Aktuelles vom Deutschen Behindertensportverband
Interdisziplinärer Austausch stärkt Para Sport: DBS-Tagung Sportmedizin & Klassifizierung
Aktuelle Entwicklungen in der Sportmedizin, Anti-Doping-Arbeit, Klassifizierung sowie der Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis standen im Mittelpunkt der interdisziplinären DBS-Tagung „Sportmedizin & Klassifizierung“, die an der Deutschen Sporthochschule Köln stattfand. Zahlreiche Expert*innen aus Medizin, Physiotherapie, Psychologie und Klassifizierung nutzten die Veranstaltung zum fachlichen Austausch und zur Vernetzung innerhalb des Para Sports.
Bereits zum Auftakt der Tagung wurde deutlich, wie wichtig die enge Zusammenarbeit der unterschiedlichen Fachbereiche für die Weiterentwicklung des paralympischen Sports ist. Neben einem Workshop zum Schutz vor interpersonaler Gewalt im Sport für Klassifizierer*innen und medizinisches Personal beschäftigte sich das Fachgremium Medizin des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) intensiv mit aktuellen Themen der Sportentwicklung.
Im anschließenden Anti-Doping-Block informierten Christoph Berg aus dem Ressort Medizin der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) sowie Prof. Dr. Mario Thevis über die WADA-Verbotsliste 2026 und neueste Entwicklungen in der Dopinganalytik im Para Sport. Die Teilnehmenden erhielten dabei wertvolle Einblicke in aktuelle Herausforderungen und Perspektiven der Anti-Doping-Arbeit.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den medizinischen, physiotherapeutischen und psychologischen Erfahrungen rund um die Paralympics 2026. Mitglieder des Med. Team D berichteten aus ihrer Praxis und gaben Einblicke in die Betreuung der Athlet*innen während der Spiele. Ergänzt wurde das Programm durch einen Fachvortrag zur Sportmedizin, Sportphysiotherapie und Klassifizierung im Para Ski Nordisch von Dr. Lars Meiworm und David Meiworm.
Der zweite Veranstaltungstag stand insbesondere im Zeichen des Wissenstransfers aus Forschung und Praxis. Vorgestellt wurde unter anderem das Projekt „Exzellenzcluster Ausdauer“ (ECA) im Para Sport durch Rainer Kiefer. Darüber hinaus kam die Weltmeisterin Kathrin Marchand in Bezug auf dem Projekt selbst zu Wort und berichtete gemeinsam mit den Verantwortlichen über ihre Erfahrungen und Entwicklungen im leistungsorientierten Training.
Praxisnahe Workshops rundeten das Programm ab. Themen wie sportmedizinische Fallbeispiele aus dem Para Sport, die nationale Klassifizierung im Rahmen eines IAT-Projekts sowie die Bedeutung der mentalen Gesundheit in der Physiotherapie verdeutlichten die Vielschichtigkeit moderner Athlet*innenbetreuung im paralympischen Leistungssport.
Prof. Dr. Anja Hirschmüller, Leitende Sportärztin Leistungssport im DBS: „Mich beeindruckt immer wieder, wie viel Wissen, Erfahrung und Engagement in unserem Netzwerk zusammenkommen.” Die DBS-Tagung 2026 zeigte erneut eindrucksvoll, wie gewinnbringend der interdisziplinäre Austausch zwischen Medizin, Wissenschaft, Physiotherapie und Klassifizierung für die nachhaltige Entwicklung des Para Sports ist. Marc Möllmann, Vorstand Leistungssport des DBS, der die Tagungsteilnehmenden begrüßte, betonte: „Wir sind allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern sehr dankbar für ihr ehrenamtliches Engagement. Ohne ihren Einsatz wäre vieles nicht möglich“. Im Rahmen der Veranstaltung erfolgte auch die Ehrung von Herrn Prof. Dr. Wolfgang Schultz, der für seine langjährige ehrenamtliche Tätigkeit im DBS als DBS-Sportarzt und ehemaliges Mitglied der Kommission Medizin mit der goldenen Ehrennadel, übergeben durch Dr. Vera Jaron, Präsidiumsmitglied des DBS, geehrt wurde.
