Aktuelles vom Para Tischtennis
„Super happy“ – Valentin Baus gewinnt Elite-Turnier in Washington
Großer Erfolg für Para-Tischtennisspieler Valentin Baus: Der 29-Jährige sicherte sich in den USA seine erste Goldmedaille bei einem Elite-Turnier. Im Finale setzte er sich souverän gegen den Briten Jack Hunter Spivey durch. Auch seine Düsseldorfer Vereinskollegin Nina Reck überzeugte mit einer starken Leistung und gewann Silber im Einzel der Frauen.
Bereits beim Para Future an gleicher Stelle hatte Reck wenige Tage zuvor gemeinsam mit Stephanie Grebe den zweiten Platz im Damen-Doppel erreicht sowie Bronze im Mixed gewonnen, Grebe rundete das deutsche Ergebnis zudem mit Einzelsilber ab. Die Paralympics-Zweite von Paris setzte damit in Spokane den Schlusspunkt unter eine insgesamt starke Vorstellung des kleinen deutschen Teams.
Seit Jahresbeginn müssen sich die Athlet*innen mit einer umfassenden Reform des internationalen Wettkampfsystems auseinandersetzen: Demnach gibt es nicht mehr nur eine Turnier-Kategorie auf der Para-Tour. Die ITTF unterscheidet nun zwischen Future-, Challenger- und Elite-Turnieren. Dieses neue System soll – angelehnt an den Regelsport – den Para-Spielerinnen vielfältige Möglichkeiten bieten, sich weiterzuentwickeln: von ersten Erfahrungen bei Future-Turnieren bis hin zu hochklassigen Duellen bei den Elite-Events.
Für Valentin Baus, der im Mai beim Turnier in Slowenien bereits in der Gruppenphase ausgeschieden war, bot das Turnier in Spokane eine willkommene Gelegenheit, sich erneut mit der internationalen Konkurrenz zu messen. Diesmal lief es deutlich besser: Der Paralympicssieger von Tokio zeigte im Verlauf seine Klasse und feierte nach einem klaren Dreisatz-Erfolg gegen Spivey seinen ersten Elite-Turniersieg. „Ich bin super happy über diesen Erfolg“, sagte Baus. „Anfangs habe ich etwas gebraucht, ich bin nicht gut reingekommen, konnte mich aber von Spiel zu Spiel steigern.“
Bereits in der Gruppenphase hatte Baus den Weltranglistensechsten Spivey bezwungen und sich mit einem weiteren Erfolg gegen den US-Amerikaner Zachary Pickett den Gruppensieg gesichert. In der Hauptrunde drehte er ein 0:2 gegen die Nummer zwei der Welt, Chen Ming Chih aus Taipeh, und entschied das Duell noch mit 3:2 noch für sich. Es folgten zwei 3:1-Erfolge gegen Park Jae Hyeon (Korea) und Filip Nachzel (Tschechien), bevor er im Finale erneut auf Spivey traf – und ihn abermals bezwang. „In Slowenien war für mich schon nach den Gruppenspielen Schluss. Es freut mich, dass ich mich weiter verbessern und meine Leistung im richtigen Moment abrufen konnte“, betonte Baus.
Auch Nina Reck zeigte eine starke Leistung und erreichte das Finale der Wettkampfklasse WS 8, wo sie der Brasilianerin Sophia Kelmer unterlag. Dennoch konnte sie sich freuen: Beim Para Future Turnier hatte sie zuvor bereits Silber im Doppel (WD 14–20) mit Stephanie Grebe und Bronze im Mixed (XD 17) mit Lucas Dos Santos Carvalho aus Brasilien gewonnen. Grebe verpasste Einzelgold nur knapp – sie unterlag im Finale der Brasilianerin Lethicia Lacerda mit 2:3.
Text: Stefanie Bücheler-Sandmeier / DBS
