Aktuelles vom Para Tischtennis
Para Tischtennis: Herausragender Teamauftritt in Podgorica
Beim ITTF Para Challenger in Montenegros Hauptstadt Podgorica hat das deutsche Para Tischtennis‑Team seine mannschaftliche Klasse eindrucksvoll unter Beweis gestellt. 13 Podestplatzierungen bei 14 Starter*innen sind das Ergebnis eines außergewöhnlich leistungsstarken Teamauftritts. Besonders erfolgreich präsentierten sich Sandra Mikolaschek und Jana Spegel mit jeweils zwei Goldmedaillen, während auch Thomas Schmidberger und Valentin Baus in den Einzelkonkurrenzen triumphierten.
„Hier war das Team der Star“, lautete das Fazit von Hannes Doesseler, Bundesstützpunktleiter für Para Tischtennis in Düsseldorf. Neben der sportlichen Ausbeute lobte Doesseler ausdrücklich die Organisation vor Ort: „Das Turnier ist der Gold‑Standard, an dem sich andere Veranstalter – gerade die, die ihre Turniere als die besten loben – orientieren sollten.“ Insgesamt freute sich die deutsche Mannschaft neben zwei Doppel‑ und einer Mixed‑Medaille über zehn Einzelmedaillen. „Das ist schon was ganz Besonderes“, unterstrich Bundestrainer Volker Ziegler. „Wohlfühlatmosphäre in einem tollen Land mit tollen Gastgebern führt zu einem herausragenden Teamergebnis.“
Sportlich ragten insbesondere Paralympics-Siegerin Sandra Mikolaschek und Jana Spegel heraus. Mikolaschek gewann in der Wettkampfklasse 4–5 gleich doppelt und wertete den Einzeltitel auch als persönliche Antwort auf das zuvor enttäuschende Abschneiden in Polen. „Nach dem Viertelfinal‑Aus habe ich in Montenegro die perfekte Antwort gegeben. Wir haben im Training gezielt nachjustiert, auf Fehler im Spiel reagiert – und genau das hat in Podgorica wieder funktioniert“, erklärte die 28‑Jährige. „Ich bin froh, dass es gegen ein starkes Feld wieder zum Sieg gereicht hat und ich mich mental nicht habe runterreißen lassen.“ Ohne Satzverlust zog Mikolaschek durch Viertel‑ und Halbfinale und setzte sich im Endspiel mit 3:1 gegen die Koreanerin Jung Young A durch. Bis ins Halbfinale war Kyra Liepach ebenfalls im Wettbewerb vertreten, musste sich dort zwar Jung geschlagen geben, durfte sich aber über die Bronzemedaille freuen.
Für das nächste Highlight sorgten Mikolaschek und Spegel im Doppel. Gegen Jung Young A und Kang Oejeong aus Korea drehten sie im Finale einen 1:2‑Satzrückstand und gewannen noch mit 3:2. „Das erste Doppel‑Gold mit Jana – noch dazu in dieser Klasse gegen körperlich überlegene Koreanerinnen – freut mich fast am meisten. Damit hätten wir ehrlich gesagt nicht gerechnet“, sagte Mikolaschek. Das Duo zeigte sich spielerisch deutlich gereift: Auch im Duell mit den amtierenden Vize‑Europameisterinnen aus der Türkei, gegen die Mikolaschek/Spegel bei der EM noch unterlegen waren, gelang diesmal ein 3:1‑Erfolg. „Jana hat das toll gemacht. Wir konnten besser reagieren, Dinge anpassen und unsere Cleverness und Spielstärke ausspielen – das war sehr cool zu sehen.“
Für Mikolaschek war das Turnier zudem eine wichtige Standortbestimmung mit Blick auf die kommenden Saisonhöhepunkte: „Die Duelle mit den asiatischen Konkurrentinnen, gegen die ich bislang kaum gespielt habe, waren extrem wertvoll – richtig gute Praxis für die WM im November.“ Für Spegel war es nicht die einzige Goldmedaille: Die Mixed‑Doppel-Konkurrenz XD 4, die im Gruppenmodus ausgetragen wurde, gewann sie gemeinsam mit dem am Bundesstützpunkt in Düsseldorf trainierenden Ukrainer Oleksandr Yezyk alle Spiele und somit den Titel. Im Einzel der Wettkampfklasse 1–2 belegte Spegel Rang drei – ebenso wie Stephanie Grebe (WK 6), Nina Reck und Juliane Wolf (beide WK 8) sowie Marlene Reeg (WK 10). Besonders nah am Finaleinzug war Wolf, die gegen Elena Litvinenko nach 2:0‑Führung allerdings den Kürzeren zog.
Einzel‑Siege für Schmidberger und Baus
Auch bei den Herren sammelte das deutsche Team fleißig Edelmetall. Thomas Schmidberger (WK 3) und Valentin Baus feierten jeweils den Sieg im Einzel und holten anschließend gemeinsam Silber im Doppel. Schmidberger setzte sich nach einem engen Viertelfinale ohne weiteren Satzverlust durch, Baus bezwang im Endspiel den Norweger Tommy Urhaug mit 3:1. Im Doppel verpassten beide trotz 2:0‑Führung gegen die Serben Mladen Ciric und Mitar Palikuca Gold – Silber war dennoch ein weiterer Beleg für die mannschaftliche Stärke.
Eine weitere Einzelmedaille steuerte Mio Wagner (WK 10) bei, der erst im Halbfinale vom späteren Sieger Filip Radovic gestoppt wurde. Björn Schnake (WK 7) und Benedikt Müller (WK 6) schieden jeweils im Viertelfinale aus. Viel Zeit zum Durchatmen bleibt nicht, denn in Slowenien warten mit dem Para Challenger und anschließenden Elite-Turnier in Lasko bereits die nächsten wichtigen Wettkämpfe.
