Aktuelles vom Sitzvolleyball im Deutschen Behindertensportverband
Rheinland-Pfalz und Potsdam sichern sich die Sitzvolleyball-Titel
Die Deutsche Sitzvolleyball-Meisterschaft in Leverkusen war bis zum Ende spannend: Im Tiebreak siegte die Landesauswahl Rheinland-Pfalz erstmalig und verhinderte den 30. Erfolg von Gastgeber TSV Bayer 04 Leverkusen im Mixed-Turnier. Bei den Frauen verteidigte der SC Potsdam seinen Titel gegen die Spielgemeinschaft TSV Bayer 04 Leverkusen/Anpfiff Hoffenheim.
„Wir haben lange gearbeitet dafür und sind total glücklich, dass wir jetzt belohnt worden sind nach vielen Jahren, wir arbeiten daran seit 2013, also 13 Jahre jetzt. Wir waren oft nah dran. Aber jetzt haben wir es halt wirklich mal gemacht“, sagte RLP-Trainer Heiko Wiesenthal, der gemeinsam mit Martin Vogel, Francis Tonleu und Torben Schiewe einer von vier deutschen Nationalspielern im RLP-Team ist: „Es war einfach eine tolle Leistung, eine tolle Truppe.“
Rheinland-Pfalz dominierte genau wie Rekordmeister TSV Bayer 04 Leverkusen die Vorrundengruppe und auch in der Zwischenrunde konnten beide ihre Duelle mit den späteren Drittplatzierten von der SG Sachsen und dem Vierten SCC Berlin für sich entscheiden. Im Endspiel legte Leverkusen mit 25:12 im ersten Satz beeindruckend vor, Rheinland-Pfalz entschied Durchgang zwei ähnlich dominant mit 25:14 für sich und hatte dann im dritten Satz beim 16:14 das glücklichere Händchen in einem hochspannenden Spiel.
Platz fünf im Mixed-Wettbewerb ging an Anpfiff Hoffenheim, Sechster wurde der Leipziger BRS II, Siebter der SC Potsdam und Achter der TSV Bayer Leverkusen II, außer Wertung spielte noch der SV 1845 Esslingen mit.
Bei der vierten Auflage der deutschen Frauen-Meisterschaft wurde ein hohes Niveau geboten, sowohl die späteren Siegerinnen aus Potsdam als auch Leverkusen/Hoffenheim hatten bundesliga-erfahrene Spielerinnen aus dem Fußgängerinnen-Volleyball zur Verstärkung dabei. Beide siegten in je zwei Duellen gegen die drittplatzierten Damen des Leipziger BRS, in der Vorrunde setzte sich Leverkusen/Hoffenheim am Samstag in zwei Partien jeweils im dritten Satz gegen die Potsdamerinnen durch.
Im Finale am Sonntag waren die Titelverteidigerinnen dann aber hellwach, holten sich den ersten Satz mit 25:18 und behielten auch beim 25:19 im zweiten Satz gegen die lautstark angefeuerten Gastgeberinnen jederzeit die Nerven. „Ich freue mich natürlich, dass wir wieder gewonnen haben, vor allem für eine unserer Spielerinnen, die mit dem Baby hier angekommen ist und die es geschafft hat, hier wieder so fit zu sein, dass wir diese Leistung abrufen konnten“, sagte Marlies Dreblow, wie Corinna Cavier und Michelle Schiffler Nationalspielerin von Potsdam: „Glückwunsch auch an Leverkusen, die waren echt ein Partner, wo wir zu knabbern hatten und die ein toller Zweiter sind.“
Organisator Jörg Frischmann vom TSV Bayer 04 Leverkusen zeigte sich zufrieden mit dem Turnier: „Ich habe bei deutschen Meisterschaften noch nie eine Halle erlebt, wo so eine Stimmung war und ich denke, das war einfach Werbung für unseren Sport.“
Die Ergebnisse der deutschen Meisterschaften in den Para Sportarten werden in diesem Jahr von der Heinz-Kettler-Stiftung (HKS) präsentiert, um die Aufmerksamkeit für die deutschen Meisterschaften zu erhöhen und die außergewöhnlichen Leistungen der Athlet*innen sichtbarer zu machen. Die HKS wurde von Heinz Kettler und seiner Tochter Dr. Karin Kettler bereits im Dezember 1999 gegründet, um Sportler*innen mit Behinderung in ihrer Sportausübung zu unterstützen und den Inklusionsgedanken in die Praxis umzusetzen.
Text: Nico Feißt / DBS
