Aktuelles vom Para Schwimmen
Para Schwimm-DM: Zwei neue Weltrekorde auf der Kurzbahn
Die deutschen Meisterschaften auf der Kurzbahn im Para Schwimmen hatten in diesem Jahr einiges zu bieten. Die WM-Fahrer*innen Josia Topf und Gina Böttcher ließen mit Weltrekorden aufhorchen, der Nachwuchs knackte einige deutsche Bestmarken. Neben den sportlichen Erfolgen, fand auch die Ausrichtung in Nürnberg hervorragenden Anklang. Der Deutsche Behindertensportverband präsentiert die Ergebnisse gemeinsam mit der Heinz-Kettler-Stiftung.
Die Weltrekorde purzeln nur so in diesem Jahr, wenn die deutschen Para Schwimmer zu Wettkämpfen antreten. Schon bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft in Berlin im Juni hatte unter anderem Taliso Engel einen neuen Weltrekord aufgestellt. Das gleiche gelang ihm bei der WM in Singapur, genauso wie Tanja Scholz. Beide gingen in Nürnberg nicht an den Start, stattdessen sorgte andere Para Schwimm-Prominenz für Begeisterung. Josia Topf schwamm die 75 Meter Lagen mit 1:25,31 so schnell wie noch kein anderer in seiner Startklasse zuvor. Am gleichen Abend nahm er dann noch den Preis für den Para Sportler des Jahres im aktuellen sportstudio entgegen. Mit der Leistung in Nürnberg bestätigte Topf nochmal seine starken Auftritte bei der WM, wo der Erlangener vier Medaillen geholt hatte.
Josia Topf war aber nicht der einzige Athlet, der am Wochenende über einen neuen Weltrekord jubelte. Gina Böttcher - in Singapur ebenfalls mit einer Bronzemedaille erfolgreich - legte die 200 Meter Lagen in 4:06,86 zurück. Darüber hinaus stellte sie neue deutsche Rekorde über die 150 sowie 100 Meter Lagen auf. Johanna Döhler zeigte erneut ihr großes Talent und schwamm zwei europäische Bestmarken über die 200 und 800 Meter Freistil. Ein deutscher Rekord auf den 400 Metern in derselben Disziplin komplettierten das äußerst erfolgreiche Wochenende der 15-Jährigen. Sie stand stellvertretend für einen starken Nachwuchs bei den deutschen Meisterschaften, zu dem unter anderem auch Tom Liam Brimacombe, Michael Petre, Balint Köszegvary und Florian Reiter zählen. Alle stellten neue deutsche Rekorde auf, insgesamt wurden in Nürnberg 33 solcher Bestmarken erzielt. „Das ist schon eine Hausnummer, was die Sportler*innen hier an Rekorden geschwommen sind“, betont Christian Balaun, Landestrainer und Abteilungsleiter Para Schwimmen am Stützpunkt Nürnberg.
Florian Reiter gewann außerdem noch den großen Mehrkampf in seiner Altersklasse, bei den Senioren setzte sich Julian Füllgraf an die Spitze. Verena Schott war beim Mehrkampf der Frauen nicht zu schlagen, genauso wie Johanna Döhler in der Altersklasse A/B-Jugend. Neben den außergewöhnlichen Leistungen in der Spitze, war aber auch die Qualität und Quantität in der Breite erfreulich. 216 Athlet*innen nahmen in diesem Jahr teil, 2024 waren es noch 185. Die Aktiven waren mit der Veranstaltung sehr zufrieden, wie Christian Balaun berichtet: „Die Stimmung war sehr gut und der Ablauf lief reibungslos. Viele haben sich Nürnberg auch nächstes Jahr als Ausrichter gewünscht, unter anderem weil die Halle sehr gut geeignet ist für die Veranstaltung.“
Die Ergebnisse der deutschen Meisterschaften in den Para Sportarten werden von der Heinz-Kettler-Stiftung (HKS) präsentiert, um die Aufmerksamkeit für die deutschen Meisterschaften zu erhöhen und die außergewöhnlichen Leistungen der Athlet*innen sichtbarer zu machen. Die HKS wurde von Heinz Kettler und seiner Tochter Dr. Karin Kettler bereits im Dezember 1999 gegründet, um Sportler*innen mit Behinderung in ihrer Sportausübung zu unterstützen und den Inklusionsgedanken in die Praxis umzusetzen.
Text: Paul Foreman / DBS
