Aktuelles vom Para Kanu
Para Kanu-EM: Bronze für Moritz Berthold
Die deutschen Para Kanut*innen kehren mit einer Bronzemedaille im Gepäck von den Europameisterschaften im portugiesischen Montemor-o-Velho zurück. Moritz Berthold (VL1) jubelte über seine dritte EM-Medaille. Trotz der geringen Medaillenausbeute bleibt die erfreuliche Bilanz, dass sich alle sechs Athlet*innen für die Finalrennen qualifiziert und somit wichtige Punkte für die Paralympics-Qualifikation gesammelt haben.
Für das Highlight aus deutscher Sicht sorgte Moritz Berthold in der VL1. In einem hochspannenden Rennen sicherte er sich die Bronzemedaille. Bis auf die letzten Meter kämpfte er mit dem Spanier David González um den letzten Podestplatz, doch dank eines starken Schlussspurts konnte sich Berthold auf den letzten Metern noch vorbeischieben. Im Ziel entschieden nur wenige Hundertstelsekunden über Bronze und Platz vier.
Bei den Kajak-Damen belegte Anja Adler Rang vier. Mit der Rückkehr der Britin Emma Wiggs in das internationale Wettkampfgeschehen war die Konkurrenz noch einmal deutlich stärker geworden. Im Finale lief für Adler nicht alles optimal, dennoch zeigte die Leistung, dass sie weiterhin zur europäischen Spitze gehört. Die Erkenntnisse aus dem Rennen sollen nun genutzt werden, um Trainingsinhalte gezielt anzupassen und die nächsten Wettkämpfe vorzubereiten.
Felicia Laberer erreichte in der KL3 den fünften Platz. Nach einem nicht optimalen Start zeigte sie insbesondere in der zweiten Rennhälfte ihre Qualitäten und arbeitete sich noch einmal stark durch das Feld. Ebenfalls in der KL3 ging Claudia Fischer an den Start und erreichte Rang neun in ihrem ersten Finale.
Für eine positive Überraschung sorgte Chinette Lauridsen in der VL2. In ihrer neuen Startklasse, die ebenfalls paralympisch ist, paddelte sie auf einen starken fünften Platz. Das Rennen war äußerst eng: Drei Boote erreichten innerhalb einer Sekunde das Ziel. Das Ergebnis zeigt, dass der Anschluss an die internationale Konkurrenz bereits vorhanden ist und sie auf einem guten Weg ist, wichtige Punkte für die Paralympische Rangliste zu sammeln.
In der KL1 sammelte Dennis Braun bei seiner internationalen Premiere wertvolle Erfahrungen. Der noch vergleichsweise unerfahrene Athlet belegte Rang neun. Für ihn stand vor allem die Standortbestimmung im internationalen Feld im Vordergrund. Mit seiner Leistung legte er eine solide Grundlage, auf der in den kommenden Monaten aufgebaut werden kann.
Auch im Va’a-Wettbewerb zeigte Anja Adler eine starke Entwicklung. Im VL3-Vorlauf blieb sie erstmals unter der Marke von 60 Sekunden und stellte damit eine persönliche Bestleistung auf. Im Finale reichte es anschließend zu Platz neun. Bei den kommenden Saisonhöhepunkten, dem Weltcup in Montreal sowie der Weltmeisterschaft in Poznań, wird Adler ausschließlich im Kajak an den Start gehen.
Bundestrainer André Brendel zog insgesamt ein positives Fazit: „Das Leistungsniveau entspricht dem der vergangenen Jahre. Das zeigt, dass wir weiterhin ein stabiles Niveau haben und international vorne mit dabei sind. Gleichzeitig haben die Rennen deutlich gemacht, an welchen Stellen wir trainingsmethodisch für die kommenden Wettkämpfe ansetzen müssen.“
Ein voller Erfolg war zudem das K2-Mixed-Demorennen. Insgesamt neun Boote gingen an den Start und sorgten für spannende Wettkämpfe. Den Sieg sicherten sich Felicia Laberer und ihr K2-Mixed Partner Serhii Yemelianov aus Georgien. Die Premiere des Wettbewerbs wurde von den Beteiligten positiv aufgenommen. „Es war eine gelungene Premiere. Wir hoffen, dass dieses Format auch künftig im europäischen Programm bleibt und vielleicht sogar dauerhaft in das reguläre Wettkampfprogramm aufgenommen wird“, sagte Brendel.
Positiv bewertet wurden auch die II-Demorennen. Die Athletinnen und Athleten sorgten für engagierte und spannende Wettkämpfe und zeigten eindrucksvoll, wie sehr sie den Wettkampfgedanken leben. „Wir hoffen, dass es künftig eine eigene Klassifizierung für diese Sportlerinnen und Sportler geben wird. Dadurch könnte ein noch faireres Fundament geschaffen werden. Es wäre schön, wenn langfristig ein offizieller Wettbewerb für die II-Athleten eingeführt wird“, so Brendel.
Mit der Bronzemedaille von Moritz Berthold, mehreren Finalplatzierungen und zahlreichen wichtigen Erkenntnissen blickt das deutsche Parakanu-Team nun auf die nächsten internationalen Herausforderungen. Der Weltcup in Montreal und die Weltmeisterschaften in Poznań stehen bereits in den Startlöchern.
Text: Olivia Binde / DKV
