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Rollstuhlrugby-WM: Ziel verfehlt, Potenzial gezeigt
Die Enttäuschung ist groß, der Traum vom Viertelfinale geplatzt: Die deutsche Rollstuhlrugby-Nationalmannschaft unterliegt Dänemark im letzten Vorrundenspiel mit 51:57 und verpasst den Einzug in die K.o.-Runde der Weltmeisterschaft. Als Fünfter der Gruppe geht es für das Team von Cheftrainer Christoph Werner nun in die Platzierungsspiele. Der knappen Niederlage zum Trotz sieht Werner viel Potenzial in seiner Mannschaft und ruft bereits ein neues Ziel aus.
Schon vor dem Start des Turniers in São Paulo war klar, dass es nicht leicht werden würde, die Vorrunde zu überstehen. „Schlimmer hätte die Auslosung kaum laufen können“, sagte Werner im Vorfeld. Und er sollte recht behalten: Nach dem 57:44-Auftaktsieg gegen Kolumbien verlor sein Team gegen den amtierenden Paralympics-Sieger Japan (44:60) sowie die europäischen Favoriten aus Großbritannien (44:52) und Frankreich (40:54).
Dabei zeigte die deutsche Auswahl mehrfach, dass sie mit der internationalen Konkurrenz mithalten kann. Gegen Großbritannien lag Deutschland zur Halbzeit lediglich mit einem Punkt zurück und gewann sogar ein Viertel für sich. Der Showdown gegen den laut Werner „Dauerkonkurrenten um Platz vier“ Dänemark fühlte sich für die deutsche Auswahl wie ein Finale an – ein Finale um den Einzug ins Viertelfinale. Lange hielt die Mannschaft mit und lag lediglich ein bis zwei Punkte zurück, ehe sich die Dänen zu Beginn des dritten Viertels absetzen konnten. Deutschland blieb dran, konnte den Rückstand aber nicht mehr entscheidend verkürzen. „Wir haben hervorragend gespielt“, sagt Werner. „Aber letztlich sind wir an uns selbst gescheitert.“
„Ich habe gesehen, welche Freude, welcher Wille und Kampfgeist in der Truppe steckt.“
Für Werner waren es am Ende Kleinigkeiten, die den Ausschlag gaben. Die WM-Debütanten Jonte Küntzel (16) und Enya Schröder (20) hätten in allen Spielen überzeugt, gleichzeitig führten die noch fehlenden Erfahrungen zu leichten Fehlern. Für Werner steht deshalb fest: Seine jungen Spieler mit viel Potenzial brauchen mehr Möglichkeiten, auf höchstem Niveau Spielpraxis zu sammeln.
Trotz des verpassten Viertelfinals lobt der Cheftrainer den Auftritt seiner Mannschaft: „Ich habe gesehen, welche Freude, welcher Wille und Kampfgeist in der Truppe steckt.“ Bis zum Schluss kämpfte Deutschland, holte in der letzten Minute noch einen Turnover und erzielte den letzten Punkt der Partie. „Das habe ich so von einer deutschen Mannschaft noch nie gesehen“, sagt Werner.
Unterm Strich weiß er dennoch: „Wir haben unser Ziel verfehlt.“ Platz vier der Gruppe wurde nicht erreicht, das Viertelfinale folglich knapp verpasst. Viel Zeit zum Trübsal blasen bleibt jedoch nicht. Bereits heute trifft Deutschland im Crossover-Match um 16.30 Uhr (deutscher Zeit) auf Neuseeland. Es geht um den Einzug ins Spiel um Platz neun. „Wir wollen zusehen, dass wir Neunter werden“, sagt Werner. „Das wäre immerhin eine Verbesserung zur letzten WM, bei der wir Zehnter geworden sind.“ Vor dem Turnier hatte Werner gehofft, „dass wir so gut abschließen, wie noch nie zuvor bei einer WM“. Dieses Ziel ist trotz des verpassten Viertelfinals noch erreichbar. Es gilt, die Enttäuschung abzuschütteln und das vorhandene Potenzial in den Platzierungsspielen zu zeigen.
Alle Spiele werden online auf dem YouTube-Kanal von World Wheelchair Rugby übertragen.
Hier gibt es weitere Informationen, den Spielplan und Ergebnisse.
Text: Monja Nagel / DBS
