Aktuelles aus dem Bereich Sportentwicklung
Weltkrebstag 2026: Gemeinsam einzigartig
Anlässlich des 26. Weltkrebstages ruft der Deutsche Behindertensportverband dazu auf, Bewegung und Sport stärker in den Mittelpunkt der Krebsnachsorge zu rücken. Die Welt-Krebsorganisation (UICC) initiiert am 4. Februar 2026 bereits zum 26. Mal den Weltkrebstag. Unter dem diesjährigen Motto „United by Unique“ („gemeinsam einzigartig“) steht die Botschaft, dass Krebs verbindet und doch jede Diagnose eine ganz eigene Geschichte erzählt.
Jährlich erhalten rund 500.000 Menschen in Deutschland die Diagnose Krebs. Dies stellt das Leben sowohl für die Betroffenen und für Ihre Angehörigen von einem auf den anderen Tag auf den Kopf - Pläne werden infrage gestellt, Gewissheiten verschwinden. Jede Erkrankung bringt ihre ganz eigenen Herausforderungen mit sich und wirkt sich auf Körper, Psyche und soziales Leben aus. Bewegung und Sport können positiv auf die vielfältigen Symptome der Erkrankung sowie der Therapie einwirken und diese nachhaltig lindern.
Iris Püpke, selbst an Krebs erkrankt, beschreibt eindrücklich ihre Erlebnisse und welche Rolle Bewegung für sie dabei hat: „Anfangs bestimmt die Diagnose das Tun, man hat auf einmal keine Entscheidungsfreiheit mehr. Das kennt man sonst nicht“, erklärt Püpke. „Selbst zu sagen: ‘Ich gehe zum Sport’ ist eine zurückgewonnene Freiheit. Sich zu bewegen, heißt ja auch zu leben!“
Dass Bewegung weit mehr ist als nur ein gutes Gefühl, wurde bereits in viele Studien gezeigt. In einer kürzlich erschienen Studie wurde gezeigt, dass ein strukturiertes Bewegungsprogramm sowohl die krankheitsfreie- als auch die allgemeine Überlebensrate von Krebspatient*innen verbessern können (Booth et al., 2025).
Damit diese positiven Effekte alle Betroffenen erreichen, braucht es – ganz im Sinne von „United by Unique“ – individuelle Beratung und qualifizierte Begleitung. Der Einstieg in den onkologischen Rehasport und später in ein selbstständiges Sporttreiben gelingt am besten mit individueller Unterstützung und Beratung. In Rehasportgruppen mit maximal 15 Teilnehmenden stehen nicht nur der Erhalt und Aufbau körperlicher Fähigkeiten im Fokus, sondern auch der Austausch unter Gleichgesinnten und die Rückgewinnung von Selbstständigkeit im Alltag.
„Beim Rehasport geht es vor Allem um das gemeinsame Sporttreiben in der Gruppe. Damit wird nicht nur die allgemeine Fitness verbessert, sondern auch die psychische Gesundheit sowie der Austausch mit Gleichgesinnten gefördert“, erklärt Benedikt Ewald, Vorstand Sportentwicklung des DBS.
Doch noch immer gibt es in Deutschland keinen flächendeckenden Zugang zu onkologischen Rehasportangeboten. Genau hier setzt das Projekt „onkoLOGISCH bewegt“ der Initiative Bewegung gegen Krebs an. Die Initiative der Deutschen Krebshilfe und des DOSB hat das Ziel, auf die Wichtigkeit von Sport und Bewegung in der Krebsprävention und -nachsorge aufmerksam zu machen. Neben dem Ausbau der Gruppen gehören Aufklärung, die Gewinnung qualifizierter Übungsleitungen sowie der Aufbau stabiler Netzwerke zwischen den beteiligten Akteur*innen zu den zentralen Projektzielen von onkoLOGISCH bewegt.
Der Weltkrebstag 2026 macht deutlich: Auch wenn Betroffene ähnliche Erfahrungen teilen, stehen ihre individuellen Bedürfnisse und Lebensgeschichten im Mittelpunkt. Bewegung und Sport können dabei eine entscheidende Rolle spielen: Sie lindern Symptome, stärken Körper und Seele und können langfristig sogar die Überlebensdauer verlängern.
Weitere Informationen über den Rehasport bei einer onkologischen Erkrankung sind unter „dein-Rehasport.de“ zu finden.
1. Booth CM, Vardy JL, O’Callaghan CJ, Gill S, Friedenreich C, Wong RK, u. a. A randomized phase III trial of the impact of a structured exercise program on disease-free survival (DFS) in stage 3 or high-risk stage 2 colon cancer: Canadian Cancer Trials Group (CCTG) CO.21 (CHALLENGE). J Clin Oncol [Internet]. 10. Juni 2025 [zitiert 12. Dezember 2025];43(17_suppl). Verfügbar unter: https://ascopubs.org/doi/10.1200/JCO.2025.43.17_suppl.LBA3510
