Aktuelles vom Para Radsport im Deutschen Behindertensportverband
Para Radsport: WM-Bronze bei der Bahn-Premiere
Marie Quellhorst hat am ersten Tag der Para Radsport-Weltmeisterschaften auf der Bahn für die erste deutsche Medaille gesorgt. In ihrem ersten WM-Rennen auf der Bahn überhaupt zeigte sich die 27-Jährige im Scratch der Startklasse C3 angriffslustig und raste im Velodrom im niederländischen Apeldoorn auf den dritten Platz.
„Ich bin wirklich sehr happy mit Bronze und hätte nicht damit gerechnet, dass ich in meinem ersten WM-Rennen auf der Bahn direkt eine Medaille gewinne“, freute die Athletin des BPRSV Cottbus sich nach dem gelungenen Auftakt in die WM. Von Beginn an setzte Marie Quellhorst dem Rennen ihren Stempel auf und attackierte immer wieder. Ihren letzten Angriff konnten nur noch die Französin Tifany Huot Marchand und die Chinesin Xiaomei Wang kontern, die sich am Ende in einem Foto-Finish die Ränge eins und zwei sicherten. Dahinter jubelte Quellhorst über die Bronzemedaille - erstmals auf der Bahn, nachdem sie 2025 und 2026 jeweils Vize-Weltmeisterin im Zeitfahren auf der Straße wurde.
„Es war sehr hart, aber unser Plan ist aufgegangen, so dass Lara und ich immer wieder attackiert haben. Ich denke, dass in den nächsten Jahren auch noch etwas mehr drin sein kann", analysierte Quellhorst. Lara Wolleschensky fuhr bei ihrem Comeback nach langer Verletzungspause im selben Rennen als Sechste ins Ziel und trug maßgeblich zu Quellhorsts Medaillenerfolg bei. „Wir wollten das Rennen bewusst aktiv angehen und mit zwei deutschen Fahrerinnen auch unsere Taktik umsetzen. Lara hat sich als super Teamplayerin erwiesen und hat ihre wiederkehrende Form dafür genutzt, ihre Zimmergenossin Marie zu unterstützen“, lobte Bundestrainer Gregor Lang das Duo.
Knapp an ihrer ersten WM-Medaille vorbeigeschrammt ist Vanessa Laws, sie verpasste als Vierte im Scratch der Klasse C4 das Podium nur hauchdünn um wenige Zentimeter. Eine starke Leistung zeigte auch das neue Tandem mit Winter-Paralympics-Teilnehmerin Maya Fügenschuh und Pilotin Corinna Lechner. Beim WM-Debüt zog das deutsche Duo im Zeitfahren über 1000 Meter überraschend ins Finale ein und landete auf dem sechsten Platz. „Die Ergebnisse des ersten Tages machen natürlich Spaß und bringen uns Hoffnung für die Zukunft. Vor allem das Tandem mit Maya Fügenschuh und Corinna Lechner hat uns positiv überrascht“, hob Bundestrainer Lang die Leistungen von Fügenschuh und Lechner hervor. Der eigentliche Fokus der beiden liegt jedoch auf den 4000 Metern am heutigen Freitag.
Für Manuel Korber (C3) im Sprint und Jakob Klinge (C5) im 1000-Meter-Zeitfahren hat es bei ihren ersten Auftritten dieser WM trotz guter Leistungen noch nicht für einen Finaleinzug gereicht. Klinge nutzte daraufhin hingegen direkt seine zweite Möglichkeit und sorgte mit seinem zweiten Rennen des Tages für den ersten Finaleinzug: Als Zweiter seiner Qualifikationsgruppe erreichte er das Finale für das heutige Eliminationsrennen souverän. Für den Routinier und mehrfachen Paralympics-Sieger Michael Teuber beginnen die Weltmeisterschaften heute mit dem Scratch-Rennen der Klasse C1. Des Weiteren starten Marie Quellhorst, Lara Wolleschensky, Vanessa Laws und Manuel Korber im Zeitfahren über 1000 Meter.
Text: Kevin Müller / DBS
Das deutsche Aufgebot für die Para Radsport-WM auf der Bahn in Apeldoorn:
Jakob Klinge (30 Jahre / Erlangen / RC Herpersdorf 1919 e.V. / C5), Manuel Korber (37 Jahre / Mallersdorf / BSV München e.V. / C3), Vanessa Laws (22 Jahre / Ludwigsfelde / BPRSV e.V. / C4), Maya Fügenschuh (17 Jahre / Kempten / SV Kirchzarten e.V. / B – Tandem) mit Corinna Lechner (32 Jahre / Fürstenfeldbrück / SV Aufbau Altenburg e.V. / B), Marc Lembeck (37 Jahre / Solingen / RSV Werner Otto Berlin e.V. / B) mit Robert Förstemann (40 Jahre / Greiz / RSV Werner Otto Berlin e.V. / B), Marie Quellhorst (27 Jahre / Minden / BPRSV e.V. / C3), Michael Teuber (58 Jahre / Tegernsee / BSV München e.V. / C1), Lara Wolleschensky (29 Jahre / Apolda / BPRSV e.V. / C3)
