Aktuelles vom Para Radsport im Deutschen Behindertensportverband
Para Radsport-WM: Historischer Erfolg und zwei Mal Silber zum Abschluss
Mit Silber im Mixed-Team-Sprint sorgten die beiden deutschen Tandems am letzten Wettkampftag der Bahnrad-WM für einen historischen Erfolg: Erstmals gewann ein deutsches Team eine Medaille in diesem Wettbewerb. Abgerundet wurde der erfolgreiche Abschlusstag durch Silber im Sprint der C3-Klasse von Marie Quellhorst. Damit beenden die deutsche Para Radsportler*innen die WM im niederländischen Apeldoorn mit insgesamt fünf Medaillen.
Für einen gelungenen Abschluss der Weltmeisterschaften sorgten die beiden deutschen Tandems um Maya Fügenschuh mit Pilotin Corinna Lechner sowie Marc Lembeck mit Pilot Robert Förstemann. Im Mixed-Team-Sprint fuhren sie zur Silbermedaille und sorgten damit für einen der Höhepunkte aus deutscher Sicht. Es war die erste deutsche Medaille in diesem Wettbewerb jemals. „Das war unser erster Team-Sprint mit den Jungs, das ist schon etwas Besonderes. Wir hätten dieses Ergebnis auch nicht erwartet und sind total zufrieden mit der Silbermedaille“, freute sich die erst 17-jährige Maya Fügenschuh über ihre erste WM-Medaille. Auch für den erfahrenen Piloten Robert Förstemann, der erst seit einem Jahr zusammen mit Marc Lembeck fährt, war dies ein großer Erfolg: „Das hat total viel Spaß gemacht, wir sind Vize-Weltmeister! Hätte uns das jemand im Vorfeld gesagt, das hätten wir nicht geglaubt.“
Mindestens ebenso groß war die Freude bei Marie Quellhorst. Die 27-Jährige sicherte sich im abschließenden Sprint der C3-Klasse die Silbermedaille und krönte damit eine starke WM. Drei Medaillen bei ihrer ersten Bahn-WM hätte Marie Quellhorst im Vorfeld wohl sofort unterschrieben. Auch Bundestrainer Gregor Lang zeigte sich von ihren Leistungen beeindruckt: „Hätte mir jemand vor wenigen Tagen gesagt, dass Marie Quellhorst Vize-Weltmeisterin im Sprint wird, hätte ich das nicht geglaubt“, ordnete Lang die Erwartungen vor der WM ein. Auch Lara Wolleschensky präsentierte sich im Sprint der C3-Klasse erneut in überzeugender Form. Zwar verpasste sie nach ihrer langen Verletzungspause den Einzug ins Medaillenfinale, unterstrich mit der fünftschnellsten Zeit jedoch ihr großes Potenzial.
In den weiteren Wettbewerben des Abschlusstages erreichte Manuel Korber (C3) Rang fünf im Scratch. Vanessa Laws (C4) wurde Sechste im Eliminationsrennen, während Jakob Klinge (C5) das Scratch-Rennen auf Platz zwölf beendete. Für den mehrfachen Paralympics-Sieger Michael Teuber verlief die WM unglücklich, er stürzte beim Einfahren zum Scratch-Rennen. Zwar konnte er den Wettbewerb noch beenden, musste aufgrund leichter Verletzungen jedoch auf weitere Starts verzichten.
Auch wenn der Sprung auf die oberste Stufe des Podests in Apeldoorn ausblieb, fällt die Bilanz des deutschen Teams äußerst positiv aus. Fünf Medaillen, sechs vierte Plätze und zahlreiche Finalplatzierungen unterstreichen die starken Leistungen sowie die positive Entwicklung im deutschen Para Radsport auf der Bahn. Auch Bundestrainer Gregor Lang zeigte sich sehr zufrieden, mit fünf Medaillen hätte er im Vorfeld nicht gerechnet: „Es gab einige Fragezeichen vor dieser WM, Lara Wolleschensky war lange verletzt und für Maya Fügenschuh war es der erste große Wettkampf überhaupt. Die fünf Medaillen sind ein super Erfolg und ich bin auch trotz der vielen vierten Plätze sehr glücklich, weil wir auf jeden Fall in die richtige Richtung gehen und an der Weltspitze dran sind!“
Alle Medaillenerfolge des deutschen Para Radsport-Teams:
Silber: Marie Quellhorst (C3) im Ausscheidungsrennen, Marie Quellhorst (C3) im Sprint, Maya Fügenschuh mit Corinna Lechner und Marc Lembeck mit Robert Förstemann (B) im Team-Sprint
Bronze: Marie Quellhorst (C3) im Scratch, Lara Wolleschensky (C3) im Ausscheidungsrennen
Text: Marie Berwinkel/ DBS
Das deutsche Aufgebot für die Para Radsport-WM auf der Bahn in Apeldoorn:
Jakob Klinge (30 Jahre / Erlangen / RC Herpersdorf 1919 e.V. / C5), Manuel Korber (37 Jahre / Mallersdorf / BSV München e.V. / C3), Vanessa Laws (22 Jahre / Ludwigsfelde / BPRSV e.V. / C4), Maya Fügenschuh (17 Jahre / Kempten / SV Kirchzarten e.V. / B – Tandem) mit Corinna Lechner (32 Jahre / Fürstenfeldbrück / SV Aufbau Altenburg e.V. / B), Marc Lembeck (37 Jahre / Solingen / RSV Werner Otto Berlin e.V. / B) mit Robert Förstemann (40 Jahre / Greiz / RSV Werner Otto Berlin e.V. / B), Marie Quellhorst (27 Jahre / Minden / BPRSV e.V. / C3), Michael Teuber (58 Jahre / Tegernsee / BSV München e.V. / C1), Lara Wolleschensky (29 Jahre / Apolda / BPRSV e.V. / C3)
