Para Leichtathletik-DM in großem Rahmen in Dresden
Kein internationales Highlight, aber eine Deutsche Meisterschaft in herausragendem Ambiente: Vor dieser Ausgangsposition befindet sich die Para Leichtathletik 2026. Am Wochenende steigt im Dresdner Heinz-Steyer-Stadion die Deutsche Meisterschaft, die parallel zu den offenen Landesmeisterschaften Masters inkl. der Sächsischen Hochschulmeisterschaften ausgerichtet wird – und von der sich Bundestrainerin Marion Peters einiges erhofft.
„Es wird eine DM der jungen Wilden, neue Leute haben auf sich aufmerksam gemacht“, sagt die Bundestrainerin, die sich in dieser Saison schon über zahlreiche Bestleistungen und deutsche Rekorde freuen durfte, wie erst am vergangenen Wochenende von der sitzenden Kugelstoßerin Charleen Kosche mit 8,12 Metern oder von Jule Roß in 12,47 Sekunden über 100 Meter, auch Phil Grolla sprintete in 10,79 Sekunden schon schneller als je zuvor.
Wenngleich Markus Rehm, Johannes Floors, Irmgard Bensusan und Lisa Martin Wagner aus gesundheitlichen oder verletzungsbedingten Gründen nicht am Start sein können, gibt es große Namen in Dresden zu sehen. „Niko Kappel und Léon Schäfer sind in dieser Saison richtig gut drauf, auch Nele Moos hat jüngst wieder unter Beweis gestellt, dass sie über fünf Meter springen kann“, sagt Peters: „Das wird ein Highlight.“
Am Freitag steigen die Entscheidungen über 5000 Meter, im Anschluss ist der Spendenlauf „Dresden zeigt Herz“, am Samstag geht es dann ab 10 Uhr richtig zur Sache mit einem Highlight-Fenster zwischen 13.30-17.30 Uhr, in dem die 100-Meter-Endläufe, der Weitsprung und der Speerwurf sitzend stattfinden. Am Sonntag starten die Wettbewerbe bereits ab 10 Uhr.
„Nach der Absage der Europameisterschaften geht unser Blick natürlich schon in Richtung Weltmeisterschaft 2027, es ist unglaublich wichtig, da dabei zu sein“, sagt Peters, „die DM ist da eine gute Gelegenheit, um sich noch mal zu empfehlen und in den Fokus zu kommen – und auch ein Fingerzeig, ob man in dieser Saison mit seiner Vorbereitung auf dem richtigen Weg ist und war, wenn eigentlich eine EM stattgefunden hätte.“
Sportlich sieht es neben den bereits erwähnten Athletinnen und Athleten in dieser Saison aber durchaus vielversprechend aus. 400-Meter-Weltmeister Max Marzillier hatte bei schwierigen Bedingungen einen ordentlichen Saisoneinstieg, Francés Herrmann ist „stabil und gesettled und da erwarte ich, dass noch ein kleiner Kracher kommt“, verrät die Bundestrainerin. Auch Kugelstoßerin Kim Vaske ließ jüngst mit einer neuen Bestweite von 11,31 Metern aufhorchen, Tokio-Paralympicssiegerin Lindy Ave blieb über 100 Meter in 12,87 Sekunden nur eine Zehntel über ihrer Bestzeit von 2021 und macht einen „guten Job“, wie Peters sagt.
Katrin Müller-Rottgardt trat im Weitsprung ebenfalls schon positiv in Erscheinung, muss im Sprint aber noch passen, weil ihr Guide verletzt ist. Bei Andreas Walser, der aufgrund des paralympischen Programms für 2028 vom Weitsprung auf die 400 Meter umschulen muss, ist die Bundestrainerin auch optimistisch, „wenngleich er noch unzufrieden ist“. Weitspringer Noah Bodelier ist nach seinem Umzug an die niederländische Grenze inklusive Vereinswechsel wie Rennrollstuhlfahrer Amos Donath auf einem guten Weg, Speerwerferin Lise Petersen hofft nach Schulterproblemen, in Dresden werfen zu können.
„Seit 1. Mai können alle die Qualifikationsnormen für die WM in Usbekistan erfüllen“, blickt Peters auf das Großereignis vom 19.-27. Juni 2027 voraus, „da ist die DM natürlich auch ein Gradmesser und deshalb freue ich mich zu sehen, wer am Wochenende heraussticht und Leistung bringt.“
Text: Nico Feißt / DBS
