SB7/SM7 / Berliner Schwimmteam / Berlin), Nisanur Kocabas (13 / S6/SB5/SM6 / SV Motor Babelsberg / Vechta), Alessia Kollmar (15 / S7/SB6/SM7 / SC Regensburg / Regensburg), Balint Köszegvary (17 / S10/SB9/SM10 / SC Delphin Lübeck), Mieke Sophie Leiße (14 / S13 / PSV Essen / Essen), Mira Jeanne Maack (22 / S8/SB7/SM8 / Berliner Schwimmteam / Berlin), Janis McDavid (35 / S1/SB1/SM1 / Berliner Schwimmteam / Hamburg), Judith Pein (18 / S14 / SG PSV-MFZK Schwerin / Lübeck), Florian Reiter (18 / S14/SB14/SM14 / Berliner Schwimmteam / Berlin), Tanja Scholz (42 / S4/SB2/SM3 / PSV Union Neumünster / Kaltenkirchen), Verena Schott (37 / S6/SB5/SM6 / BPRSV Cottbus / Greifswald), Elena Semechin (32 / S12 / Berliner Schwimmteam / Nowoskatowka (Kasachstan), Tabea Teschauer (19 / S7/SB7/SM7 / Berliner Schwimmteam / Berlin), Josia Topf (23 / S3/SB3/SM3 / SV Motor Babelsberg / Erlangen), Maurice Wetekam (20 / S9/SB9/SM9 / SG Bayer / Dortmund).
