Aktuelles aus dem Bereich Sportentwicklung
Neues Teilprojekt für „Bewegung gegen Krebs“ startet
Dass Sport einen positiven Effekt auf die Gesundheit hat, ist allgemein bekannt. Wie wichtig sportliche Aktivitäten allerdings speziell auch bei Krebserkrankungen sind, wird noch zu selten beleuchtet. Dem will die Initiative „Bewegung gegen Krebs“ entgegenwirken – und auch der Deutsche Behindertensportverband (DBS) unterstützt als Kooperationspartner mit einem neuen Teilprojekt.
Bereits im Jahr 2014 ist die Initiative „Bewegung gegen Krebs“ vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und der Deutschen Krebshilfe (DKH) ins Leben gerufen worden, um über die Bedeutung sportlicher Aktivitäten bei Krebserkrankungen zu informieren und die Bewegungsangebote in der Prävention und Nachsorge zu erweitern. Als Kooperationspartner der Initiative startet der DBS nun ein neues Teilprojekt mit dem Ziel, vor allem Multiplikator*innen und Ärzteschaft über die positiven Effekte des Angebots zu informieren und Netzwerke auf- und auszubauen. Zudem gilt es, neue Übungsleiter*innen für den Rehasport in der Krebsnachsorge zu gewinnen. Bereits zwischen 2018 und 2020 unterstützte der DBS die Initiative und erarbeitete u. a. einheitliche Lehr- und Lernmaterialien für die Ausbildung neuer Übungsleiter*innen. Auch eine Modellfortbildung wurde durchgeführt und evaluiert.
Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts erkranken in Deutschland jährlich rund 500.000 Menschen an Krebs. Demgegenüber stehen laut Deutscher Krebshilfe circa 2.000 spezifische Krebssportgruppen – bundesweit gesehen viel zu wenig, um ausreichend Bewegungsangebote für Menschen mit Krebserkrankungen zu realisieren. An dieser Stelle setzt das neue Teilprojekt „onkoLOGISCH bewegt“ des DBS an. Denn die Probleme, die das neue Projekt notwendig machen, sind letztlich altbekannte. Es gibt weiterhin kein flächendeckendes Angebot im onkologischen Rehasport, darüber hinaus gestaltet sich die Gewinnung von Übungsleitenden oft schwierig.
Das Ziel des Teilprojekts ist es daher, die Versorgungsstruktur von onkologischen Bewegungsangeboten im städtischen und ländlichen Raum zu verbessern. Dazu sollen in verschiedenen Modellregionen Netzwerke zwischen Vereinen, Rehakliniken, Selbsthilfegruppen, der Ärzteschaft und weiteren Multiplikator*innen aufgebaut werden. „Insbesondere die Ärzt*innen tragen hier eine hohe Verantwortung, denn sie können mit ihrer Empfehlung für mehr Bewegung in der Nachsorge bereits entscheidend dazu beitragen, dass Krebsbetroffene den Weg in die für sie so wichtigen Sportangebote finden“, erklärt Benedikt Ewald, Direktor Sportentwicklung des DBS, und ergänzt: „Dabei geht es nicht ausschließlich darum, die körperliche Fitness wiederherzustellen, sondern wichtig ist auch eine Verbesserung der psychischen Gesundheit sowie der Austausch mit Gleichgesinnten.“
Dies bestätigt auch die an Krebs erkrankte Iris Püpke, die betont, dass der Sport ein wichtiger Schritt hin zur Selbstbestimmung sei, da ihr diese durch die Krebserkrankung zwischenzeitlich genommen worden sei. „Anfangs bestimmt die Diagnose das Tun, man hat auf einmal keine Entscheidungsfreiheit mehr. Das kennt man sonst nicht“, erklärt Püpke und fügt an: „Der gefasste Entschluss, zum Sport zu gehen, ist eine zurückgewonnene Freiheit. Denn: Sich zu bewegen, heißt ja auch zu leben.“
Neben dem Netzwerkaufbau liegt ein weiteres großes Augenmerk auf der Qualifizierung von Übungsleiter*innen sowie darauf, Vereine zur Gründung neuer, spezifischer Krebssportgruppen zu motiviert und zu beraten. Die geplanten Maßnahmen werden bis zum Ende des Projekts im Juni 2027 umgesetzt – in der Hoffnung, danach auf einen weiteren wichtigen Schritt im Kampf gegen Krebs zurückblicken können.
Weitere Informationen zum Projekt „Bewegung gegen Krebs“ gibt es hier
