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Para Schwimmen: Mehr Neulinge als alte Hasen

Torben Schmidtke beim Startsprung Bild vergrößern
Torben Schmidtke beim Start © Andreas Joneck/ DBS

Über die Hälfte des deutschen Aufgebots wird bei den Para Schwimmen-Europameisterschaften in Dublin vom 13. bis 19. August ihre Premiere auf internationaler Bühne feiern. So wird Bundestrainerin Ute Schinkitz mit zehn Neulingen unter den 19 Athletinnen und Athleten nach Irland reisen. Während es für die Debütanten um neue Erfahrungen geht, wollen die Ambitionierten in den Kampf um Edelmetall eingreifen.

„Wer schon Medaillen gewonnen hat, der will auch wieder eine haben“, stellt Ute Schinkitz klar. Dabei denkt sie in erster Linie an die drei Medaillengewinner der Paralympics von Rio 2016. Allerdings lief die Vorbereitung für Denise Grahl, Maike Naomi Schnittger und Torben Schmidtke nicht reibungslos und ohne Störungen. Schmidtke wird nach längerer Ausfallzeit und in der neuen Starklasse über seine Paradedisziplin 100 Meter Brust eine Wundertüte und Schnittger plagte sich zunächst mit einer Handverletzung und nun mit einem Infekt. Sie war jedoch in diesem Jahr schon ebenso schnell unterwegs wie Denise Grahl, der über 50 Meter Freistil sogar ein Europarekord gelang. Doch auch Grahl musste krankheitsbedingt aussetzen, hinzu kommt die Doppelbelastung aus Arbeit und Training. Medaillen möchte sie auf dem Rückflug dennoch mit ins Gepäck nehmen. Leider verletzt ausfallen wird mit Janina Breuer die Paralympics-Teilnehmerin 2016 und Doppel-Weltmeisterin von 2017.

Ebenfalls in Richtung Edelmetall schielen Verena Schott, Elena Krawzow sowie auch Daniel Simon und Tobias Pollap. Simon überraschte in dieser Saison bei den Internationalen Deutschen Meisterschaften in Berlin mit deutschen Rekorden über 50 Meter Brust und 100 Meter Schmetterling. Ebenfalls einen deutschen Rekord knackte Taliso Engel über 100 Meter Brust. Das Bemerkenswerte: Die Bestzeit hatte weit über ein Jahrzehnt Bestand und wurde aufgestellt von Daniel Clausner, Paralympics-Sieger 2004 in Athen. Weiteres bemerkenswertes Detail: Der sehbehinderte Taliso Engel ist gerade einmal 16 Jahre alt und erlebt nach 2016 nun bereits seine zweite EM.

Daneben könnte das Motto lauten: „Jugend forscht“. Die jüngsten Teilnehmer unter den zehn Debütanten sind die 15-jährigen Neele Labudda und Josia Topf. Insgesamt beträgt das Durchschnittsalter des deutschen Teams nur gut 20,5 Jahre. „Eine EM ist immer eine gute Gelegenheit, um reinzuschnuppern und internationale Erfahrungen zu sammeln“, erklärt Bundestrainerin Schinkitz und betont aber: „Es geht auch um persönliche Bestzeiten zum Höhepunkt. Alle haben Chancen auf eine Finalteilnahme. Allerdings ist eine WM schon noch eine andere Hausnummer und das weltweite Niveau deutlich höher.“ Hier sei es die Aufgabe, optimale Trainingsbedingungen in Verbindung mit Schule, Ausbildung oder Beruf zu schaffen, um sich Schritt für Schritt weiterzuentwickeln. „Sonst wird es schwierig, mit der weltweiten Konkurrenz mitzuhalten“, sagt Schinkitz. Wie gut sich ihre Athletinnen und Athleten im europäischen Vergleich verkaufen werden, wird sich ab dem 13. August in Dublin zeigen.

Das deutsche EM-Aufgebot 2018: Jasmin Beutler (17, Cottbus, SC Potsdam), Gina Böttcher (17, Brandenburg an der Havel, SC Potsdam), Malte Braunschweig (18, Berlin, Berliner Schwimmteam), Fabian Brune (17, Attendorn, VfG Finnentrop), Marlene Endrolath (17, Göppingen, Berliner Schwimmteam), Taliso Engel (16, Lauf an der Pegnitz, SG Bayer), Denise Grahl (25, Schwerin, Hanse SV Rostock), Adam Karas (17, Unna, Schwimmfreunde Unna), Elena Krawzow (24, Nowowoskresenowka/Kasachstan, PSC Berlin), Neele Labudda (15, Lübeck, Hanse SV Rostock), Tobias Pollap (32, Hattingen, SG Bayer), Katherina Rösler (16, Rostock, Hanse SV Rostock), Torben Schmidtke (29, Schwerin, SC Potsdam), Maike Naomi Schnittger (24, Yokohama/Japan, SC Potsdam), Verena Schott (29, Greifswald, BPRSV Cottbus), Daniel Simon (29, Darmstadt, VSG Darmstadt), Peggy Sonntag (19, Oschatz, BV Leipzig), Josia Topf (15, Erlangen, SV Erlangen), Johannes Weinberg (16, Oberstdorf, TV 1860 Immenstadt).

Weitere Informationen und die Ergebnisse der Europameisterschaften im Para Schwimmen finden Sie hier.

Hintergründe zu den Sportlerinnen und Sportlern unserer Deutschen Paralympischen Mannschaft finden Sie unter www.deutsche-paralympische-mannschaft.de.

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