Aktuelles vom Deutschen Behindertensportverband
Sportpolitisches Frühstück „Para Sport“ bei der SPD-Bundestagsfraktion
Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) zu Gast in Berlin: Beim sportpolitischen Frühstück „Para Sport“ der SPD-Bundestagsfraktion sprach Lukas Niedenzu, stellvertretener DBS-Sportdirektor, über die Entwicklung des paralympischen Sports – und platzierte dabei eine zentrale Forderung des Verbandes: die Förderung auf Augenhöhe für den Para Sport.
„Vier Menschen, die Höchstleistungen erbringen, Grenzen verschieben und ihre ganz eigenen Erfolgsgeschichten schreiben. Vier Geschichten von mehr als 200 Athletinnen und Athleten, die Deutschland bei den Paralympischen Spielen vertreten, die erzählen, was den Para Sport ausmacht.“ – Lukas Niedenzu zeigte den Teilnehmer*innen des sportpolitischen Frühstücks verschiedene Postkarten-Motive mit Geschichten von Athlet*innen, die eine Gemeinsamkeit haben: Sie zeigen sportliche Leistungen auf höchstem Niveau – auf Augenhöhe. Sie zeigen Athlet*innen, die um Hundertstelsekunden kämpfen, weite Wege gehen und sich allen Herausforderungen stellen. Gleichzeitig machte Niedenzu deutlich: „Dafür braucht es Förderung auf Augenhöhe.“
Um das zu erreichen, seien aktuell insbesondere zwei Bedarfe von entscheidender Bedeutung: Ein Ausbau der Duale Karriere Individualförderung (DK-I) als zentrales Förderinstrument für Athletinnen und Athleten mit Behinderung. Dieses trägt dazu bei, strukturelle Unterschiede auszugleichen, die daraus entstehen, dass paralympische Sportlerinnen und Sportler nicht in die klassischen Sportförderstrukturen der Bundeswehr eingebunden werden können. Das Fördermodul feiert im kommenden Jahr sein zehnjähriges Bestehen, ohne dass die Fördersumme seit seiner Einführung angepasst wurde. Im gleichen Zeitraum haben sich die Mittel für die Sportförderstellen hingegen nahezu verdoppelt.
„Die Wirkung dieses Förderinstruments ist eindrucksvoll belegt. Bei den Paralympischen Spielen Paris 2024 wurden 29 der insgesamt 49 deutschen Medaillen von Athletinnen und Athleten gewonnen, die über die DK-I gefördert wurden. Dies entspricht 64 Prozent aller deutschen Medaillengewinne. Gleichzeitig profitierten lediglich 19 Prozent des Team D Paralympics von diesem Förderinstrument", erklärt Niedenzu und fügt an: "Die Zahlen zeigen, dass die DK-I sehr wirksam ist. Doch es wird auch deutlich, dass die vorhandenen Potenziale noch nicht ausgeschöpft werden können.“ Darüber hinaus soll die technologische Wettbewerbsfähigkeit des Para Sports gesichert werden. Denn individualisierte, hochentwickelte Sportgeräte stellen im Para Sport nicht zuletzt aufgrund der vorliegenden Behinderungen einen entscheidenden Leistungsvorteil dar.
Im Anschluss ließ die Veranstaltung Raum für Diskussionen. Besonders im Fokus standen dabei die Nachwuchsförderung und Talentsichtung, die Sicherung der Klassifizierung, barrierefreie Sportstätten und der Zugang zum Sport, Bürokratieabbau sowie die Hilfsmittelversorgung. „Unser herzlicher Dank gilt den Parlamentarierinnen und Parlamentariern sowie dem Bundeskanzleramt für die maßgebliche Unterstützung im Regierungsentwurf des Bundeshaushalts 2027“, sagt Niedenzu abschließend. Der DBS dankt der SPD-Bundestagsfraktion, dass das Thema Para Sport in die Eventreihe aufgenommen wurde und damit Sichtbarkeit für den Sport von Menschen mit Behinderung bringt.
