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Inklusionsmobil in München: Zwei Vereinsbesuche, zwei Nachwuchssportler und ein gemeinsames Ziel
Wie wird Para Sport sichtbarer? Und was braucht es, damit Menschen mit und ohne Behinderung selbstverständlich gemeinsam Sport treiben können? Bei zwei Vereinsbesuchen in München gaben die Nachwuchssportler Leon Schnellinger und Elias Klotz Einblicke in ihre sportlichen Erfahrungen und formulierten klare Wünsche für die Zukunft.
Das Inklusionsmobil des Deutschen Behindertensportverbands (DBS) machte am 6. und 7. Oktober Station in der Region München: zunächst bei der FT München-Gern, anschließend beim SV-DJK Taufkirchen. Bei den Besuchen konnten Kinder verschiedene Sportarten und Herausforderungen des Para Sports kennenlernen. Im Mittelpunkt standen auch zwei junge Athleten, die mit ihren Geschichten zeigen, warum mehr Sichtbarkeit und bessere Zugangsmöglichkeiten wichtig sind.
Para Sport erleben und Perspektiven wechseln
Bei der FT München-Gern probierten rund 20 Kinder gemeinsam mit ihren Trainern den Blindenfußball aus. Ein Hindernisparcours, Partner-Sprints, Ballübungen und Torschüsse nach akustischem Signal machten deutlich, wie wichtig Gehör, Orientierung und Vertrauen sind, wenn das Sehen als Orientierungshilfe fehlt. Para Leichtathlet Leon Schnellinger beantwortete außerdem Fragen der Kinder und berichtete von seinen Erfahrungen im Sport.
Einen Tag später stand beim SV-DJK Taufkirchen eine Bewegungslandschaft mit verschiedenen Stationen auf dem Programm. Die Kinder konnten sich mit einem Blindenparcours und Goalball sowie einem Rollstuhlparcours und Rollstuhlbasketball beschäftigen. Rollstuhlfechter Elias Klotz gab Einblicke in seinen sportlichen Alltag und seine Erfahrungen im Para Sport.
Zwei Nachwuchssportler, klare Botschaften
Leon Schnellinger betreibt Para-Leichtathletik in den Disziplinen Sprint und Weitsprung. Sein bisheriges sportliches Highlight waren die European Para Youth Games in Istanbul, bei denen er gleich zweimal Gold gewann. Besonders schätzt er das Miteinander und das gemeinsame Training im deutschen Verband.
Für die Zukunft wünscht sich Schnellinger vor allem mehr Aufmerksamkeit für den Para Sport. Dieser solle in der breiten Öffentlichkeit selbstverständlicher wahrgenommen werden, statt auf Vorurteile zu stoßen. Auch inklusive Wettkämpfe, bei denen Menschen mit und ohne Sehbehinderung gemeinsam antreten können, zeigen für ihn, welches Potenzial im Sport steckt.
Elias lotz ist im Rollstuhlfechten aktiv. An seiner Sportart begeistert ihn besonders der Nervenkitzel: Er müsse ständig aufmerksam sein, die Bewegungen seines Gegenübers einschätzen und schnell reagieren. Zu seinen besonderen Erlebnissen zählen seine erste Jugend-Weltmeisterschaft 2023 in Südkorea und das paralympische Jugendlager in Paris.
Sein Wunsch für die Zukunft ist konkret: bessere und flächendeckendere Trainingsmöglichkeiten. Gerade im Rollstuhlfechten seien geeignete Angebote rar. Um regelmäßig trainieren und sich sportlich weiterentwickeln zu können, müsse er weite Wege auf sich nehmen. Der hohe Aufwand erschwere den Zugang zum Sport.
Inklusion beginnt mit Möglichkeiten
Die Erfahrungen von Schnellinger und Klotz machen deutlich, dass es neben sportlichem Talent und Engagement auch passende Strukturen braucht. Para Sport muss sichtbarer werden, Trainingsangebote müssen erreichbar sein und Vereine brauchen Unterstützung, um Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen gemeinsam Sport zu ermöglichen.
Genau hier setzt das Inklusionsmobil an. Das gemeinsame Projekt des DBS, REWE und der Aktion Mensch informiert über Zugangswege zum inklusiven Sport, begeistert Kinder und Jugendliche für Bewegung und unterstützt Vereine bei der Entwicklung eigener Angebote. Durch praktische Mitmachaktionen werden neue Perspektiven eröffnet und Berührungsängste abgebaut.
Die beiden Besuche in München zeigen: Inklusion braucht keine perfekten Voraussetzungen, sondern Offenheit, passende Möglichkeiten und Menschen, die den ersten Schritt machen. Wenn junge Athletinnen und Athleten sichtbar werden und Kinder Para Sport selbst ausprobieren, kann daraus mehr entstehen als ein einzelner Aktionstag – nämlich der Impuls für mehr gemeinsame Sportangebote im Vereinsalltag.
