Aktuelles vom Para Dressursport
Siebenmal Edelmetall und Paralympics-Qualifikation: Erfolgreiche Heim-WM für die Para Dressur
Mit drei weiteren Medaillen haben die deutschen Para Dressurreiterinnen einen erfolgreichen Schlusspunkt unter die Weltmeisterschaften in Aachen gesetzt. Regine Mispelkamp (Grade V) gewann Silber in der Kür, Heidemarie Dresing (Grade II) und Helen Brandt (Grade IV) sicherten sich jeweils Bronze. Damit beendet das deutsche Team die Heim-WM mit insgesamt sieben Medaillen und der Qualifikation für die Paralympischen Spiele 2028 in Los Angeles.
„Das war eine super Weltmeisterschaft, das hat unglaublich viel Spaß gemacht“, freute sich Bundestrainer Silke Fütterer-Sommer nach dem letzten Wettkampftag der Weltmeisterschaften in Aachen. Alle vier deutschen Reiterinnen schafften den Sprung aufs Einzelpodest und sicherten sich zudem mit Silber in der Teamwertung die Qualifikation für die Paralympischen Spiele 2028 in Los Angeles (USA). „Die Mädels haben absolut abgeliefert – wir haben eine Teammedaille und alle haben eine Einzelmedaille gewonnen. Hier kann jeder mit einem breiten Grinsen nach Hause gehen und ich bin super zufrieden mit den Leistungen“, zog Fütterer-Sommer ein rundum positives Fazit.
Den Auftakt des letzten Wettkampftages machte Heidemarie Dresing (Grade II). Dresing und ihr Pferd Poesie komplettierten nach Gold in der Einzelwertung und Silber mit dem Team ihren Medaillensatz. Mit 80,807 Prozent ritten die zwei auf den Bronzerang in der Kür. Die Prüfung der acht besten Starter*innen des jeweiligen Grades der Vortage versprach noch einmal Höchstleistungen mit gleich drei Ritten jenseits der 80-Prozent-Marke. Gold gewann die US-Amerikanerin Fiona Howard (81,866 Prozent), Silber ging an die Britin Jemima Green mit 80,933 Prozent.
Auch in Grade IV schafften es beide deutschen Starterinnen, sich für die Kür zu qualifizieren. Die Championats-Debütantin Helen Brandt krönte ihre WM-Premiere mit Bronze in der letzten Wertungsprüfung. Mit persönlicher Bestleistung und 78,005 Prozent mussten Brandt und ihr Pferd Vulkan Vefas IB sich nur der Französin Alexia Pittier (78,645 Prozent) und der Überfliegerin dieser WM, Kate Shoemaker (83,305 Prozent) aus den USA geschlagen geben. Für die Silbermedaillengewinnerin der Einzelprüfung Anna-Lena Niehues und ihr Pferd Vive l’Amour war es der sechste Rang in der Kür.
Zum Abschluss der Weltmeisterschaften auf dem weltbekannten Reitsportgelände in Aachen erreichten Regine Mispelkamp (Grade V) und ihr Pferd Highlander Delight’s den Silberrang in der Kür. Die erfahrenste deutsche Reiterin und ihr „Herzenspferd“ landeten mit 78,185 Prozent hinter der Schwedin Lena Malmström (79,675 Prozent) und vor Britney de Jong (77,440 Prozent) aus den Niederlanden. Wie bereits bei den Paralympischen Spielen 2024 in Paris gewann das Paar damit bei allen drei Starts eine Medaille.
Besonders erfreulich für das Team war die Silbermedaille in der Mannschaftswertung. Dass damit bereits im ersten Versuch direkt die Qualifikation für die Paralympics 2028 geglückt ist, macht diesen Erfolg umso wertvoller. Damit sicherte die deutsche Equipe dem Team Deutschland Paralympics für 2028 vier Quotenplätze. „Es ist kaum in Worte zu fassen, wie besonders es ist, dass uns die Quali hier in Aachen bei der Heim-WM gelungen ist“, freute sich Regine Mispelkamp nach dem Teamwettbewerb. Für Mispelkamp wären es nach Tokio 2021 und Paris 2024 die dritten Paralympischen Spiele.
Erstmals fand die Para Dressursport-WM in Aachen inmitten der olympischen Wettkämpfe statt. Dass dieser prestigeträchtige Standort auch für den Para Sport seine Tore öffnete, war ein starkes Signal im Zeichen der Inklusion. Auch für Bundestrainerin Silke Fütterer-Sommer hatte dies eine große Bedeutung: „Wir hatten tolle Bedingungen, die Pferde waren super untergebracht. Und auch im Sinne der Inklusion war hier alles gegeben“, würdigte sie den Einsatz der Organisatoren. Erfreulich: Künftig sollen die jährlichen CHIO-Wettkämpfe in Aachen ebenfalls inklusiv ausgetragen werden. Bereits ab 2027 ist es das Ziel, dass der Para Dressursport im Regelprogramm aufgenommen wird. Die Weltmeisterschaften haben unterstrichen, dass Aachen als Austragungsort auch für den Para Dressursport absolut geeignet ist.
Text: Marie Berwinkel / DBS
Das deutsche Team für die WM in Aachen:
Helen Brandt (28 / Dortmund / RFZ Bochum-Nord 1975 e.V.), Heidemarie Dresing (71 / Hagen / Zucht-, Reit und Fahrverein Gütersloh), Regine Mispelkamp (55 / Heilbronn-Sontheim / RV Blücher Sevelen Issum) und Anna-Lena Niehues (41 / Gronau / Reit- und Fahrverein Rüenberg e.V.)
