Aktuelles vom Rudern
Para Rudern-WM: Medaillenchancen und Karriereenden
Mit vier Booten gehen die deutschen Para Ruder*innen bei den Weltmeisterschaften in Shanghai (21. bis 28. September) an den Start. Damit ist das Team von Bundestrainer Marc Stallberg bei den Wettkämpfen – die parallel zu den olympischen Rennen abgehalten werden – in vier von fünf Bootsklassen vertreten. Im Jahr nach den Paralympics sind Prognosen schwierig, doch gerade Kathrin Marchand und Valentin Luz haben im Mixed-Doppelzweier gute Chancen auf eine Medaille.
Der Para Einer PR1
Im PR1 Einer der Männer vertritt Marcus Klemp die deutschen Farben. In dem zwölf Boote starken Feld gehört der Routinier aus Rostock nicht zu den Topfavoriten. Für Klemp und seinen Trainer Lutz Bühnert wäre das Erreichen des A-Finales bereits ein großer Erfolg, aber auch ein erfolgreiches B-Finale könnte sich sehenlassen. So wie bei den Paralympics vergangenes Jahr in Paris, als Klemp Siebter wurde. Der neue Modus ohne Hoffnungsläufe verlangt auch von ihm, gleich voll da zu sein. Die WM-Vorbereitung verlief für Klemp störungsfrei.
Der Mixed-Doppelzweier PR2
Überraschend groß ist mit zehn Booten das Feld im PR2 Mixed-Doppelzweier. Für Jasmina Bier und Paul Umbach liegt der Schwerpunkt in diesem Jahr auf Studium und Beruf. Deshalb ist die WM erst die zweite Regatta, die Beide in diesem Jahr bestreiten. Läuft es so gut wie bei der Europameisterschaft, die Bier/Umbach den Titel einbrachte, dann sollten sie sich in Shanghai auf jeden Fall für das A-Finale qualifizieren. Ob es dort für das von Stephan Froelke betreute Boot auch zum Griff nach einer Medaille reichen kann, bleibt abzuwarten.
Der Mixed-Doppelzweier PR3
Mit Kathrin Marchand und Valentin Luz hat der DRV im PR3 Mixed-Doppelzweier ein heißes Eisen im Feuer. Beide beeindruckten beim EM-Sieg mit einer Fabel-Weltbestzeit, setzten sich auch im internen Ausscheid gegen Jan Helmich und Hermine Krumbein durch und gehören in einem 14 Boote großen Feld nun zu den Titelanwärtern. Die Vorbereitung verlief nach Plan.
Der Mixed-Vierer PR3
Die ehemalige A-Kader-Ruderin Kathrin Marchand stellt sich auch für den gesteuerten PR3-Mixed-Vierer zur Verfügung, der ohne sie nur sehr schwach besetzt hätte starten können. Mit ihr ist die Besetzung mit mindestens zwei Rudernden mit körperlicher Behinderung und maximal zwei Rudernden mit einer Behinderung durch Blindheit regelgerecht. Der Doppelstart stellt Marchand allerdings vor eine Herausforderung, zumal sie im Doppelzweier aufgrund der vielen Starter*innen auch ein Halbfinale bestreiten muss. Im Vierer sitzt die ehemalige A-Ruderin im Bug, gefolgt von Philipp Dosse, der aus dem Doppelzweier gekommenen Hermine Krumbein und Marc Lembeck am Schlag. Gesteuert wird der Vierer von Inga Thöne. Ziel im Acht-Boote-Feld ist erst einmal das Erreichen des A-Finales. „Die Absicherung der vom Deutschen Behinderten-Sportverband vergebenen Kaderplätze und die damit verbundene Förderung hat hier größte Priorität“, sagt Bundestrainer Marc Stallberg. Betreut wird das „PR3-Team“ gemeinsam von ihm und von Ralf Müller.
Cheftrainer Marcus Schwarzrock und Stallberg sind Susanne Lackner dankbar, die ihren WM-Platz im Vierer verlor, sich bei der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung in Ratzeburg aber trotzdem zur Verfügung stellte. Ohne sie wäre dieses PR3-Projekt in China nicht möglich gewesen. Nur so konnten beide Bootsklassen trainieren und entsprechende Wasser-Kilometer sammeln. „Ein sehr nobles Verhalten von Susanne, das hätten nur wenige gemacht“, sagt Marcus Schwarzrock. Für Lembeck und Thöne wird es die letzte große Regatta sein, sie beenden ihre Nationalmannschaftskarriere nach der WM.
Weitere Infos, Ergebnisse und Livestreams gibt es auf der Veranstaltungs-Website
Text: DRV / DBS
Der deutsche WM-Kader im Überblick:
Jasmina Bier (28 / Bremen / RG Hansa Hamburg), Philipp Dosse (23 / Hamburger und Germania Ruder Club), Marcus Klemp (43 / Rostock / ORC Rostock), Hermine Krumbein (21 / Berlin / RK Normania Braunschweig), Marc Lembeck (36 / Solingen / RTHC Bayer Leverkusen), Valentin Luz (30 / Wiesbaden / Frankfurter Rudergesellschaft Germania), Kathrin Marchand (34 / Köln / RTHC Bayer Leverkusen), Inga Thöne (32 / München / Ulmer Ruderclub Donau), Paul Umbach (23 / Neuruppin / RC Nürtingen)
