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Para Kanu: Gelungener Start in die Weltcup-Saison

Edina Müller
Edina Müller © Christel Schlisio

Zwei Podestplatzierungen und vier Finalteilnahmen waren die Ausbeute der deutschen Parakanu-Nationalmannschaft beim ersten Weltcup 2017 in Szeged. Edina Müller sicherte sich mit großer Unterstützung ihrer Familie Gold in der Startklasse KL 1. Ivo Kilian trotze den schwieriger werdenden Windbedingungen und gewann Silber in seiner Lieblingsdisziplin Va'a.

Die Goldmedaille errang Edina Müller vom Hamburger KC in der Startklasse Kl 1 bereits am ersten Tag.  Die Rollstuhlfahrerin mit ungarischen Wurzeln konnte erstmals vor den ungarischen Mitgliedern ihrer Familie einen Weltcup bestreiten. „Es ist ein besonderes Erlebnis, dass meine Oma mich hier sehen konnte“, sagte eine sichtlich gerührte Edina Müller nach dem Rennen, die trotzdem den Reportern geduldig Rede und Antwort stand.

Ivo Kilian vom Hallescher KC 54 fügte am dritten Tag noch eine Silbermedaille hinzu. Diese gewann er in seiner Lieblingsdisziplin Va´a. „Der Wind war auf der Strecke nicht so das Problem, eher beim Wenden des sieben Meter langen Boots. Und das ich nur 50 Minuten vorher den Endlauf im Kajak hatte“, berichtete Kilian. Im Kajak erreichte der 40-jährige einen starken sechsten Platz.

In der Startklasse Kl 2 erreichte Anke Molkenthin vom Schleißheimer PC einen hervorragenden vierten Platz. Vor allem in der zweiten Rennhälfte konnte sie noch Meter und Plätze gutmachen. „ Die Trainingsumstellung trägt bereits erste Früchte. Nun werde ich verstärkt an meinem Start arbeiten“, erklärte sie durchaus zufrieden nach dem Rennen. 

Tom Kierey musste sich erstmals bei einem Parakanu-Rennen mit einer Platzierung neben dem Podest zufrieden geben. Der Start in die nach-paralympische Saison verlief eher holprig, da Kierey in den letzten Monaten sich verstärkt um seine berufliche Zukunft kümmern musste. In der schnellsten und stärksten Startklasse macht der Trainingsrückstand dann gleich den Unterschied zwischen einem Podiumsplatz und Platz fünf. Der Silbermedaillengewinner von Rio vom Berliner KC Borussia setzt nun auf die Weltmeisterschaften in Racice im August. „ Der Fokus liegt nun voll auf der WM", verkündete er gleich nach dem Rennen kämpferisch.

Die Newcomerin im deutschen Parakanu-Team, Anja Adler vom Halleschen KC, erlebte ihre Feuertaufe für ihr erstes internationales Rennen bei denkbar ungünstigen Verhältnissen. Doch sie behielt die Ruhe am Start und fand sich am Ende im Finale der Kl 3 auf einem guten sechsten Platz wieder. Kurzfristig verunsichert durch die Umklassifizierung von der Kl 2 in die Kl 3 konnte sie die vielen neuen Eindrücke beim Weltcup gut verarbeiten, und auf ihre hervorragende Paddeltechnik setzen. „Ich bin total geflasht. Zusammen mit den Paddlern, die ich im letzten Jahr noch bei den Olympischen und Paralympischen Spielen im Fernsehen bewundert habe – das muss ich erst mal sacken lassen“, resümierte sie ihre erste Weltcupteilnahme. 

„Die Rio-Teilnehmer mussten sich nach dem anstrengenden Jahr 2016 eine Pause gönnen, auch Krankheiten auskurieren. Man merkt die längere Pause, für sie geht die Saison nun erst richtig los“, stellte Cheftrainer Arne Bandholz fest. Weiter sagte er:“ Es war eine Bestandsaufnahme, und ich blicke positiv auf den weiteren Verlauf der Saison. Anja hat ihr erstes internationales Rennen gut gemeistert. Anke hat einen sehr guten Platz erreicht und ich denke es erfolgt noch eine Steigerung. Ivo gehört im Va´a zur europäischen Spitze, und Tom wird nach dem 5. Platz hart an sich arbeiten. Ich denke, bei der EM ist wieder eine Medaille drin. Die Regattastrecke, die Organisation und das Publikum waren spitze.“

Quelle: Christel Schlisio