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Para Klettern-EM: Neun Medaillen und viel Optimismus für Los Angeles
Großer Erfolg für die deutsche Nationalmannschaft bei den Europameisterschaften im Para Klettern im französischen Laval: Das Team von Cheftrainer Christoph Reichert sammelte vier Gold-, zwei Silber- und drei Bronzemedaillen. Damit übertrafen die Athletinnen und Athleten die Erwartungen und blicken bereits positiv auf die Paralympics 2028 in Los Angeles.
Sebastian Leistner kämpfte Zug um Zug. In einem kleinen steilen Abschnitt bekam der 32-Jährige große Probleme. „Man hat damit gerechnet, dass es das jetzt war“, erinnert sich Cheftrainer Christoph Reichert. Doch Leistner gab nicht auf, kämpfte sich weiter und holte Gold bei der EM. „Das war für uns alle extrem toll und sorgte für die beste Stimmung überhaupt“, sagt Reichert.
Leistners Sieg war eine der großen Überraschungen aus deutscher Sicht. Bereits in der Qualifikation am Tag zuvor hatte er die beste Leistung gezeigt und war als Erster ins Finale eingezogen. „Allein das Finale zu erreichen, war ein Erfolg“, sagt Reichert. Dass es dort tatsächlich zum EM-Titel reichen würde, hatte er allerdings nicht erwartet: „Ich dachte schon, dass er gut bis sehr gut abschneiden würde. Aber mit Gold habe ich nicht gerechnet.“ Während die Qualifikationsroute Leistner entgegenkam, stellte ihn die sehr steile Finalwand aufgrund seiner Art der Einschränkung vor eine besondere Herausforderung. Doch der 32-Jährige lieferte laut Reichert einen „gnadenlosen Wahnsinnsfight“ und kletterte zum Titel.
Leistner war nicht der einzige deutsche Athlet, der in Frankreich für einen erfolgreichen EM-Auftritt sorgte. Insgesamt sammelte die Mannschaft vier Gold-, zwei Silber- und drei Bronzemedaillen. Neben Leistner holten Kevin Bartke in der Klasse AU2 und Rosalie Schaupert in der AU3 erneut Gold und verteidigten so ihre Europameistertitel. Das vierte deutsche Gold gewann Charlotte Faist in der RP1. Silber ging an Luisa Grube mit Guide Svenja Preußke in der B2 und Laura Nesciobelli in der RP3. Lena Schöllig (RP3), Dimitar Yonchev (B2) und Philipp Hrozek (RP2) sicherten sich Bronze. Insbesondere Yonchev gehörte dabei zu den positiven Überraschungen. „Mit seiner Medaille war so nicht unbedingt zu rechnen“, sagt Reichert.
Das deutsche Team übertraf damit die Erwartungen des Cheftrainers. „Wir hatten super Ergebnisse, insgesamt noch besser als eh schon erwartet“, sagt er. Eine Besonderheit des Turniers: Neben der EM-Wertung flossen die Ergebnisse auch in die Weltcup-Wertung ein. Der Fokus der Deutschen lag jedoch klar auf dem Titelwettkampf. Dort zeigte das Team, dass es international gut aufgestellt ist.
„Das verstärkt unseren Optimismus im Hinblick auf L.A.“
Besonders mit Blick auf die Paralympics 2028 in Los Angeles nimmt Reichert viel Positives aus Laval mit. Im europäischen Team-Ranking belegte Deutschland den ersten Platz. „Wir stellen fest, dass wir offensichtlich auf einem guten Weg sind“, sagt der Cheftrainer. „Das verstärkt unseren Optimismus im Hinblick auf L.A.“ Gleichzeitig weiß er, wie viel Zeit noch bis zu den Spielen vergeht und warnt davor, sich auf dem Erfolg auszuruhen. „Die EM ist nur eine tolle Momentaufnahme“, sagt er. Die internationale Konkurrenz wächst weiter und in allen Klassen gebe es noch viel zu tun. Gleichzeitig ist Reichert überzeugt, dass seine Athletinnen und Athleten das nötige Wissen und die Erfahrung mitbringen, um sich weiterzuentwickeln.
Alles in allem fällt sein Fazit eindeutig aus: „Es war eine tolle, sehr erfolgreiche Reise.“ Noch sei er dabei, die Erlebnisse aufzuarbeiten, aber der Blick gehe bereits nach vorne. Die EM habe im deutschen Team neben neun Medaillen auch für neue Erkenntnisse und viel Zuversicht gesorgt.
Text: Monja Nagel / DBS
