Aktuelles vom Para Radsport im Deutschen Behindertensportverband
Para Radsport: Doppelschlag der Damen im Ausscheidungsrennen
Marie Quellhorst und Lara Wolleschensky haben bei der Para Radsport-WM auf der Bahn die Medaillen zwei und drei für das deutsche Team gewonnen. Im Ausscheidungsrennen (C3) sicherte sich Quellhorst Silber, Wolleschensky jubelte im niederländischen Apeldoorn über Bronze. Die Tandems der Damen und Herren schrammten derweil knapp am Podium vorbei.
Silber und Bronze in einem Rennen – die deutschen Damen der Klasse C3 lieferten im Ausscheidungsrennen einen überragenden Wettkampf. Marie Quellhorst führte das Feld lange von vorne an und gewann bei ihrer WM-Premiere auf der Bahn die zweite Medaille: Silber – nachdem sie zuvor im Scratch schon Dritte wurde. „Ich hatte vor dem Rennen echt ultra Angst. Es war mein erstes Elimination Race, da geht es immer richtig zur Sache, das sieht man ja auch im Fernsehen. Mit der Silbermedaille bin ich super zufrieden, damit habe ich nicht gerechnet“, sagt Marie Quellhorst.
Auch Lara Wolleschensky zeigte ein starkes Rennen und belohnte sich mit der Bronzemedaille. Für sie ist es die erste internationale Medaille ihrer Karriere. Sie erklärt: „Mit der Medaille habe ich absolut nicht gerechnet. Ich sitze hier bei der WM nach langer Verletzungspause wieder auf dem Rad und wollte eigentlich nur schauen, wie es läuft. Ich habe mir vorgenommen, vorne mitzufahren. Dass es dann so lange klappt, war überraschend. Ich bin Runde für Runde weitergefahren und habe immer nur mitbekommen, dass andere Fahrerinnen ausgeschieden sind. Dass wir dann plötzlich nur noch zu dritt waren, habe ich erst gemerkt, als die beiden vor mir fuhren und niemand mehr neben mir war.“
Mit Spannung erwartet wurde der erste WM-Auftritt von Marc Lembeck und Pilot Robert Förstemann. Im Sprint erreichte das Tandem das kleine Finale, unterlag den Australiern jedoch in zwei Läufen. Somit landeten Lembeck und Förstemann bei ihrer Premiere auf dem vierten Rang.
Das Tandem der Damen um Maya Fügenschuh und Pilotin Corinna Lechner schaffte es im Sprint ebenfalls ins kleine Finale, in dem die britischen Konkurrentinnen allerdings zu stark waren. Dennoch liefert das Duo bei ihrer ersten gemeinsamen WM richtig ab: Es ist der zweite vierte Platz im dritten Wettbewerb, einmal wurde es Rang sechs. Vanessa Laws (C4) scheiterte im Sprint im Halbfinale, Manuel Korber (C4) fuhr im Ausscheidungsrennen auf den fünften Platz.
Bundestrainer Gregor Lang: „Wir haben uns sehr über die beiden Medaillen im Elimination Race gefreut. Vor allem für Lara Wolleschensky war es nach langer Verletzungspause überraschend, für sie selbst aber auch sehr wichtig. Sie hat es von Runde zu Runde einfach super gemacht. Zudem waren wir sehr überrascht über den vierten Platz von Maya Fügenschuh und Corinna Lechner im Sprint. Damit haben wir so nicht gerechnet, da die beiden über die längeren Strecken ihre Stärken haben. Sie waren nach dem Rennen auch erstmal enttäuscht, so knapp am Podium vorbeizufahren. Aber ich bin happy und sehr zufrieden mit der Leistung.“
Am Sonntag steht der letzte Tag der Bahnrad-WM im niederländischen Apeldoorn an. Die Final-Session beginnt um 13 Uhr. Die Wettbewerbe werden auf dem YouTube-Kanal von UCI Cycling im Livestream gezeigt.
Das deutsche Aufgebot für die Para Radsport-WM auf der Bahn in Apeldoorn:
Jakob Klinge (30 Jahre / Erlangen / RC Herpersdorf 1919 e.V. / C5), Manuel Korber (37 Jahre / Mallersdorf / BSV München e.V. / C3), Vanessa Laws (22 Jahre / Ludwigsfelde / BPRSV e.V. / C4), Maya Fügenschuh (17 Jahre / Kempten / SV Kirchzarten e.V. / B – Tandem) mit Corinna Lechner (32 Jahre / Fürstenfeldbrück / SV Aufbau Altenburg e.V. / B), Marc Lembeck (37 Jahre / Solingen / RSV Werner Otto Berlin e.V. / B) mit Robert Förstemann (40 Jahre / Greiz / RSV Werner Otto Berlin e.V. / B), Marie Quellhorst (27 Jahre / Minden / BPRSV e.V. / C3), Michael Teuber (58 Jahre / Tegernsee / BSV München e.V. / C1), Lara Wolleschensky (29 Jahre / Apolda / BPRSV e.V. / C3)
