Aktuelles aus dem Bereich Sportentwicklung
Hilfsmittelversorgung im Sport und Potenzial des Rehasports für Kinder – DBS sensibilisiert beim SMHS
Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) war mit zwei Sessions zu Gast beim „Sports, Medicine and Health Summit“ (SMHS) in Hamburg – mit einem Vortrag zur Hilfsmittelversorgung im Sport sowie zum Rehabilitationssport für Kinder.
Als eine interdisziplinäre Fortbildungsplattform für Mediziner*innen, Wissenschaftler*innen und Praktiker*innen aus Sport, Bewegung und Gesundheit hat sich der „Sports, Medicine and Health Summit“ (SMHS) zur Aufgabe gemacht, die Menschen für mehr Bewegung und einen aktiveren Lebensstil zu begeistern. Das Format einer wissenschaftlichen Tagung in Verbindung mit gesundheitspolitischen und sportpraktischen Inhalten präsentiert wissenschaftliche Erkenntnisse, neue Trends aus der Praxis und organisiert verschiedene Veranstaltungen in Kooperation mit Organisationen, denen die Verbesserung von körperlicher Aktivität in unserer Gesellschaft ein wesentliches Anliegen ist.
Auch in diesem Jahr war der DBS mit zwei unterschiedlichen Sessions vertreten. Die Vortragsreihe „Von den Paralympics bis zum Breitensport – Hilfsmittelversorgung im Sport“ beleuchtete dabei die unterschiedlichen Aspekte der Sporthilfsmittel. Prof. Dr. Willwacher zeigte, wie biomechanischen Kräfte beim Weitsprung von Menschen mit Prothesen gemessen werden können und dass sich hier die Technik nicht 1:1 von Menschen ohne Prothese übertragen lässt. Neben dem Leistungssport profitieren auch Breiten- und Freizeitsportler*innen mit Behinderung von speziellen Hilfsmitteln für den Sport. So zeigte Dr. Leopold Rupp (Stellv. Vorsitzender der Deutschen Behindertensportjugend (DBSJ)) wie wichtig die Bewegung für die Gesundheit generell ist.
Zum Ende der Session gab Benedikt Ewald (Direktor Sportentwicklung des DBS) einen Überblick, welche Möglichkeiten bestehen und welche Hürden es zu überwinden gibt, um ein Hilfsmittel für den Sport finanziert zu bekommen. „In den meisten Fällen werden die Hilfsmittelverordnungen für den Sport durch die Krankenkasse abgelehnt. Der Grund: Freizeit-, Breiten- und Vereinssport werden nicht zu den allgemeinen Grundbedürfnissen des täglichen Lebens gezählt“, erwähnt Ewald. „Kein Wunder, dass von den mehr als 13 Millionen Menschen mit Behinderung in Deutschland 55 Prozent keinen Sport treiben.“
Im zweiten Vortrag des DBS drehte sich alles um das Thema Rehabilitationssport für Kinder, dessen Potenzial als Ergänzung zur medizinischen Therapie bei weitem noch nicht ausgeschöpft wird. Chronische Krankheiten und Behinderungen werden im Kindes- und Jugendalter immer häufiger. Sport und Bewegung können in vielen Fällen die körperliche Leistungsfähigkeit, aber auch die psychische und seelische Gesundheit der betroffenen Kinder deutlich verbessern und so Teilhabeeinschränkungen frühzeitig entgegenwirken. Diplomsportlehrerin Manja Gutzeit-Lippold verdeutlichte dies eindrucksvoll am Beispiel der Atemwegserkrankung Asthma Bronchiale. „In Deutschland gibt es bislang kein flächendeckendes Rehasport-Angebot für Kinder. Als DBS haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, diese Versorgungslücke zu schließen und dazu unter anderem das Projekt Teilhabe VEREINfacht ins Leben gerufen“, erläutert Ilka Müller, Referentin Rehabilitationssport des DBS.
Durch die bereits erarbeitet Informationen (DBS | Hilfsmittelversorgung im Sport, Kinder-Rehasport ) und die bestehende Kooperation mit dem Sozialverband vdk und dem Deutschen Olympischen Sportbund im Bereich der Hilfsmittelversorgung sind erste Maßnahmen ergriffen worden. Dennoch steckt noch viel mehr Potential im Rehabilitationssport für Kinder und ebenso in der Hilfsmittelversorgung für den Sport, um Menschen mit Behinderung und/oder chronischer Erkrankung die Bewegung zu ermöglichen.
