Aktuelles vom Deutschen Behindertensportverband
Vielfalt im Sattel: Wie der Para Reitsport Hürden überwindbar macht
Konzentration, Verantwortung, Vertrauen – kaum ein Para Sport verbindet diese Eigenschaften so unmittelbar wie das Para Reiten. In Deutschland hat es eine wichtige gesellschaftliche, sportliche und inklusive Bedeutung. Der Para Reitsport schafft Teilhabe sowie Chancengleichheit und zeigt, wie nah Leistung und Fürsorge beieinander liegen: zwischen Reiter und Pferd, aber auch in der Gemeinschaft. Ein Team, das diese Haltung seit 2018 sichtbar macht, sind die Golden Riders. Ihr Credo: Alter, Geschlecht oder Behinderung sind keine Barriere.
Kerstin Maubach-Grischkat, Franchise-Unternehmerin bei McDonald’s und Initiatorin der Golden Riders, beschreibt ihre persönliche Verbindung zum Reitsport als Lebenslinie: „Ich habe schon als kleines Kind Pferde geliebt“, erzählt sie. Ein Großvater, der die ersten Ponys auf den Hof brachte; zwei Töchter, die heute erfolgreich reiten und westfälische Meistertitel errungen haben; eine Familie, in der Pferde ebenso dazu gehören wie die Verantwortung, die mit ihnen wächst. Aus der privaten Begeisterung wurde ein gesellschaftliches Engagement. Maubach-Grischkat schloss sich dem internen McDonald’s Netzwerk für Vielfalt an. Auslöser war ein Unfall im Familienumfeld. „Ich habe gemerkt, wie schnell sich das Leben von einer auf die andere Sekunde schlagartig verändern kann", erinnert sie sich. „Es kann jedem passieren. In unserer Welt gibt es immer noch genug Hürden für Menschen mit körperlichen Einschränkungen. Und ich finde, da muss man etwas tun."
Die Golden Riders: Vielfalt im Sattel
Aus dieser Haltung sind die Golden Riders gewachsen, die Maubach-Grischkat zufolge „die Vielfalt unserer Gesellschaft verkörpern“. Mit Mitgliedern von jung bis alt, männlich wie weiblich, mit und ohne körperliche Einschränkungen. Maßgeblich begleitet von Maubach-Grischkats ältester Tochter Vanessa, die einen eigenen Reitbetrieb führt und das Team auf Vielseitigkeitsturniere im Amateursport vorbereitet: Springen, Dressur und Gelände, gemeinsam und inklusiv. Alle zwei Jahre unterstützen die Golden Riders das in Herford stattfindende „German Friendship“-Turnier, bei dem internationale Kinder mit und ohne körperliche Einschränkung im Team mit einem deutschen Partner antreten – inklusive Para Dressurprüfung. 2025 engagiert sich das Team erstmals beim Solo Charity Race der McDonald’s Kinderhilfe Stiftung. Ein weiterer Schritt, der sportliches mit gesellschaftlichem Engagement verbindet.
„Ich finde es generell faszinierend, dass man fast jede Sportart auch mit körperlichen Einschränkungen ausüben kann", sagt Maubach-Grischkat. „Das spiegelt wider, dass Barrieren erst mal nur im Kopf existieren und man diese überwinden kann, wenn man will." Ein Golden-Riders-Jockey, der trotz körperlicher Einschränkung auf Springturnieren startet, zeige das eindrucksvoll, ebenso wie die Para Sport-Dressurreiterinnen und -reiter, die auf nationalen Wettbewerben antreten. „Auch Dinge, die auf den ersten Blick unmöglich erscheinen, sind machbar."
Mit Zusammenhalt jedes Hindernis überwinden – im Sport und im Arbeitsalltag
Der Leitsatz „Mit Zusammenhalt und Teamwork kann man jedes Hindernis überwinden“ prägt auch Maubach-Grischkats Arbeitsalltag bei McDonald’s. „Wir heißen jede Bewerberin und jeden Bewerber willkommen – mit oder ohne Beeinträchtigung.“ So auch Torben Schröder, Schichtführer in einem ihrer Restaurants in Herford. Seit 24 Jahren im Unternehmen steht er für die Haltung „ausprobieren, Verantwortung übernehmen, wachsen“.
„Man kann nicht einfach sagen 'das schaffe ich nicht'. Man muss die Dinge ausprobieren – nur so findet man heraus, was möglich ist", erklärt Schröder. Trotz körperlicher Einschränkung macht er Karriere: vom Restaurant-Mitarbeiter über den Crew-Trainer bis ins Management. Als McDonald's 2021 den Lieferdienst einführte, meldete er sich direkt als Fahrer. Mit einer für ihn angefertigten Lenkhilfe fuhr er kreuz und quer durch Herford.
Was er am Arbeitsalltag schätzt, sind die Vielfalt und das Miteinander. Kolleginnen und Kollegen mit unterschiedlichen Glaubensrichtungen, aus zahlreichen Herkunftsländern oder mit anderen körperlichen Beeinträchtigungen – „bei uns ist das vollkommen egal“, erklärt er. „Wir arbeiten alle zusammen, ziehen alle an einem Strang. Das ist wie eine Familie." Als Ausgleich zum Alltag tankt auch er Kraft in der Bewegung. Zwar nicht im Sattel, dafür in der Natur beim Wandern mit Hund und Familie.
