Aktuelles vom Sitzvolleyball im Deutschen Behindertensportverband
Sitzvolleyball-Teams ziehen ins EM-Viertelfinale ein
Zwischenziel erreicht: Die deutschen Sitzvolleyball-Teams haben es ins Viertelfinale der Europameisterschaften in Györ (Ungarn) geschafft. Die Herren setzten sich souverän als Gruppenzweiter durch und treffen nun im Viertelfinale auf die Kroatien. Das Damen-Team erwischte einen schlechten Start ins Turnier, steigerte sich aber in den folgenden Spielen und bekommt es nun mit der Ukraine zu tun.
Es dauerte lange bis zur ersten Niederlage und sogar dem ersten Satzverlust der deutschen Herren in Györ. Erst im letzten Gruppenspiel gegen Bosnien und Herzegowina unterlag das Team von Cheftrainer Christoph Herzog mit 0:3. Zuvor waren die Gegner der deutschen Mannschaft chancenlos gewesen. Lettland, Italien, Serbien und die Niederlande konnten dem Favoriten alle nicht gefährlich werden, am Ende stand immer ein 3:0 für Deutschland auf der Anzeigetafel. Die Siege brachten nicht nur den angestrebten Viertelfinaleinzug, sondern für Cheftrainer Christoph Herzog auch einige wertvolle Beobachtungen: „Wir konnten in der Gruppenphase ein bisschen was probieren, wie etwa Wechsel üben und das Spielsystem festigen. Jetzt gehen wir mit einem guten Gefühl ins Viertelfinale“.
Optimistisch ist auch die deutsche Damen-Mannschaft für den Rest des Turniers – trotz eines denkbar schwierigen Starts. In der ersten Partie gegen die Niederlande führte das Team teils deutlich in den einzelnen Sätzen, verlor allerdings am Ende mit 0:3. „Wir hatten das Spiel völlig im Griff, doch dann haben uns die Nerven um den Sieg gebracht“, ärgert sich Cheftrainer Norman Thomas. Der Blick richtete sich nach dem verpatzten Auftakt aber schnell nach vorne. „Wir sind in der Entwicklungsphase und Lernen bedeutet manchmal auch Schmerz“, sagt Thomas. Die Erkenntnisse aus dem ersten Spiel nutzte seine Mannschaft gewinnbringend im weiteren Verlauf der Gruppenphase ein und setzte sich gegen Frankreich (3:1) sowie Kroatien (3:0) durch. Im abschließenden Vorrundenspiel gegen Favorit Italien erwies sich der Gegner als zu stark. Die 0:3-Niederlage sahen Thomas und sein Team als Vorbereitung für das Viertelfinale an.
Dort trifft die deutsche Mannschaft mit der Ukraine auf den nächsten starken Gegner, wie nicht zuletzt der Triumph der Ukrainerinnen bei der diesjährigen Ausgabe der Golden Nations League gezeigt hat. „Wir müssen in Topform sein und brauchen das Glück, das wir gegen die Niederlande nicht hatten“, betont Norman Thomas. Der Weg zu einer Medaille führe laut dem Cheftrainer ohnehin über starke Gegner, ob man nun im Viertelfinale oder später auf Top-Mannschaften wie die Ukraine trifft.
Das osteuropäische Land ist ebenfalls ein potenzieller Gegner für die deutschen Herren im Halbfinale. Zuvor muss die Auswahl von Christoph Herzog jedoch ihre eigenen Hausaufgaben gegen Kroatien machen, die ihre Gruppe auf Platz drei abschlossen. Deutschland wird noch einmal als klarer Favorit in die Partie gehen, danach dürften die Spiele deutlich umkämpfter werden.
Festhalten lässt sich nach der Gruppenphase: Das Minimalziel ist erreicht, beide deutschen Teams haben den Einzug in die K.o.-Phase geschafft. Die erhofften Medaillen sind greifbarer geworden, doch die entscheidenden Spiele stehen jetzt erst an. Gut, dass beide Mannschaften rechtzeitig ihre Form gefunden haben.
Den Spielplan, die Ergebnisse und Livestreams gibt es auf der Veranstaltungswebseite.
Text: Paul Foreman / DBS
