Aktuelles vom Rollstuhlbasketball im Deutschen Behindertensportverband
Rollstuhlbasketball-WM: Damen verlieren Viertelfinale gegen Großbritannien
Die deutschen Damen haben es nicht geschafft. Anders als die Herren, haben sie bei der Rollstuhlbasketball-WM in Ottawa ihr Viertelfinale verloren. In der mit zahlreichen Schulklassen besetzten TD Place Arena musste das Team von Bundestrainer Josef Jaglowski gegen Großbritannien mit 38:81 eine klare Niederlage hinnehmen.
Svenja Mayer mit 12 Punkte beste Werferin ihres Teams. Für die Britinnen markierte Jade Atkin die meisten Punkte (23). Jetzt wartet in der Platzierungsrunde der Verlierer aus dem Viertelfinalspiel USA gegen China.
Nach der Niederlage waren dem Team und der Mannschaftsleitung die Enttäuschung deutlich anzusehen. Catharina Weiß, eine der erfahrensten Spielerinnen in der deutschen Mannschaft, musste im Interview auch erst einmal kurz durchatmen, bevor sie auf die Frage nach ihrem Fazit die passenden Worte fand. "Es ist immer hart nach einem Viertelfinale, es ist ein Knock-Out-Game und wir haben es nicht geschafft, es zu gewinnen. Wir hatten zu keiner Zeit das Spiel irgendwie in der Hand gehabt. Heute haben wir alles gegeben, das können wir uns nicht vorwerfen lassen", sagt die 26-jährige Low-Pointerin von ADM Econy Gran Canaria.
Weiß weiter: "Wir haben aber genauso gesehen, dass wir in nächsten Jahren weiter arbeiten müssen. Aktuell sind wir weit weg von Nationen wie Großbritannien. Die haben investiert, die haben hart gearbeitet – da müssen wir hinkommen. Ich glaube jetzt ist es wichtig, dass wir auch daran denken, was in dem Spiel falsch gelaufen ist und daraus unsere Lehren ziehen. Wir müssen zusammen spielen, jeden Ballbesitz müssen wir gut ausspielen – wir können guten Basketball spielen. Daran müssen wir uns nur immer wieder erinnern."
Nach dem Führungstreffer durch Lisa Bergenthal, neben Roli-Ann Neubauer, Catharina Weiß, Svenja Mayer und Annika Sonnleitner in der Starting Five, legten die US-Damen einen schnellen 10:0-Lauf auf den Court und deuteten dabei ihre Treffsicherheit und ihr fahrerisches Können an. Zu oft kamen Jade Atkin und ihre Mitspielerinnen unter den deutschen Korb oder netzten aus der Distanz ein. Trotz der Treffer von Svenja Mayer, Svenja Erni und Roli-Ann Neubauer, zogen die Britinnen vor allem durch die Aktionen von Atkin weiter davon (24:10).
Britinnen mit vielen einfachen Treffern zum Erfolg
Auch im Verlauf des zweiten Viertels zeigte das Team von der Insel keinerlei Ermüdungserscheinungen von dem doppelten Overtime-Spiel gegen die Kanadierinnen am Vortag. Im Gegenteil. Mit viel Tempo und schnellen Ballstafetten fuhren sie die Punkte ein, während es aus deutscher Sicht über vier Minuten dauerte, bis Svenja Erni den ersten Treffer in diesem Spielabschnitt markieren konnte, 12:28 (15.).
Joy Haizelden, war es schließlich, die zweieinhalb Minuten vor der Halbzeitsirene den Vorsprung für ihre Farben auf fast 20 Punkte stellte, den Mayer und Neubauer vor dem Seitenwechsel noch auf minus 15 drücken konnten (20:35)
Lena Knippelmyer eröffnete mit ihren Korb zum 22:35 dann das dritte Viertel, in dem sich die Britinnen das Spiel endgültig sicherten. Immer wieder gelang es ihnen, mehrere Treffer hintereinander in den gegnerischen Korb zu setzen, auch weil aus der deutschen Defensive zu wenig Druck auf die Werferinnen erfolgte und die eigenen Würfe oft zu unpräzise waren. Mit 24:12 ging der Abschnitt schließlich deutlich an die Britinnen, auch wenn die deutschen Damen ihre Läufe immer wieder mit eigenen Treffern unterbinden konnten.
Vor dem letzten Viertel war der Vorsprung auf 27 Punkte angewachsen, 32:59 war auf der Anzeigetafel zu lesen. Aus deutscher Sicht sollten nicht mehr viele Punkte dazu kommen. Svenja Erni, Annika Sonnleitner und Marie Kier konnten noch einmal punkten, während dem Team GB noch 21 Korbpunkte gelangen, die zum 81:38-Endstand führten.
Deutschland
Svenja Mayer (12, Nürnberg Falcons), Roli-Ann Neubauer (8, Alba Berlin), Svenja Erni (6, Doneck Dolphins Trier), Annika Sonnleitner (4, Iguanas München), Anne Patzwald (2, AS Briantea84), Lena Knippelmeyer (2, RSC Osnabrück), Lilly Sellak (Nürnberg Falcons), Lisa Bergenthal (2, RBC Köln 99ers), Leyla Stähler (Hannover United), Marie Kier (2, RSB Thuringia Bulls), Catharina Weiß (ADM Econy Gran Canaria), Annika Sonnleitner (4, Iguanas München), Anne Patzwald (2, AS Briantea84), Verena Meyer (Nürnberg Falcons).
Großbritannien
Jade Atkin (23 Punkte), Joy Haizelden (18), Bobyn Love (14), Laurie Williams (6), Lucy Robinson (5), Sophie Carrigill (3), Alice McAffie (2), Charlotte Moore (2), Amy Conroy, Katie Morrow, Maddison Martin, Judith Hamer (n.e.).
