Aktuelles vom Para Radsport im Deutschen Behindertensportverband
Top-Platzierungen, Herzschlagfinale und eine Medaille: WM-Silber für Quellhorst
Die deutsche Para Radsport-Nationalmannschaft bleibt bei der Straßen-WM im amerikanischen Huntsville auf Erfolgskurs. Am zweiten Wettkampftag sicherte sich Marie Quellhorst in der C3-Klasse Silber im Zeitfahren und gewann damit die vierte Medaille für das Team von Bundestrainer Gregor Lang. Zahlreiche Top-10-Platzierungen, darunter zwei vierte Plätze, stimmen optimistisch für die ab Sonntag startenden Straßenrennen.
Für den Höhepunkt des Tages sorgte Marie Quellhorst gleich am Samstagvormittag Ortszeit: Nach 14,6 Kilometer und 20:45,24 Minuten fuhr die 27-Jährige über die Ziellinie und sicherte sich zum zweiten Mal den Vize-Weltmeistertitel, den sie bereits bei ihrem Debüt im Vorjahr völlig überraschend errang. Bitter, dass sie lediglich 1,8 Sekunden (im Durchschnitt 0,06 Sekunden pro Kilometer) hinter der Siegerin Xiaomei Wang aus China lag. Quellhorst wirkte dennoch gelöst: „Ich bin überglücklich, dass ich die Medaille gewonnen habe. Bei dieser Hitze war es ein unglaublich hartes Rennen. Zum Ende hin war ich sehr erschöpft. Die letzte Kurve bin ich dann nicht mehr perfekt gefahren – vielleicht war das das fehlende Quäntchen.“ Bundestrainer Gregor Lang lobte: „Das ist eine Top-Leistung. Marie ruft zuverlässig alles ab und ist in Bestform. Wir gehen unseren Weg genau so weiter.“
Starke Vorstellungen in den Zweirad-Klassen
In der Klasse C1 fuhren der fünfmalige Paralympics-Sieger Michael Teuber und Pierre Senska auf die Plätze fünf und sechs. Teuber: „Wir haben beide alles reingelegt, was heute ging. Für mich bestätigt sich bei dieser WM meine aufsteigende Form. Im Straßenrennen am Montag kann es Richtung Top Fünf gehen, aber man weiß vorher nie, welchen Verlauf das Rennen nimmt. Man muss zur richtigen Zeit in der richtigen Gruppe sein.“
Vanessa Laws (C4) fuhr am Samstagnachmittag über 29,2 Kilometer in 43:57,49 Minuten auf einen sehr guten vierten Rang. Der 30-jährige Jakob Klinge belegte in der stark besetzten C5-Klasse den siebten Platz. Auch die Tandem-Duos überzeugten am Nachmittag über 29,2 Kilometer: Anja Renner und Pilotin Antonia Milowsky verpassten das Podest mit Rang vier nur knapp (38:50,67 Minuten). „Die Konkurrenz bei den Frauen-Tandems ist stark. Gleichzeitig kommen Antonia und ich aus dem Para Triathlon und sind keine Spezialistinnen, insofern ist es für uns eine sehr, sehr gute Platzierung. Im Straßenrennen werden die Karten dann neu gemischt. Die längeren Distanzen liegen uns noch mal besser.“ Dahinter platzierten sich Leonie Walter, die noch vor einem halben Jahr bei den Winter-Paralympics auf Medaillenjagd ging, und Pilotin Corinna Lechner auf Rang sechs. „Unter die besten Acht zu fahren wäre schon super gewesen, dass wir jetzt sogar Sechste sind, ist fantastisch“, sagte Lechner.
Nach den beiden Wettkampftagen im Zeitfahren hat das deutsche Team damit viermal Edelmetall gesammelt: einmal Gold, einmal Silber und zweimal Bronze. Am Sonntag (6. September) stehen die ersten Straßenrennen der Handbikes und Dreiräder an. Unter anderem sind der frischgebackene Weltmeister Maximilian Jäger, Angelika Dreock-Käser und Jana Majunke (alle T2) sowie ein deutsches H3-Trio um Bronze-Gewinner Daniel Ulmann am Start.
Text: Jessica Balleer / DBS
Der deutsche Kader bei der Para Radsport-WM in Huntsville:
Angelika Dreock-Käser (59 / Bremervörde / BPRSV), Johannes Hänle (31 / Stuttgart / RSKV Tübingen), Johannes Herter (43 / Lemgo / RSV Tempo Linie), Maximilian Jäger (26 / Bad Kissingen / BPRSV), Jakob Klinge (30 / Erlangen / RC Herpersdorf), Vanessa Laws (22 / Ludwigsfelde / BPRSV), Jana Majunke (36 / Cottbus / BPRSV), Marie Quellhorst (27 / Minden / BPRSV), Anja Renner (40 / Neuburg a.d. Donau / RSV Irschenberg) mit Antonia Milowsky, Manuel Scheichl (45 / Rotthalmünster / RSLC Holzkirchen), Pierre Senska (38 / Berlin / BPRSV), Michael Teuber (58 / Tegernsee / BSV München), Daniel Ulmann (45 / Freiburg / GC Nendorf), Leonie Walter (23 / SC St. Märgen / Sankt Märgen) mit Pilotin Corinna Lechner
Die deutschen WM-Medaillengewinner*innen:
Gold: Maximilian Jäger (Zeitfahren, T2)
Silber: Marie Quellhorst (Zeitfahren, C3)
Bronze: Angelika Dreock-Käser (Zeitfahren, T2), Daniel Ulmann (Zeitfahren, H3)
