Aktuelles vom Deutschen Behindertensportverband

Weiterbildungszertifikat Para Sport auch für Leichtathletik

Die Gruppe der weitergebildeten Trainer*innen
Weiterbildungszertifikat Para Sport © DBS

Einmal mehr ging für die Para Leichtathletik kein Weg am Sportzentrum Kienbaum vorbei, denn der letzte Teil der Weiterbildung Para Sport fand Anfang November eben da im Osten Berlins statt. Anlass war der DBS-Herbstlehrgang NK 1/2 der Para Leichtathlet*innen unter Leitung der Nachwuchs-Bundestrainerin Helena Pietsch, bei dem sechs Leichtathletiktrainer hospitieren und anschließend die mündliche Prüfung absolvierten.

Auch wenn mehrere der Teilnehmer*innen bereits praktische Erfahrungen im Feld der Para Leichtathletik gesammelt hatten - als Athlet*innen oder Trainer*innen - war es für die meisten von ihnen die erste Ausbildung im Para Sport bzw. im Bereich des Sports für Menschen mit Behinderung. Entsprechend breit gestreut waren die Ausbildungsinhalte und Referent*innen, sollten doch alle Bereiche der Para Leichtathletik vorgestellt werden:

  • die verschiedenen Startgruppen für die einzelnen Behinderungsformen mit unterschiedlichen Schweregraden
  • das Prozedere der Klassifikation und die besondere Bedeutung des Fairplay-Gedankens im Para Sport
  • die eingesetzten Hilfsmittel bzw. Sportgeräte, von einfachen Orthesen bis zu komplexen Prothesen, von Rollstühlen für Sitzwerfer bis zu windschlüpfrigen Rennrollstühlen
  • das eigene Wettkampfsystem von Landes-, Deutschen, Europa- und Weltmeisterschaften über die eigener Grand Prix-Serie bis hin zu Paralympics
  • die besondere Förderung in paralympischen Zentren und
  • erfolgreiche Trainer*innen, die ihr Fachgebiet in online-Vorträgen und bei Hospitationen vorstellten, dabei Paul Odermatt, Rennrollstuhl-Guru aus der Nordschweiz und Steffi Nerius, langjährige Trainerin von Weitsprung-Alles-Gewinner Markus Rehm

Bei der Weiterbildung waren Cheftrainerin der Para Leichtathletik, Marion Pietsch, und Nachwuchsbundestrainerin Helena Pietsch gleich mehrfach in der Verantwortung und Arbeit: Sie mobilisierten interessierte und geeignete Teilnehmer*innen, sie planten die Themen und Inhalte bzw. das Curriculum mit, sie waren Referentinnen, Mentorinnen und zuletzt Prüferinnen. Dies alles neben dem Tagesgeschäft, das in diesem Jahr nicht zuletzt eine Weltmeisterschaft in Indien beinhaltete, bei der das deutsche Team mit sechs Gold- und fünf weiteren Medaillen erfolgreich abschnitt.

Der DBS tut alles, um dieses Leistungsniveau zu erhalten bzw. auszubauen:

  • er unterstützt die Athlet*innen personell, materiell und finanziell
  • er fördert und erhält die Trainingsinfrastruktur wie die paralympischen Zentren und Bundesstützpunkte
  • er pflegt das Netzwerk der vielen fachkundigen Helfer: Ärzt*innen und Physiotherapeut*innen, orthopädische Schuhmacher und Gerätehersteller, Trainingswissenschaftler*innen und Sportpsycholog*innen
  • Die wohl wichtigste Ressource im Leistungssport sind erfahrene Trainer*innen, die junge Para Athlet*innen an den Leistungssport heranführen und dann auf ihrem Weg an die Spitze fachlich und menschlich begleiten

Das Know-how dieser erfahrenen Trainer*innen zu bewahren und an junge Trainer*innen weiterzugeben, war ein Hauptanliegen der DBS-Weiterbildung Para Sport. Mit den neu gewonnenen, jetzt qualifzierten Trainer*innen sind die Verantwortlichen im DBS zuversichtlich, dass die gute Arbeit der Trainer*innen fortgeführt und das deutsche Team auch bei zukünftigen Meisterschaften erfolgreich abschneiden wird.


Text: Wolfgang Killing