Aktuelles aus dem Bereich Sportentwicklung
Onkologischer Rehasport: Jetzt Übungsleiter*in werden
Rehasport hat das Potential, Menschen in Bewegung zu bringen und langfristig zum Sporttreiben zu motivieren. Bei einer Krebserkrankung kann die körperliche Aktivität aufgrund vielfältiger Symptome jedoch eine große Herausforderung für die Betroffenen darstellen, obwohl die Bewegung die erkrankungs- und therapiebedingten Nebenwirkungen nachweislich mindern kann. Umso wichtiger sind engagierte Übungsleiter*innen, die Betroffene begleiten, die individuelle Bedürfnisse berücksichtigen und ihnen Mut machen aktiv zu werden und zu bleiben.
Maja war 37 Jahre alt, als bei ihr Brustkrebs diagnostiziert wurde. Ihr bis dahin sehr aktives Leben wurde von einem auf den anderen Tag auf den Kopf gestellt. Trotz der Nebenwirkungen berichtet sie, dass der onkologische Rehasport in der schweren Zeit sehr wichtig für sie war und sie aufgefangen hat. Beim Rehasport musste sie sich nicht verstellen. Schon während ihrer Erkrankung macht Maja die Ausbildung zur Übungsleiterin. Ihre Erkrankung sollte nun auch „für etwas gut sein“, sagt sie. Maja möchte ihre Erfahrungen weitergeben und als „Leuchtturm und Mutmacherin fungieren“. Maja einen klaren Wunsch: „Ich wünsche mir mehr Übungsleiter*innen, weil wir ganz dringend mehr Kursleitungen im onkologischen Rehasport brauchen.“
Mehr zu Majas Geschichte erfahrt ihr in dem Video:
Engagement im Rehasport bedeutet nicht nur eine Gruppe anzuleiten. Es bedeutet Menschen auf ihrem Weg zu begleiten, ihre Fortschritte mitzuerleben, Wissen weiterzugeben und einen wichtigen Beitrag zur Teilhabe und Lebensqualität der Teilnehmer*innen zu leisten.
Ohne Übungsleiter*innen kein Rehasport
Die Gewinnung neuer und motivierter Übungsleiter*innen stellt jedoch für viele Vereine eine Herausforderung dar und ist deshalb eine zukunftsleitende Aufgabe für den onkologischen Rehasport. Auch der aktuelle Sportentwicklungsbericht 2023-2025 verdeutlicht, dass die Gewinnung und Bindung von Übungsleiter*innen für viele Vereine eine besondere Herausforderung darstellen. Gleichzeitig weisen die Ergebnisse daraufhin, dass eine Qualifizierung der Übungsleiter*innen mit einer höheren Zufriedenheit und einer stärkeren Bindung an das Engagement verbunden ist. Für den onkologischen Rehasport ergibt sich daraus, dass geeignete Rahmenbedingungen für die Gewinnung und Bindung neuer Übungsleiter*innen von großer Relevanz sind. Dadurch kann eine Grundlage geschaffen werden, dass mehr qualifizierte Übungsleiter*innen und Trainer*innen für den Sport gewonnen und mehr Sportangebote realisiert werden können. Um dieses Ziel zu erreichen, muss auch die Übungsleiter*innengewinnung im onkologischen Rehasport weiterentwickelt werden.
Engagement beginnt mit Begeisterung
Der Deutsche Behindertensportverband, der Deutsche Olympische Sportbund und die Deutsche Krebshilfe wollen da ansetzten. Durch den Aufbau von Kooperationen, z.B. zur Frauenselbsthilfe Krebs, sollen möglichst vielseitige Zielgruppen motiviert werden, sich als Übungsleiter*innen zu engagieren. Dabei geht es nicht nur darum, Menschen für die Rehasportgruppen zu finden: Es geht darum, Menschen für eine Aufgabe zu begeistern, die gesellschaftlich relevant ist. Der onkologische Rehasport verbindet Bewegung, Gesundheit und Gemeinschaft und Übungsleiter*innen gestalten diese Verbindungen unmittelbar. Dabei müssen die Menschen dort angesprochen werden, wo bereits Interesse und Motivation vorhanden sind. Aktive Vereinsmitglieder, ehemalige Teilnehmer*innen, Betroffene, Angehörige, Fachkräfte oder Menschen mit Erfahrung im Sport können potenzielle neue Übungsleiter*innen darstellen.
Jede*r kann etwas bewegen
Die Zukunft des Sports hängt maßgeblich von den Menschen ab, die ihn gestalten. Ohne ehrenamtliches Engagement ist der onkologische Rehasport nicht umsetzbar. Menschen bringen ihre Zeit, ihre Erfahrungen und ihre Kompetenzen ein, von denen andere profitieren können. Dieses Engagement sichtbar zu machen und wertzuschätzen bildet eine Grundlage. Denn wer eine Aufgabe übernimmt, möchte auch erleben, dass der eigene Einsatz etwas bewirkt. Jede neu gewonnene Übungsleiter*in bedeutet, dass eine weitere Gruppe stattfinden kann und weitere Betroffenen vom Rehasport profitieren können.
Werde auch du Übungsleiter*in im onkologischen Rehasport: Alle Informationen zu den Aus-, Fort- und Weiterbildungen findest du auf www.dbs-lehrgangsplan.de.
