Aktuelles vom Sitzvolleyball im Deutschen Behindertensportverband
Sitzvolleyball-DM als Station zur WM – und zu den Paralympics?
Platz drei beim USAV Sitting Cup, Silber in der Golden Nations League: Die deutschen Sitzvolleyballer sind in bester Verfassung und auch die Frauen haben mit Rang vier bei der Golden Nations League zuhause in Leipzig Werbung für sich und ihren Sport gemacht. Bei der Deutschen Meisterschaft in Leverkusen am Samstag und Sonntag wollen sich die Nationalspielerinnen und -spieler präsentieren – schließlich geht es bei der WM Mitte Juli im chinesischen Hangzhou schon um die Paralympics-Tickets.
„Ich erwarte einen Dreikampf um den Titel“, sagt Jürgen Schrapp, langjähriger Nationalspieler, Präsident des Sitzvolleyball-Weltverbands und auch Trainer des gastgebenden Rekordmeisters TSV Bayer 04 Leverkusen mit Blick auf die Mixed-Konkurrenz. Der Dresdner SC hat sich für die DM mit dem Leipziger BRS zusammengetan und fordert die Leverkusen dieses Mal als SG Sachsen heraus, auch das Team aus Rheinland-Pfalz wird hochmotiviert sein. Nach drei deutschen Meistertiteln in Folge und 29 insgesamt möchte der TSV Bayer Leverkusen beim Heimspiel die 30 vollmachen.
Für Nationaltrainer Christoph Herzog wird dann besonders spannend sein, wie seine Spieler die Reisestrapazen der vergangenen Wochen weggesteckt haben: Erst gab es einen dritten Platz in Orlando (USA) mit nur einer Niederlage gegen die Gastgeber, aber einem klaren 3:0 gegen die späteren Sieger aus Brasilien, bei der Golden Nations League in Polen konnte jüngst sogar Europameister Bosnien-Herzegowina beim 2:3 an den Rand einer Niederlage gedrängt werden.
Herzog hat auf dem Weg zur WM vom 10. bis zum 17. Juli, wo China, Kanada und Thailand in der Vorrunde warten, „am Spielsystem und an der individuellen Weiterentwicklung der Spieler gearbeitet. Dominik Albrecht wird dieses Jahr ausfallen, somit haben andere eine Chance, sich mehr zu zeigen. Wir gehen mit einer guten Rollenverteilung der Spieler pro Position in die WM und versuchen das Halbfinale anzupeilen. Wir haben ein sehr gutes Miteinander aktuell und holen uns den Feinschliff mit vielen Maßnahmen um die DM herum.“
Für das Mixed-Turnier sieht das dann wie folgt aus: In der Gruppe A trifft der gastgebende TSV Bayer 04 auf Leipzig II, den SCC Berlin und die zweite Leverkusener Mannschaft, in Gruppe B duellieren sich Rheinland-Pfalz, die SG Sachsen, der SC Potsdam und Anpfiff Hoffenheim. Zudem spielt der SV Esslingen im Mixed-Turnier außer Wertung mit. Die Erst- und Zweitplatzierten spielen nach der Vorrunde in einer Vierer-Gruppe den Titel aus.
Die deutschen Sitzvolleyballerinnen, die in der Golden Nations League in Leipzig nach einem starken Auftritt Rang vier belegt hatten, treffen in Hangzhou in der Vorrunden-Gruppe B auf die USA, die Ukraine und die Niederlande und damit auf eine in der Breite stark besetzte Gruppe. „Unser klares Ziel ist es, uns als Team kontinuierlich weiterzuentwickeln und auf internationalem Niveau weiter zu wachsen“, sagt Nationaltrainer Norman Thomas: „Für uns steht nicht nur die sportliche Leistung im Vordergrund, sondern auch der Zusammenhalt, das gegenseitige Vertrauen und die gemeinsame Mentalität, mit der wir auf und neben dem Feld auftreten. Für die Weltmeisterschaft haben wir uns das Ziel gesetzt, unter die besten acht Teams der Welt zu kommen. Dieses Ziel ist auf Grund unserer Vorrunde ambitioniert, aber realistisch, wenn wir unser Potenzial abrufen und als Einheit auftreten.“
Bei der Deutschen Meisterschaft wird das Frauen-Turnier erst zum vierten Mal ausgetragen, die ersten beiden Ausgaben 2023 in Leipzig und 2024 in Bremen hatten die Leverkusenerinnen gewonnen, im vergangenen Jahr mussten sie sich erstmals den Potsdamerinnen geschlagen geben, die in eigener Halle den Pokal holten und jetzt als Titelverteidigerinnen nach Leverkusen reisen.
Die Bayer-Frauen spielen in diesem Jahr gemeinsam mit Anpfiff Hoffenheim, zudem mischt der Leipziger BRS als drittes Team mit – und es dürfte mehr als spannend werden. Nach zwei Runden Jeder-gegen-Jeden gibt es am Sonntag um 13 Uhr das Finale der zwei besten Frauen-Mannschaften in der Herbert-Grünewald-Halle.
Die Ergebnisse der deutschen Meisterschaften in den Para Sportarten werden in diesem Jahr von der Heinz-Kettler-Stiftung (HKS) präsentiert, um die Aufmerksamkeit für die deutschen Meisterschaften zu erhöhen und die außergewöhnlichen Leistungen der Athlet*innen sichtbarer zu machen. Die HKS wurde von Heinz Kettler und seiner Tochter Dr. Karin Kettler bereits im Dezember 1999 gegründet, um Sportler*innen mit Behinderung in ihrer Sportausübung zu unterstützen und den Inklusionsgedanken in die Praxis umzusetzen.
