Aktuelles von den Paralympics

Ohne Paralympics kein Olympia!

Ein Tischtennisspieler ohne Arme, der den Schläger beim Aufschlag im Mund hält Bild vergrößern
Para Tischtennis © Oliver Kremer / DBS

Wussten Sie, dass man auf einem Ski sitzend einen Berg mit über 130 km/h hinunter rasen kann? Oder, dass man trotz Beinprothese 8,40 Meter weit springen kann? Und ist Ihnen bekannt, dass man ohne Arme und Beine schwimmen oder mit dem Mund Tischtennis spielen kann? Menschen mit Behinderung können Unglaubliches leisten. Beim Para-Sport sind Höchstleistungen und menschliche Botschaften vereint. Denn die Athletinnen und Athleten zeigen nicht nur Spitzensport, sondern sie sind auch Mutmacher für die Gesellschaft. Und sie sind Vorbilder für andere Menschen mit und ohne Behinderung.

In dieser Woche wurde die Entscheidung über die Winterspiele 2026 verkündet, die in Italien stattfinden werden. Verfolgt man die Berichterstattung über die Vergabe, so ist in vielen Fällen wieder einmal ausschließlich von Olympischen Spielen die Rede. Doch wer nur von Olympia schreibt, lässt außen vor, dass es Olympische und Paralympische Spiele nur im „Doppelpack“ gibt. Das hat das IOC so beschlossen und aktuell vertraglich bis 2032 festgelegt. Bereits seit 1988 finden Olympische und Paralympische Spiele stets am gleichen Ort und nacheinander statt. Zudem muss seit einigen Jahren das jeweilige Organisationskomitee immer beide Spiele austragen – folglich kann man sich auch nur für beide Spiele bewerben. Beides gehört zusammen, das eine geht nicht ohne das andere. Wer also nur von Olympia spricht, verschweigt das drittgrößte Sportevent der Welt – die Paralympics!

Das ist sehr bedauerlich, schließlich stehen unsere Athletinnen und Athleten den olympischen in Punkto Trainingsfleiß, Einsatzbereitschaft, Motivation sowie Teamgeist in nichts nach – und wer einmal die Paralympics live miterlebt hat, der weiß, welch großartige Faszination davon ausgeht. Nicht nur wegen der UN-Charta zur Inklusion von Menschen mit Behinderung, wozu auch eine gleichgewichtige Berichterstattung gehört, erwarten wir eine angemessene Berücksichtigung in den Medien. Diese Berichterstattung ist sowohl eine große Wertschätzung für die Leistungen unserer Spitzenathleten als auch von unermesslicher Bedeutung für den gesamten Behindertensport in Deutschland. Begleiten Sie diesen großartigen Sport und verleihen Sie damit den Sportlerinnen und Sportlern die Anerkennung, die ihnen zusteht – ob mit emotionalen Geschichten, Reportagen oder auch nur Meldungen unter der Rubrik „Sport in Kürze“.

Die Deutsche Paralympische Mannschaft ist das Aushängeschild des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS), der auch als Dachverband für den Breiten-, Präventions- und Rehabilitationssport sowie die Nachwuchsförderung fungiert. Der DBS steht damit ebenso für Tausende Menschen mit Behinderung, die auf Trainingsplätzen oder in Hallen nahezu unsichtbar ihren Sportarten nachgehen – im Optimalfall in behindertengerechten Sportstätten. Zur Erhaltung ihrer Leistungsfähigkeit und Lebenskraft oder einfach aus Freude, viele auch zur Rehabilitation oder Prävention. Auch sie können Unglaubliches leisten. Ein Blick auf den Sport von Menschen mit Behinderung wäre absolut lohnend. Aus vielen verschiedenen Perspektiven.

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