Aktuelles aus dem Bereich Sportentwicklung
Projekt „Nicht ohne uns!“ verschafft Teilhabe im Sport neuen Schub
Nicht einfach nur dabei sein, sondern auf Augenhöhe agieren und selbst Verantwortung übernehmen – das ist die Aufgabe des Projekts „Nicht ohne uns!“, dass der Deutsche Behindertensportverband (DBS) gemeinsam mit dem Behinderten-Sportverband Niedersachsen (BSN) und dem Verband für Behinderten- und Rehabilitationssport Mecklenburg-Vorpommern (VBRS-MV) durchgeführt hat, um insgesamt 130 Menschen mit geistiger Behinderung zu Co-Trainer*innen auszubilden. Nach drei erfolgreichen Jahren wird das Projekt in den Landesverbänden weitergeführt.
„Nicht ohne uns!“ wurde ursprünglich vom Badischen Behinderten- und Rehabilitationssportverband (BBS) ins Leben gerufen, der dafür jüngst mit der Kurt-Alphons-Jochheim-Medaille der DVFR ausgezeichnet wurde. Beim DBS lief das Projekt von Januar 2023 bis Dezember 2025 mit Unterstützung der Aktion Mensch. „Die Idee der Ausbildung besteht darin, Trainertandems aus Menschen mit und ohne geistige Behinderung zu bilden. Die Teilnehmenden lernen, wie sie die Übungsleitenden während des Sports unterstützen und ein vielseitiges Repertoire an Spiel- und Übungsideen selbst anleiten“, erklärt Benedikt Ewald, Vorstand Sportentwicklung im DBS. Außerdem spielt der sogenannte „Ehrenkodex“ bei der Ausbildung eine wichtige Rolle. Dieser beinhaltet Richtlinien für das soziale Miteinander und für Gewaltprävention in Sportvereinen. Dazu wurde auch ein Erklärvideo in Leichter Sprache veröffentlicht, ebenso zum Thema „Co-Trainer-Verhalten“.
„Das Projekt stärkt das Selbstvertrauen der Teilnehmenden und sorgt für ganz neue Teilhabemöglichkeiten für Menschen mit geistiger Behinderung in Sportvereinen. Es war ein erfolgreiches Projekt, das in den vergangenen drei Jahren sehr gut angenommen wurde und auch jenseits des organisierten Sports für Interesse gesorgt hat“, berichtet Benedikt Ewald. Das lässt sich auch an den Zahlen ablesen: 15 Ausbildungsdurchgänge wurden in Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern durchgeführt, aufgrund der hohen Nachfrage boten die beiden Landesverbände die Ausbildung an manchen Standorten sogar noch ein zweites Mal an. Insgesamt wurden so 130 neue Co-Trainer*innen ausgebildet. Viele haben anschließend in ihren Heimatvereinen eine neue Rolle für sich gefunden.
Die beiden Landesverbände führen die Co-Trainer-Ausbildung auch in diesem Jahr fort, genau so wie weitere DBS-Landesverbände wie der BBS und der Sächsische Behinderten- und Rehabilitationssportverband (SBV). Ziel ist es, dass die Co-Trainer-Ausbildung stückweise flächendeckend in das reguläre Lehrgangsportfolio integriert wird. Das Projekt „Nicht ohne uns!“ hat der Co-Trainer-Ausbildung erfolgreich den erhofften Schub gegeben – doch abgeschlossen ist es damit noch lange nicht.
Mehr Infos und zukünftige Ausbildungstermine gibt es hier.
