Aktuelles vom Deutschen Behindertensportverband
Neue Studie: Kraft der Paralympics wirkt bei TV-Zuschauenden besonders stark
Die Paralympischen Spiele leisten einen wichtigen Beitrag für mehr gesellschaftliche Teilhabe und können Einstellungen gegenüber Menschen mit Behinderungen positiv verändern – insbesondere bei Menschen, die die Wettbewerbe regelmäßig im Fernsehen verfolgen. Das zeigen aktuelle Ergebnisse einer vom Internationalen Paralympischen Komitee (IPC) veröffentlichten Studie, die den Einfluss der Paralympischen Winterspiele Mailand Cortina 2026 auf Einstellungen gegenüber Menschen mit Behinderungen untersucht hat. Befragt wurden Menschen in acht Ländern, darunter Deutschland.
Die Ergebnisse für Deutschland verdeutlichen die gesellschaftliche Kraft des Para Sports: Mehr als die Hälfte der Befragten (52 Prozent) gab an, dass die Paralympischen Spiele ihre Sicht auf die Fähigkeiten von Menschen mit Behinderungen positiv beeinflusst haben. Bemerkenswert ist dabei: Bei denjenigen, die die Spiele regelmäßig im Fernsehen verfolgen, liegt dieser Wert sogar bei 81 Prozent.
Auch die Unterstützung für Inklusion wird durch die Paralympischen Spiele positiv beeinflusst. 49 Prozent der Befragten erklärten, dass die Spiele ihre Unterstützung für die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in allen gesellschaftlichen Bereichen verbessert haben. Unter regelmäßigen TV-Zuschauenden steigt dieser Wert ebenfalls auf 81 Prozent. Fast jede zweite befragte Person (47 Prozent) berichtete zudem, dass die Paralympischen Spiele ihre Einstellung gegenüber Menschen mit Behinderungen verändert haben. Bei den regelmäßigen TV-Zuschauenden sind es sogar 82 Prozent.
Idriss Gonschinska: "Studie zeigt, welchen Einfluss die mediale Sichtbarkeit des paralympischen Spitzensports auf die Gesellschaft haben kann"
„Olympische Spiele begeistern die Menschen. Paralympische Spiele verändern sie. Sie zeigen uns, dass gesellschaftlicher Fortschritt dort entsteht, wo Barrieren abgebaut, Chancen eröffnet und Potenziale entfaltet werden. Deshalb ist eine Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele eine Investition in die Zukunft unseres Landes“, betont Idriss Gonschinska, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Behindertensportverbandes, und fügt an: „Die Studie zeigt eindrucksvoll, welchen Einfluss die mediale Sichtbarkeit des paralympischen Spitzensports auf die Gesellschaft haben kann. Es braucht mehr Aufmerksamkeit für den Para Sport, um für mehr Augenhöhe von Menschen mit und ohne Behinderung zu sorgen – im Sport wie im Alltag.“
Das allgemeine Interesse am Para Sport in Deutschland ist hoch. Insgesamt 70 Prozent der Befragten interessieren sich für Para Sport, 22 Prozent davon sogar sehr stark. Gleichzeitig verfügen die Paralympics über eine hohe Bekanntheit: 74 Prozent kennen die Paralympischen Spiele im Sommer, 67 Prozent die Winter-Paralympics.
Für den Deutschen Behindertensportverband unterstreichen die Ergebnisse die Bedeutung von Aufmerksamkeit und medialer Präsenz des Para Sports. Idriss Gonschinska: „Die Studie zeigt, dass Paralympische Spiele einen messbaren Beitrag zu mehr Verständnis, positiveren Einstellungen und einer stärkeren Unterstützung von Inklusion leisten. Sie wirken weit über die sportlichen Wettbewerbe hinaus. Gleichzeitig wird deutlich: Um noch mehr Menschen für den Para Sport zu begeistern und gesellschaftliche Veränderungen nachhaltig voranzutreiben, bleibt weiterhin viel zu tun. Olympische und Paralympische Spiele in Deutschland bieten dafür hervorragende Chancen und würden nachhaltige Impulse für Inklusion, Barrierefreiheit, Teilhabe und gesellschaftlichen Zusammenhalt setzen.“
Ziel sei es, dass der Sport von Menschen mit Behinderung auch außerhalb der Paralympics stärker in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung rückt, betont Gonschinska. „Das trägt dazu bei, dass Menschen mit Behinderungen zunehmend als selbstverständlicher Teil des Leistungssports und der Gesellschaft anerkannt werden. Wir machen uns stark für einen Para Sport auf Augenhöhe.“
