Aktuelles vom Para Kanu
Para Kanu-WM: Zweimal Bronze und ein bemerkenswertes Comeback
Anja Adler und Felicia Laberer haben bei der Para Kanu-WM im polnischen Poznań für Doppel-Bronze innerhalb von nur sechs Minuten gesorgt. Dabei fehlte Adler in der Startklasse KL2 nach 51,67 Sekunden in einem spannenden Rennen sogar nur eine Hundertstel auf Platz zwei. Felicia Laberer schaffte es in der KL3 ebenfalls auf Platz drei. Zudem feierte Edina Müller ein starkes Comeback nur drei Monate nach der Geburt ihres zweiten Sohnes.
Anja Adler war nach dem Rennen noch völlig überwältigt, zu aufreibend waren die 200 Meter, zu knapp das Finish. Nur 0,01 Sekunden blieb die 37-Jährige vom SV Halle hinter ihrer langjährigen Rivalin Katalin Varga aus Ungarn und verpasste damit die Silbermedaille denkbar knapp. Dabei musste Adler neben den schwierigen Windbedingungen während des Rennens zusätzlich einer Boje auf ihrer Bahn ausweichen. Es gewann die Britin Charlotte Henshaw. „Die Emotionen fahren Achterbahn. Wir haben das ganze Jahr unglaublich hart gearbeitet und ich war perfekt vorbereitet, entsprechend groß war aber auch der Druck, genau heute diese Leistung abzurufen. Die schwierigen Windbedingungen und selbst eine Boje auf meiner Bahn konnten mich nicht stoppen. Am Ende fehlt eine Hundertstelsekunde zu Silber. Das zeigt mir, wie nah wir dran sind. Ich bin unglaublich glücklich und stolz“, berichtet Adler.
Ebenfalls auf Rang drei paddelte Felicia Laberer in einem engen Rennen nach 46,48 Sekunden hinter der Britin Hope Gordon und der Französin Nelia Barbosa ins Ziel der Klasse KL3 – es war bereits die vierte WM-Bronzemedaille ihrer Karriere. „Ich bin ein perfektes Rennen gefahren und hatte mich sehr gut darauf vorbereitet. Natürlich wollte ich noch mehr. Trotzdem freue ich mich sehr über die Medaille, auch wenn es für mich gerade ein lachendes und ein weinendes Auge ist“, erklärt die 25-Jährige vom SC Berlin-Grünau.
Edina Müller: „Platz fünf ist für mich ein riesiger Erfolg“
Eine außergewöhnliche Leistung zeigte zudem Edina Müller in der Klasse KL1. Nach ihrem souveränen Halbfinalsieg belegte sie im WM-Finale in 58,75 Sekunden einen starken fünften Platz. Nur zwölf Wochen nach der Geburt ihres zweiten Sohnes gelang Müller damit eine beachtliche Rückkehr auf die internationale Wettkampfbühne. Gleichzeitig sammelte sie wichtige Weltranglistenpunkte auf dem Weg zu den Paralympischen Spielen 2028 in Los Angeles. „Es war so schön, wieder Teil des Teams zu sein. Für den Einstieg waren es etwas harte Bedingungen, aber es hat alles super geklappt und ich habe von Rennen zu Rennen mehr Sicherheit bekommen. Mein Ziel war das Finale, um gute Ranglistenpunkte zu sammeln. Dass es jetzt sogar Platz fünf geworden ist, ist für mich ein riesiger Erfolg“, sagte die 43-jährige zweifache Paralympics-Siegerin im Rollstuhlbasketball und im Para Kanu.
Darüber hinaus freute sich die deutsche Para Kanu-Nationalmannschaft über weitere starke Finalplatzierungen. Aus dem achtköpfigen Aufgebot von Bundestrainer André Brendel erreichten sieben Athlet*innen das A-Finale, Dennis Braun komplettierte die Bilanz bei seinem WM-Debüt mit dem B-Finale der KL1, das er siegreich beendete. Claudia Fischer qualifizierte sich nach ihrer ersten Weltcup-Finalteilnahme in Montreal nun auch erstmals für ein WM-Finale. Moritz Berthold überzeugte mit Rang fünf in der VL1, während Lillemor Köper ihr Rennen auf dem siebten Platz beendete. Mit dem sechsten Platz von Chinette Lauridsen in der VL2 wurde die erfolgreiche Mannschaftsbilanz am letzten Wettkampftag komplettiert.
Bundestrainer André Brendel: „Mit zwei Bronzemedaillen und zahlreichen weiteren starken Finalplatzierungen haben wir unsere internationale Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt. Besonders im Kajakbereich haben wir gezeigt, dass wir in mehreren Startklassen zur internationalen Spitze gehören. Gleichzeitig haben wir wichtige Weltranglistenpunkte für die Qualifikation zu den Paralympischen Spielen 2028 in Los Angeles gesammelt. Mit dieser mannschaftlichen Gesamtleistung können wir sehr zufrieden sein.“
Das deutsche Aufgebot bei der Para Kanu-WM in Poznań:
Anja Adler (Startklasse: KL2 / 37 Jahre / Geburtsort: Halle (Saale) / Verein: SV Halle), Moritz Berthold (VL1 / 27 / ESV Lok Raw Cottbus), Dennis Braun (KL1 / 40 / Essen / ESV Essen-Kupferdreh), Claudia Fischer (KL3 / 44 / Meerane / Hamburger Kanu Club), Lillemor Köper (VL1 / 42 / Hamburg / Hamburger Kanu Club), Felicia Laberer (KL3 / 25 / Berlin / SC Berlin-Grünau), Chinette Lauridsen (VL2 / 49 / Bertasee Duisburg), Edina Müller (KL1 / 43 / Bergisch-Gladbach / Hamburger Kanu Club).
