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Inklusives Mixed bei den TT-Finals: „Am Anfang war es ungewohnt“
Premiere bei den Deutschen Tischtennis-Finals (4. bis 7. Juni in der Messe Erfurt): Erstmals seit der ersten Austragung der Deutschen Meisterschaften im Jahr 1931 wird ein inklusives Mixed in der Erwachsenen-Klasse ausgetragen. London-Olympia-Teilnehmerin Kristin Lang (41, SV DJK Kolbermoor) und Paralympicssieger Valentin Baus (30) setzen damit ein Zeichen für die Inklusion im Spitzensport und erweitern die Geschichte der nationalen Titelkämpfe um ein neues Kapitel.
Möglich wird dieses Novum durch eine Grundsatzentscheidung des Deutschen Tischtennis-Bundes: Die Delegierten des DTTB-Bundestag hatten im Dezember 2025 den Weg für inklusive Wettbewerbe beim nationalen Top-Event freigemacht. Lang und Baus sind nun die ersten, die diese Chance auf der großen Bühne nutzen.
Wie die Idee entstand und wie das Zusammenspiel funktioniert, erzählen Lang und Baus im Interview.
Frage: Kristin und Valentin, ein inklusives Mixed bei den Deutschen Meisterschaften in der Erwachsenen-Klasse. Wie kam es dazu?
Kristin Lang: Das geht auf das letzte Jahr zurück. Ich habe zu 'Valle' gesagt: Du hast eigentlich alles gewonnen, was man gewinnen kann. Dir fehlt aber noch eine Medaille bei den Deutschen Meisterschaften im Regelsport. Zu Beginn war das scherzhaft gemeint, aber ich habe mich gefreut, als DBS-Cheftrainer Volker Ziegler meinte, dass wir wirklich ernst machen dürfen. (Der DBS ist der Deutsche Behindertensportverband, Anmerkung der Redaktion)
Valentin Baus: Ja, die Idee stammt von Kristin. Aber ich glaube, dass auch Volker den Ansatz ganz interessant fand.
Ein inklusives Mixed zu spielen, bei der eine Person im Rollstuhl sitzt, ist sicherlich ungewohnt. Wie gelingt euch das Zusammenspiel?
Valentin Baus: Wir haben bereits einige Male zusammen trainiert und ich bin zuversichtlich, dass wir ein gutes Mixed spielen können. Ich glaube, dass die Art des Spielens vor allem für Kristin ungewohnt war, da man ja nicht abwechselnd* spielen muss.
Kristin Lang: Ich hatte gar keine große Vorstellung davon, wie wir spielen würden. Am Anfang war es etwas ungewohnt, denn gewisse Bewegungen sind einfach intuitiv abgespeichert. Zum Beispiel, dass man vom Rückschlag schnell zurück läuft oder nicht bereit ist, einen weiteren Ball zurückzuspielen. Das wird von Mal zu Mal aber besser, man spielt sich ein und es macht auf jeden Fall sehr viel Spaß.
Was ist euer Ziel für die TT-Finals in Erfurt?
Kristin Lang: Das kommt stark darauf an, wer beim Mixed mitspielen und wie die Auslosung sein wird. Ich denke nicht, dass wir gesetzt sein werden. Ich würde es super finden, wenn wir das erste Spiel gewinnen würden. Dann sind wir im Wettkampf drin. Über ein konkretes Ziel haben wir aber noch nicht gesprochen.
Valentin, wie blickst du auf die Teilnahme bei den TT-Finals im Regelsport?
Valentin Baus: Ich freue mich einfach darüber, mit Kristin das Turnier spielen zu können. Wir trainieren jetzt bereits seit einiger Zeit zusammen, und da ist es natürlich ein schönes Zeichen, in Erfurt als inklusives Mixed antreten zu können.
Text: Julian Hörndlein (DTTB)
