Aktuelles vom Para Tischtennis
Mit „Frauen-Power“ zur Para Tischtennis-WM nach Thailand
Das deutsche Aufgebot für die Para Tischtennis-Weltmeisterschaften in Thailand (13. bis 19. November) steht fest: Bundestrainer Volker Ziegler reist mit elf Athlet*innen zum Saisonhöhepunkt nach Asien. Dabei schreibt das Team bereits vor dem ersten Ballwechsel ein kleines Stück Geschichte. Mit acht Frauen und drei Männern stellt Deutschland bei einer Weltmeisterschaft erstmals deutlich mehr weibliche als männliche Teilnehmende.
Angeführt wird das Team von den erfahrenen Spielerinnen um Paralympics-Siegerin Sandra Mikolaschek (Wettkampfklasse 4) sowie den Paralympics-Silbermedaillengewinnerinnen Juliane Wolf (WK 8) und Stephanie Grebe (WK 6) und der EM-Dritten Jana Spegel (WK 2). Gleichzeitig rücken mit Rebecca Bartels (WK 2), Kyra Liepach (WK 5), Nina Reck (WK 8) und Marlene Reeg (WK 10) vier WM-Debütantinnen ins Aufgebot. Bei den Herren vertreten die Titelverteidiger Valentin Baus (WK 5), Thomas Schmidberger (WK 3) und Thomas Brüchle (WK 3) die deutschen Farben. Damit ist Deutschland in nahezu allen Wettkampfklassen vertreten.
Wichtige Standortbestimmung
Die heiße Phase der Vorbereitung ist erfolgreich absolviert. Im Rahmen von zwei Lehrgängen im Deutschen Tischtennis-Zentrum (DTTZ) in Düsseldorf holte Bundestrainer Ziegler mit seinem Team den letzten Feinschliff für die Titelkämpfe. Die Zusammensetzung der Mannschaft wertet er als deutliches Zeichen für die Entwicklung des internationalen Damen-Tischtennissports: „Als ich vor vielen Jahren beim DBS angefangen habe, war das Verhältnis noch genau umgekehrt. Damals hieß es: Such doch mal Mädels. Heute fahren wir mit acht Frauen und drei Männern zu einer Weltmeisterschaft. Die internationale Vorgabe gleicher Startplätze für Frauen und Männer hat diese Entwicklung beschleunigt. Das Niveau steigt weltweit, die Konkurrenz wird breiter und stärker. Die Förderung im Damen-Tischtennis trägt Früchte.“
Entsprechend gespannt blickt Ziegler auf die Wettbewerbe in Thailand: „Es wird interessant zu sehen sein, wie sich das internationale Feld entwickelt hat und wie sich die gestiegene Zahl an Frauen weltweit auf die Leistungsdichte auswirkt.“
Die Weltmeisterschaften sind für den DBS allerdings mehr als nur ein Medaillenkampf. Knapp zwei Jahre vor den Paralympischen Spielen in Los Angeles 2028 sind sie eine wichtige Standortbestimmung. „Wir wollen sehen, wo wir im Vergleich stehen. Für viele unserer jungen Spielerinnen und Spieler ist die WM der erste echte Härtetest auf diesem Niveau. Die Erfahrungen werden mit Blick auf LA und darüber hinaus enorm wertvoll sein“, betont Ziegler.
Besondere Anforderungen, viel Selbstvertrauen
Neben der sportlichen Herausforderung warten auch organisatorische Aufgaben auf das Team. Die lange Anreise und die klimatischen Bedingungen in Thailand verlangen den Athlet*innen einiges ab. „Auch der Umgang mit solchen Belastungen gehört zur Entwicklung dazu. Wir bereiten uns nicht nur auf die Wettkämpfe vor, sondern auch auf die besonderen Anforderungen einer Großveranstaltung“, erklärt Ziegler.
Mit viel Selbstvertrauen reist die deutsche Mannschaft nach Thailand. In der laufenden Saison haben die deutschen Para Tischtennis-Asse mehrfach ihre internationale Klasse unter Beweis gestellt. Die als Europameister bereits gesetzten Sandra Mikolaschek, Juliane Wolf, Stephanie Grebe, Valentin Baus und Thomas Schmidberger untermauerten in diesem Jahr ihre starke Ausgangsposition mit Top-Ergebnissen auf internationaler Bühne. Besonders Mikolaschek, Baus und Schmidberger sammelten in diesem Jahr bei hochklassigen Elite-Turnieren wichtige Siege und gehören auch bei der WM zum Kreis der Medaillenanwärter*innen.
Text: Stefanie Bücheler-Sandmeier / DBS
