Aktuelles vom Para Bogensport im Deutschen Behindertensportverband
Para Bogensport-EM: Die erhoffte Medaille verpasst
Bei den Europameisterschaften im Para Bogensport in Italiens Hauptstadt Rom haben Flora Kliem und Jule Lammers die erhoffte Medaille im Double-Wettbewerb verpasst. Im entscheidenden Duell um Bronze unterlag das deutsche Duo gegen die italienischen Gastgeberinnen. In den Einzel-Wettbewerben blieb das Para Bogensport-Nationalteam hinter den eigenen Erwartungen zurück.
Die Wettkampfstätte für die Finalrunden bot eine beeindruckende Kulisse: Direkt neben dem Kolosseum im historischen Nando-Martellini-Stadion kämpften die Para Bogensportler*innen um Medaillen und gute Platzierungen. Die größten Chancen auf Edelmetall rechnete sich das deutsche Team im Double-Wettkampf aus, zumal Flora Kliem und Jule Lammers im Weltcup bereits den Sprung aufs Podium schafften. Doch das Duo unterlag im Halbfinale deutlich gegen Polen und musste sich auch im Bronze-Match gegen die Gastgeberinnen aus Italien geschlagen haben.
„Leider habe ich es im Double nicht geschafft, das abzurufen, was ich kann und was ich erreichen möchte“, sagt Flora Kliem, Paralympics-Teilnehmerin 2024 in Paris, selbstkritisch. Eigentlich war das deutsche Duo durchaus zuversichtlich in den Wettkampf gegangen. „Wir sind ein eingespieltes Team und das Format liegt uns. Dass wir im Finale unter Zeitdruck schießen müssen, tut uns gut“, berichtete Kliem im Vorfeld der EM. Dennoch blieb letztlich die Erkenntnis, dass die Gegnerinnen im entscheidenden Moment diesmal besser performten und Deutschland auf Platz vier die angestrebte Medaille verpasste.
Auch mit den Einzel-Wettbewerben waren die deutschen Bogensportlerinnen nicht zufrieden. Flora Kliem beendete den Wettkampf auf einem enttäuschenden 14. Platz, Jule Lammers landete bei ihrer EM-Premiere auf Rang 18. „Die EM war ein schönes Erlebnis. Es war toll, wieder einen internationalen Wettkampf zu schießen und sich mit den Athletinnen zu messen. Ich hatte immer wieder gute Schüsse dabei, vor allem im letzten Match im Double-Wettkampf, das ich zusammen mit Flora gegen die Italienerinnen geschossen habe“, resümiert Lammers die positiven Erfahrungen, doch die 23-Jährige vom BSC Werlte im Emsland sagt auch: „Insgesamt waren meine Ergebnisse deutlich schlechter als das, was ich eigentlich kann. Daher bin ich mit meiner Leistung nicht zufrieden. Ich weiß jetzt, woran ich arbeiten muss.“
Flora Kliem blickt nach ihrer dritten Teilnahme an Europameisterschaften und einem durchwachsenen Abschneiden ebenfalls nach vorne. „Ich bin sehr schlecht in den Wettkampf reingekommen, habe mich aber deutlich gesteigert. Das zeigt, dass ich zwar noch nicht wieder da bin, wo ich sein will, aber auf einem guten Weg dorthin. Ich hatte viele sehr gute Pfeile und das macht mich zuversichtlich und gibt mir ein gutes Gefühl für die Zukunft. An den schlechten Pfeilen werde ich arbeiten“, betont Kliem, die mit den Ergebnissen dennoch haderte. „Es ist schon etwas frustrierend, dass die Gesamtplatzierung so schlecht ausgefallen ist.“ Die 27-Jährige aus Göttingen verpasste den erhofften Einzug ins Viertelfinale im Duell mit der favorisierten Polin Milena Olszewska.
Die beste deutsche Platzierung gelang in Rom Sebastian Kollarek. Der 22-Jährige wurde bei seiner zweiten EM-Teilnahme Sechster in der nicht-paralympischen Klasse der Para Bogensportler mit Sehbehinderung. Im Viertelfinale unterlag Kollarek dem späteren Europameister Nicholas Thomas aus Großbritannien.
Text: Kevin Müller / DBS
