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Para Rudern: Zwei EM-Titel für Deutschland
Deutschlands Nationalmannschaft im Para Rudern hat bei den Europameisterschaften im italienischen Varese zwei Goldmedaillen gewonnen. Jubeln durften Kathrin Marchand und Valentin Luz im PR3-Mixed-Doppelzweier sowie Jasmina Bier und Paul Umbach im PR2-Mixed-Doppelzweier. Beide Duos verteidigten ihre EM-Titel.
Jasmina Bier und Paul Umbach machten es besonders spannend. Sie lieferten sich bis zur Ziellinie ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Ukraine und hatten am Ende mit 0,4 Sekunden die Nase vorne. „Wir freuen uns über die gute Leistung, aber wir sind auf der Durchreise Richtung Los Angeles 2028“, kommentierte Bundestrainer Marc Stallberg. Das gilt auch für den Doppelzweier mit Kathrin Marchand und Valentin Luz, die ein großes Ausrufezeichen setzten. In persönlicher Bestzeit von 6:55,91 Minuten ruderten Marchand und Luz souverän zu EM-Gold und zur Titelverteidigung. Damit waren sie gut 2,7 Sekunden schneller als ihre eigene Weltbestzeit. Da es jedoch keine Veranstaltung des Ruder-Weltverbandes war, zählt die erzielte Zeit nur als Championship-Rekord der EM.
Kathrin Marchand war auch ohne offizielle Weltbestzeit sehr stolz: „Der Wind hat rechtzeitig gedreht, die Bedingungen haben gestimmt und Valentin und ich haben gezeigt, dass wir beide sehr gut drauf und voll im Renn-Modus sind. Am Anfang hat uns das ukrainische Boot mit einem schnellen Start sehr gepusht, dann haben wir einen knackigen Endspurt hingelegt und sie deutlich distanziert“, resümierte Marchand. Zwölf Rennen bestritt die 35-jährige Kölnerin mit Valentin Luz im Doppelzweier, zwölf Mal fuhren sie als Schnellste ins Ziel und sind folglich noch unbesiegt. Das soll auch bei den Weltmeisterschaften so bleiben, die vom 24. bis 30. August in Amsterdam in den Niederlanden stattfinden.
"Die Leistung gibt definitiv Hoffnung für die WM, da wollen wir unsere Serie ausbauen. Es passt sehr gut im Zweier mit Valentin und macht einfach Spaß. Wir haben viel gegenseitiges Vertrauen, arbeiten beide sehr viel – das Gesamtpaket stimmt einfach“, erklärt Marchand. Für die Athletin des RTHC Bayer Leverkusen wird die WM das dritte sportliche Highlight in einem verrückten Jahr. Schließlich ist ihre erste Teilnahme an Paralympischen Winterspielen im Para Skilanglauf erst viereinhalb Monate her (siehe Interview).
Bei der EM in Varese holte die deutsche Nationalmannschaft im Para Rudern neben den beiden Goldmedaillen noch zwei vierte Plätze. Marcus Klemp fuhr zunächst als Fünfter ins Ziel, rutschte aufgrund einer nachträglichen Disqualifikation allerdings noch einen Rang nach vorne. Der neu formierte Mixed-Vierer mit Hermine Krumbein, Jan Helmich, Daniel Müller-Groß, Susanne Lackner und Steuermann Till Martini landete auf Platz vier von vier Booten und muss sich steigern, wenn der Traum von Los Angeles 2028 in Erfüllung gehen soll. Nächster Halt sind Ende August die Weltmeisterschaften, die wiederum zur gleichen Zeit am gleichen Ort stattfinden wie die olympischen Wettbewerbe.
Informationen zum Para Rudern gibt es auf der Plattform parasport.de.
Text: DRV, Ergänzungen DBS
