Aktuelles vom Rollstuhlbasketball im Deutschen Behindertensportverband
Rollstuhlbasketball: Deutsche Herren sammeln in Köln wichtige Erkenntnisse
Mit einem Erfolgserlebnis schloss die deutsche Herren-Nationalmannschaft im Rollstuhlbasketball den Nations Cup Cologne (NCC) ab. Der 79:36 Sieg gegen das NCC-Auswahlteam bedeutete Platz sieben in der Gesamtwertung, nachdem es zuvor vermeidbare Niederlagen, aber auch einen Sieg gegen Favoriten Großbritannien gegeben hatte. Wichtiger als die Ergebnisse waren Bundestrainer Jan Haller aber die Erkenntnisse für die kommende EM.
Zum Schluss des Acht-Nationen-Turniers in Köln zeigte der Gastgeber noch mal eine richtig starke Leistung. Das Team von Bundestrainer Jan Haller sicherte sich im Spiel um Platz sieben einen hochverdienten 79:36 (22:14, 38:27, 56:30)-Sieg gegen die NCC-Auswahl, die für die kurzfristig abgesprungenen Franzosen am Turnier teilnahmen.
Nach einem guten Start des NCC-Teams setzte sich das deutsche Team kontinuierlich ab und ging über 22:14 nach dem ersten Viertel mit 38:27 in die Halbzeitpause. Nach dem Seitenwechsel zogen die deutschen Korbjäger das Tempo nochmal an und sorgten im dritten Viertel für eine Vorentscheidung, ehe Julian und Maximilian Lammering zusammen mit Thomas Reier mit ihren 23 Punkten im letzten Spielabschnitt den Endstand herstellten. Bester Korbschütze im Team Germany war Julian Lammering mit 17 Punkten. Für das NCC-Team brachte Oliver Jantz die meisten Punkte auf das Scoreboard (15).
„Im Spiel gegen das NCC-Team konnten wir die Minuten gut verteilen und 51 Punkte von der Bank erzielen“, freut sich Jan Haller, dass das Team auch leistungsmäßig weiter zusammenwächst.
Erkenntnisse sind wichtiger als die reinen Ergebnisse
Am Ende seien für ihn und sein Trainerteam die einzelnen Ergebnisse weniger wichtig gewesen, sondern eher die Erkenntnisse und die Entwicklung, die das Trainerteam damit jetzt vorantreiben könne. „Als Gesamtfazit des Nations Cup Cologne können wir festhalten, dass wir viele Eindrücke sammeln konnten, die wichtig sind auf dem Weg nach Sarajevo“, so Haller weiter. „Es gab viele gute Momente, aber auch Spielphasen, aus denen wir lernen müssen. Dafür sind Testspiele zu diesem Zeitpunkt der Vorbereitung da.“ Da es sich bei dem Turnier um den ersten wirklichen Auftritt mit dem EM-Kader gehandelt habe, könne man aus den Tagen in Köln insgesamt sehr viele Dinge mitnehmen.
„Wir müssen Wege finden, besser ins Spiel zu starten“
„Ergebnistechnisch wurmen uns die Niederlagen gegen Israel und Japan natürlich schon. Beide Teams haben uns hier vor Aufgaben gestellt, für die wir erst spät im Spiel Lösungen gefunden haben. Da müssen wir Wege finden, besser in Spiele zu starten“, betont Jan Haller. Der Trainer hatte jedoch auch positives bei seiner Mannschaft gesehen: „Am Freitagabend gegen ein Spitzenteam wie Großbritannien einen 17-Punkte-Rückstand aufzuholen und nach Overtime zu gewinnen, hat aber auch gezeigt, zu was diese Mannschaft fähig ist. Die Mentalität der Jungs war über das gesamte Wochenende sehr gut.“
Großes Lob fand Haller auch für den Ausrichter Köln 99ers, die aus seiner Sicht wieder ein hervorragend organisiertes Turnier auf die Beine gestellt haben. „Ein ganz großes Dankeschön an die Kölner. Dass wir hier in unserem eigenen Land so ein Turnier spielen können, gegen so viele Topnationen, das ist wirklich Luxus für uns“, sagte Haller abschließend.
Trainingslager in Bordeaux bildet Abschluss
Für das deutsche Team steht als Nächstes ein längeres Camp in Kienbaum und Bernau auf dem Programm. Ein gemeinsames Trainingslager in Bordeaux mit Länderspielen gegen Frankreich und die Schweiz Ende September markiert den Schlusspunkt der Vorbereitung für die Europameisterschaft in Sarajevo (Bosnien-Herzegowina) vom 07. bis 19. Oktober.
Text: DRS / DBS
