Aktuelles vom Para Bogensport im Deutschen Behindertensportverband
Para Bogensport: Flora Kliem mit deutschem Rekord zum DM-Titel
Perfekte äußere Bedingungen, erstklassige Infrastruktur und herausragende sportliche Leistungen: Die Deutschen Meisterschaften im Para Bogensport im Freien haben für sportliche Glanzpunkte gesorgt. Auf der Anlage des Bogensportzentrums des Hammer Sportclub traten insgesamt 144 Bogenschütz*innen in 45 Kategorien mit den Bogenarten Recurve, Compound und Blankbogen an. Dabei machte besonders Paralympics-Teilnehmerin Flora Kliem auf sich aufmerksam.
Turnierleiter und DBS-Abteilungsleiter Alexander Sturm zog ein durchweg positives Fazit über die Meisterschaften in Westfalen: „Das war eine super Infrastruktur sowie super Bedingungen, die wir in Hamm vorgefunden haben mit großer Unterstützung seitens des Vereins. Daher sind wir vollumfänglich zufrieden.“ Im sportlichen Mittelpunkt des Wochenendes standen vor allem die Wettbewerbe der paralympischen Startklassen, allen voran der Recurve-Konkurrenz der Damen (ARST/W2). Nachdem die beiden deutschen EM-Teilnehmerinnen Flora Kliem (ASC Göttingen) und Jule Lammers (BSC Werlte) im Vorjahr aufgrund einer zeitgleichen Weltcup-Teilnahme bei der DM gefehlt hatten, kehrten sie in diesem Jahr auf die nationale Meisterschaftsbühne zurück.
Flora Kliem bricht über zehn Jahre alten deutschen Rekord
Dabei zeigte sich Paralympics-Teilnehmerin Flora Kliem in bestechender Verfassung. Die 27-Jährige sicherte sich mit herausragenden 593 Ringen nicht nur souverän den deutschen Meistertitel, sondern stellte zugleich eine neue historische Bestmarke auf. Mit zwölf Ringen Vorsprung übertraf Kliem den zehn Jahre alten deutschen Rekord der ehemaligen Ausnahmeathletin Jennifer Heß. „Das war ein Riesenerfolg und eine klasse Leistung von Flora“, zeigte sich Alexander Sturm begeistert über die Demonstration sportlicher Klasse.
Den Vizemeistertitel sicherte sich ihre Nationalmannschaftskollegin Jule Lammers, die mit 550 Ringen ebenfalls ein starkes Ergebnis erzielte und nach dem gemeinsamen EM-Auftritt im Frühjahr in Rom erneut ihr großes Potenzial unterstrich. Auf Rang drei landete Vorjahressiegerin Sarah Walbröhl (SV Stoppelmarkt) mit 481 Ringen vor Annika Plützer (BogenTeam Cölln e.V., 330 Ringe).
Kaderathletinnen als Vorbilder und Ratgeberinnen an der Schießlinie
Neben den Spitzenleistungen auf der Scheibe trugen die beiden Nationalkader-Schützinnen auch maßgeblich zur besonderen Stimmung bei den Titelkämpfen bei. Sturm hob das Miteinander ausdrücklich hervor: „Sie haben sich super in das Teilnehmerfeld eingefügt und für eine sehr schöne Atmosphäre gesorgt, Tipps gegeben und unterstützt.“ So profitierten vor allem die Nachwuchs- und Breitensportler*innen vom direkten Austausch mit den Aushängeschildern des deutschen Para Bogensports.
In den weiteren paralympischen Wertungsklassen boten die Titelkämpfe ebenfalls hochklassigen Sport. Bei den Recurve-Herren (ARST/W2) sicherte sich Simon Häberlin vom BSV Teningen mit 531 Ringen den Meistertitel. Bei den Senioren A Recurve (ARST/W2) setzte sich Marco Breyer (BSC Bergkamen) mit starken 606 Ringen an die Spitze des Feldes.
In den Compound-Konkurrenzen überzeugte unter anderem Paralympics-Routinier Uwe Herter (VfL Sindelfingen), der sich sowohl in der W1-Herren-Klasse (591 Ringe) als auch bei den Compound Master (ARST/W2) mit 631 Ringen den DM-Titel holte. Bei den Damen im Compound (ARST/W2) triumphierte Ines Krehbiel (SV Schopp, 568 Ringe), die sich am selben Wochenende auch den Titel im Blankbogen (ARST/W2, 496 Ringe) sicherte. Bei den Blankbogen-Herren (ARST/W2) setzte sich Waldemar Diener (RSG Koblenz) mit 588 Ringen durch. Auch die kontinuierlich wachsende Startklasse ID (Athlet*innen mit intellektueller Beeinträchtigung) lieferte beachtliche Resultate: Im Recurve-Bogen siegte Pauline Schäfer (BSV-Salzwedel, 595 Ringe), während sich Leonie Schmidt (SV Erfurt West) mit starken 631 Ringen den Titel im Blankbogen sicherte.
Die Ergebnisse der deutschen Meisterschaften in den Para Sportarten werden von der Heinz-Kettler-Stiftung (HKS) präsentiert, um die Aufmerksamkeit für die deutschen Meisterschaften zu erhöhen und die außergewöhnlichen Leistungen der Athlet*innen sichtbarer zu machen. Die HKS wurde von Heinz Kettler und seiner Tochter Dr. Karin Kettler bereits im Dezember 1999 gegründet, um Sportler*innen mit Behinderung in ihrer Sportausübung zu unterstützen und den Inklusionsgedanken in die Praxis umzusetzen.
Text: Moritz Jonas / DBS
