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Para Dressursport-WM: Niehues gewinnt Silber, Mispelkamp holt Bronze
Die deutschen Para Dressursportlerinnen haben bei den Weltmeisterschaften in Aachen ihre erfolgreiche Bilanz ausgebaut: Anna-Lena Niehues gewann in der Einzelwertung der Grade IV die Silbermedaille, Regine Mispelkamp ritt in Grade V zu Bronze. Helen Brandt (Grade IV) belegte bei ihrem Championats-Debüt Rang acht.
Nach ihren erfolgreichen Paralympics 2024 in Paris mit drei Medaillen bestätigte Anna-Lena Niehues (Grade IV) bei der Heim-WM in Aachen ihre internationale Klasse. Gemeinsam mit ihrem neuen Pferd Vive l’Amour gewann sie in der Einzelwertung die Silbermedaille und stellte mit 74,639 Prozent eine neue Bestleistung auf. Geschlagen geben musste sie sich lediglich der US-Amerikanerin Kate Shoemaker, die mit 78,889 Prozent Gold gewann. Bronze sicherte sich wie bereits bei den Europameisterschaften 2025 die Britin Nicola Naylor mit 73,861 Prozent. „Ich bin total begeistert, sowohl von der Kulisse mit den Zuschauern als auch von meinem Pferd, sie hat sehr gut mitgemacht. Das ist nicht selbstverständlich, wenn man in ein so großes Stadion reitet“, freute sich Niehues nach ihrem Ritt. Bundestrainerin Silke Fütterer-Sommer zeigte sich entsprechend zufrieden: „Anna-Lena hat einen super guten Ritt gezeigt, das Pferd war total bei ihr und die beiden sahen sehr harmonisch miteinander aus“, lobte Fütterer-Sommer Niehues und ihr Pferd Vive l’Amour.
Leicht getrübt wurde die Freude über die guten Leistungen der deutschen Athletinnen von äußeren Störgeräuschen während der Prüfungen. Bereits am Vortag erschrak sich das Pferd von Heidemarie Dresing, beim heutigen Wettkampf passierte ähnliches während der Prüfungen von Anna-Lena Niehues und Regine Mispelkamp. Über den Ritt von Regine Mispelkamp sagte Fütterer-Sommer: „Es war sehr schade, dass es wieder Geräusche von außerhalb gab, die die Konzentration des Pferdes gestört haben – besonders, weil Regine normalerweise auch um Gold reiten kann. Nichtsdestotrotz haben die beiden einen tollen Ritt gezeigt.“
Auch Regine Mispelkamp (Grade V) zeigte sich trotz dieser kleinen Störung und eines Reitfehlers auf ihrer Seite sehr glücklich und dankbar dafür, in dieser beeindruckenden Kulisse reiten zu dürfen: „Es war unser großer Wunsch, hier in Aachen reiten zu dürfen. Die Organisatoren haben sich schon im Vorfeld so viel Mühe gegeben – das erleben zu dürfen, ist ein Geschenk.“ Mispelkamp stand bereits 2018 bei ihrer ersten WM auf dem Podium, 2024 gewann sie mit ihrem Pferd Highlander Delight’s drei Medaillen bei den Paralympics in Paris. In Aachen erreichten die beiden 72,974 Prozent und sicherten sich mit Bronze die dritte WM-Medaille ihrer Karriere. Gold ging an die Britin Sophie Wells mit 74,959 Prozent, Britney de Jong (Niederlande) belegte Platz zwei mit 73,154 Prozent.
Für Newcomerin Helen Brandt (Grade IV) war es nach ihrer Klassifizierung im Vorjahr das erste Championat ihrer Karriere. Dass dieses ausgerechnet bei der Heim-WM am traditionsreichen Standort Aachen stattfand, machte die Aufgabe nicht leichter. „Wir waren beide ein wenig überfordert mit dieser Atmosphäre, schon auf dem Abreiteplatz war es schwierig, dass mein Pferd die nötige Konzentration aufbringt“, analysierte Brandt schon kurz nach dem Ritt ihre Leistung. Mit 70,028 Prozent belegte Brandt am Ende Rang acht. Trotz alledem blickte sie positiv auf ihren ersten WM-Start zurück: „Es war ein unglaubliches Gefühl, in dieser Kulisse in das Viereck reiten zu dürfen.“ Auch Bundestrainerin Fütterer-Sommer fand lobende Worte für 28-Jährige und ihr Pferd „Willi“: „Die beiden waren sicherlich ein wenig beeindruckt von der Kulisse, aber sie haben viele tolle Abschnitte gezeigt. Und ich bin mir sicher, dass Helen aus dieser Prüfung ganz viel mitnehmen kann für den Teamwettbewerb am Samstag.“
Weiter geht es am Freitag und Samstag mit dem Teamwettbewerb, bei dem alle vier deutschen Reiterinnen an den Start gehen werden. Für die Mannschaftswertung werden die drei besten Ergebnisse einer Nation berücksichtigt. Die besten sieben Teams sichern sich jeweils vier Quotenplätze für die Paralympischen Spiele 2028 in Los Angeles. Zum Abschluss der Weltmeisterschaften steht am Sonntag die Kür auf dem Programm. Für die Kür qualifizieren sich in jedem Grade die jeweils acht besten Athlet*innen nach Einzel- und Teamwettbewerb.
Das deutsche Team für die WM in Aachen:
Helen Brandt (28 / Dortmund / RFZ Bochum-Nord 1975 e.V.), Heidemarie Dresing (71 / Hagen / Zucht-, Reit und Fahrverein Gütersloh), Regine Mispelkamp (55 / Heilbronn-Sontheim / RV Blücher Sevelen Issum) und Anna-Lena Niehues (41 / Gronau / Reit- und Fahrverein Rüenberg e.V.)
