Aktuelles vom Para Triathlon
Para Triathlon-DM: Rekordbeteiligung und starke Perspektiven
Im Rahmen des MainCity Triathlons in Schweinfurt wurden die Deutschen Meisterschaften im Para Triathlon über die Sprintdistanz ausgetragen. Eingebettet in die länderübergreifenden D-A-CH-Meisterschaften verzeichnete die fünfte Auflage des Drei-Länder-Vergleichs eine historische Rekordbeteiligung. Trotz nasskalter Temperaturen zeigten die 36 Athletinnen und Athleten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz herausragende Leistungen und lieferten Cheftrainer Tom Kosmehl wertvolle Erkenntnisse für die Zukunft.
Dass einige etablierte Namen aus dem paralympischen Top-Kader in Schweinfurt fehlten, hatte einen einfachen Grund: Zeitgleich fand die World Triathlon Para Series im japanischen Yokohama statt. „Da geht der internationale Wettkampf natürlich vor, weshalb einige Athleten des Nationalkaders fehlten“, erklärte Kosmehl.
Umso mehr boten die Titelkämpfe in Unterfranken eine unschätzbare Bühne für die Breite und den nachrückenden Nachwuchs. „Diese Deutschen Meisterschaften sind für uns immer sehr wichtig, um die Basis für den Leistungssport zu bilden“, betonte Kosmehl. Besonders die geografische Vielfalt im Teilnehmerfeld stimmte den Cheftrainer positiv: „Ich bin begeistert über das Teilnehmerfeld, weil es auch die gesamte Bundesrepublik widerspiegelt. Vom Westen bis zum Osten und bis nach Bayern waren alle Landesteile vertreten – das ist ein sehr gutes Zeichen für die Entwicklung unserer Sportart.“
Sportliche Highlights und vielversprechende Talente
Bei nasskalten Bedingungen mussten die Aktiven 500 Meter Schwimmen, rund 20 Kilometer Radfahren und 5 Kilometer Laufen bewältigen. Die Leistungsdichte war in allen Startklassen hoch, doch drei Athleten spielten sich sportlich ganz besonders in den Vordergrund.
In der Startklasse PTS5 sicherte sich Sven Hillerich mit einer beeindruckenden Zeit von 59:53 Minuten souverän den deutschen Meistertitel und blieb als einziger Athlet des Tages unter der Ein-Stunden-Marke. In der Rollstuhl-Klasse (PTWC) gab es ein packendes Duell auf Top-Niveau: Hier triumphierte Torben van Ravenswaay (ASV Duisburg) in 1:13:14 Stunden vor Jan Fröde (LAZ Mosbach/Elztal e.V.), der nach einer starken Aufholjagd beim Laufen in 1:16:05 Stunden Silber holte. „Die drei haben in ihren Startklassen sportlich absolut auf sich aufmerksam gemacht. Perspektivisch sind diese Leistungen für uns extrem interessant“, lobte Kosmehl die Leistung der frischgebackenen Meister bzw. Medaillengewinner.
Auch in den weiteren Klassen gab es hochklassigen Sport zu sehen. Bei den Männern holten unter anderem Björn Maas (PTS2), Valentin Hanzer (PTS3), Chris Kolbeck (PTS4) und Julian Winter (PTVI) die nationalen Titel. Bei den Frauen krönten sich unter anderem Annalena Tank (PTS2), Lena Herrmann (PTS3), die erfahrene Sabine Ellerbrock (PTS4), Andrea Thamm (PTS5), Michelle Wagner (PTVI) und Tina Deeken (PTWC) zu den neuen Deutschen Meisterinnen.
Vollgepackter Sommer
Die Rekord-DM in Schweinfurt war erst der Auftakt für ein wegweisendes Para Triathlon-Jahr 2026, in dem Deutschland gleich mehrfach im Fokus der internationalen Szene steht.
Bereits im Juli blickt die Triathlon-Welt nach Hamburg: Am 11. und 12. Juli 2026 macht die World Triathlon Para Series (WTPS) erstmals Station in der Elbmetropole und bringt die absolute Weltelite an die Binnenalster. Nur wenig später folgt eine echte Premiere im bayerischen Oberland: Im Sommer feiert der World Triathlon Para Cup am Tegernsee seine Deutschland-Premiere und bietet dem Para-Sport eine traumhafte, alpine Bühne.
Für die europäischen Top-Athlet*innen wartet im Spätsommer schließlich der absolute Saisonhöhepunkt: Vom 23. bis 27. September 2026 werden im spanischen Tarragona die Europe Triathlon Para Championships ausgetragen.
Die Ergebnisse der deutschen Meisterschaften in den Para Sportarten werden in diesem Jahr von der Heinz-Kettler-Stiftung (HKS) präsentiert, um die Aufmerksamkeit für die deutschen Meisterschaften zu erhöhen und die außergewöhnlichen Leistungen der Athlet*innen sichtbarer zu machen. Die HKS wurde von Heinz Kettler und seiner Tochter Dr. Karin Kettler bereits im Dezember 1999 gegründet, um Sportler*innen mit Behinderung in ihrer Sportausübung zu unterstützen und den Inklusionsgedanken in die Praxis umzusetzen.
Text: Moritz Jonas, Ergänzungen Deutsche Triathlon Union
