Aktuelles vom Para Kanu
Para Kanu DM: Favoritensiege und starker Nachwuchs
Nach den Europa- und Weltmeisterschaften fand in Köln mit den deutschen Meisterschaften der Saisonabschluss für die Para Kanut*innen statt. Am Fühlinger See wurden die Rennen gemeinsam mit den olympischen Wettbewerben ausgetragen. Die WM-Teilnehmer präsentierten sich auch auf nationaler Ebene in starker Form. Der Deutsche Behindertensportverband präsentiert die Ergebnisse und besonderen Leistungen gemeinsam mit der Heinz-Kettler-Stiftung.
In 18 verschiedenen Wettkämpfen machten die Athlet*innen über zwei Tage die nationalen Titel aus. Trotz des kurzen Abstands zur WM in Mailand – die erst eine Woche vor den deutschen Meisterschaften ausgetragen wurde – reiste viel Para Kanu Prominenz nach Köln. „Wir versuchen immer mit möglichst vielen Sportler*innen bei den deutschen Meisterschaften am Start zu sein. Dass es auch dieses Jahr so gut geklappt hat, ist sehr schön“, berichtete Para Kanu Cheftrainer André Brendel. Einer der WM-Fahrer war Moritz Berthold (VL1). In Mailand hatte er das Podium als vierter knapp verpasst, nun krönte er sich mit dem Auslegerkanu Va’a über 200 Meter sowie im Verfolgungsrennen zum deutschen Meister. Das Nachsehen hatte er nur im Mixed-Wettbewerb, wo er mit seiner Rennpartnerin Laila Heine hinter dem Siegerduo aus Ramona Hoppe und Mathias Neubert als zweiter ins Ziel kam.
Die Mixed-Wettbewerbe wurden bereits bei den vergangenen deutschen Meisterschaften ausgetragen. Hier starten Para und Olympische Athlet*innen als Duos gemeinsam in einem Boot. So soll zusammen mit den parallel laufenden olympischen Wettbewerben, für noch mehr Inklusion bei der Veranstaltung gesorgt werden. Das Mixed-Rennen im Kajak entschieden Edina Müller (KL1) und Iliya Nadernejad für sich. Edina Müller wurde mit einer Zeit von 00:53,70 auch deutsche Meisterin im Kajak über 200 Meter. Wie Moritz Berthold hatte es auch für sie bei der WM nur zum undankbaren vierten Platz gereicht.
Mit Medaillen waren dagegen Anja Adler (KL2) und Chinette Lauridsen (VL1) aus Mailand zurückgekommen. Anja Adler, die in Mailand mit Bronze ihre dritte WM-Medaille geholt hatte, war auch am Fühlinger See äußerst erfolgreich. Im Kajak und Va’a wurde sie jeweils deutsche Meisterin über 200 Meter. Im Verfolgungsrennen fand sie dagegen mit Chinette Lauridsen ihre Meisterin. Die ehemalige Paralympics-Siegerin für Dänemark im Schwimmen, ist erst dieses Jahr zum Para Kanu gewechselt und hat bereits einen kometenhaften Aufstieg hinter sich. Nach Siegen bei den diesjährigen Europa- und Weltmeisterschaften in der nicht-paralympischen Startklasse VL1, sicherte sie sich jetzt noch zwei Titel bei den deutschen Meisterschaften im Va’a und im Verfolgungsrennen. WM-Teilnehmerin Lillemor Köper (VL1) fuhr im Va’a hinter Lauridsen zu Silber.
Neben den prominenten Namen freute sich André Brendel aber auch über einige neue Gesichter bei den Wettbewerben: „Ich bin sehr zufrieden mit den Nachwuchssportler*innen, die sich gerade im Kajak gut präsentiert haben. Das lässt hoffen für die Zukunft.“ Unter anderem begeisterte die 16-Jährige Frieda Bartels (KL3), die ihr Rennen über 200 Meter in 00:53:35 gewann.
So kann André Brendel ein positives Fazit ziehen, sowohl zu den Wettkämpfen in Köln als auch zu der ganzen Saison: „Für ein post-paralympisches Jahr haben wir sehr gute Ergebnisse eingefahren. Die deutschen Meisterschaften waren jetzt ein schöner Saisonabschluss.“
Die Ergebnisse der deutschen Meisterschaften in den Para Sportarten werden von der Heinz-Kettler-Stiftung (HKS) präsentiert, um die Aufmerksamkeit für die deutschen Meisterschaften zu erhöhen und die außergewöhnlichen Leistungen der Athlet*innen sichtbarer zu machen. Die HKS wurde von Heinz Kettler und seiner Tochter Dr. Karin Kettler bereits im Dezember 1999 gegründet, um Sportler*innen mit Behinderung in ihrer Sportausübung zu unterstützen und den Inklusionsgedanken in die Praxis umzusetzen.
Text: Paul Foreman / DBS
