Aktuelles aus dem Bereich Sportentwicklung

Sport und Inklusion auf dem Weg zur Normalität

Auf dem 13. Hamburger Symposium für Sport, Ökonomie und Medien wurde gefordert, sportlicher mit dem Behindertensport umzugehe

Edina Müller

Sportlicher mit dem Behindertensport umgehen – das war das große Thema des 13. Hamburger Symposiums für Sport, Ökonomie und Medien. „Ich möchte eigentlich lieber aus sportlicher Sicht betrachtet werden. Mein tragischer Unfall ist ja lange, lange her und spielt keine Rolle mehr“, sagte Edina Müller im Rahmen der Podiumsdiskussion bei der Veranstaltung im Stadion des FC St. Pauli am Hamburger Millerntor. Die Goldmedaillengewinnerin im Rollstuhlbasketball bei den Paralympics 2012 forderte plakativ: „Die Behinderung ist eine Information, aber keine Geschichte.“ Zum Symposium kamen an zwei Tagen über 150 Vertreter aus Sport, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zusammen, um über das Thema „Sport und Inklusion – ziemlich beste Freunde?!“ zu diskutieren.

Humor hilft

Die Podiumsdiskussion mit Edina Müller, ihrem Trainer Holger Glinicki, Carsten Flügel (Programmchef der Paralympics 2012 bei der ARD), Andreas Schneider, Produzent des Films „GOLD - Du kannst mehr als du denkst“ und Christian Stein, Athletensprecher der Special Olympics, zählte zu den Höhepunkte des Symposiums. Dabei wurde auch über die Rolle des humoristischen Umgangs mit Behinderung in den Medien gesprochen. „So etwas ist wichtig für die Gesellschaft und zeigt, dass Behinderung einfach Normalität ist. Humor in den Medien hilft, um über Behinderung lachen und reden zu können“, sagte Edina Müller. Carsten Flügel, gab zudem einen Blick hinter die Kulissen des Senders. „Natürlich flachsen die Athleten untereinander – und das nicht zu knapp. Das machen wir auch mit den Athleten, wenn wir nicht auf Sendung sind. Während der Livesendung war die ARD allerdings manchmal zu
feige.“ Im weiteren Verlauf des Symposiums gab Werner Rabe vom Bayerischen Rundfunk (BR) bekannt, dass die ARD plane, in der Moderation der Berichterstattung von den Paralympics 2014 in Sotschi die blinde Biathletin Verena Bentele einzusetzen.

Von den Köpfen in die Herzen

Eröffnet wurde das Symposium von Schirmherr Michael Neumann, der Senator für Inneres und Sport der Hansestadt Hamburg meinte: „Das Thema Inklusion sollte von den Köpfen in die Herzen bewegt werden.“ Die politische Bedeutung des Themas Sport und Inklusion belegte auch der Leiter des Hamburger Sportamtes, Thomas Beyer, der in einem Vortrag die Dekadenstrategie des Hamburger Senats in den Mittelpunkt stellte. Ludger Elling, DBS-Vizepräsident im Bereich Bildung und Lehre präsentierte den Vortrag „Inklusion erlebbar machen – Der DBS und seine Vereine“. 

In insgesamt 39 Vorträge beleuchteten am Donnerstag und Freitag im Millerntorstadion unter der Organisation der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation (MHMK) knapp 50 Referenten vielfältige Perspektiven von Sport und Inklusion. Zum Abschluss der Veranstaltung wurde auch ein Blick in die Zukunft geworfen: MHMK-Absolvent Alexander Mohr gewann den von der Sparda-Bank Hamburg geförderten Nachwuchspreis mit seiner Bachelorarbeit „Die Socialympics – die Rolle von Facebook und Twitter bei einem Großereignis wie den Olympischen Spielen.“

Quelle: MHMK, Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation