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World Team Cup im Rollstuhltennis: Schon zum Auftakt geht es um das große Ziel
Die deutschen Rollstuhltennis-Spielerinnen Katharina Krüger, Britta Wend und Jana Lindenthal starten am Mittwoch in die Mannschafts-Weltmeisterschaften. Beim World Team Cup im amerikanischen Orlando trifft das Damen-Team vom 16. bis 19. September auf die besten Nationen der Welt. Schon das erste Duell entscheidet über das große Ziel.
„Die Vorfreude ist groß, dass es jetzt endlich losgeht. Die Bedingungen hier vor Ort sind super. Es ist zwar sehr heiß und die Luftfeuchtigkeit ist hoch, aber ich glaube, wir haben uns schon alle ganz gut akklimatisiert“, berichtet Katharina Krüger aus Orlando. Für das deutsche Team ist der World Team Cup in diesem Jahr mit einer besonderen Herausforderung verbunden. Erstmals wird das Turnier nicht in einer Gruppenphase, sondern im K.-o.-Modus ausgetragen. Die erste Runde entscheidet damit unmittelbar über den weiteren Weg im Turnier. Auch die weiteren Platzierungen werden ausgespielt, sodass für jede Mannschaft vier Spieltage vorgesehen sind.
„Unser oberstes Ziel ist es natürlich, unter die besten sieben Nationen zu kommen, um für den World Team Cup im nächsten Jahr direkt qualifiziert zu sein. Unser allererstes Match wird deshalb schon das allerwichtigste sein“, sagt Krüger. Gegner ist am Mittwoch um 15 Uhr deutscher Zeit das Team aus Großbritannien. „Nicht leicht, aber machbar“, lautet die Einschätzung von Krüger, die bereits die Erfahrung aus fünf Paralympischen Spielen mitbringt.
Auch Britta Wend gehörte bereits in den vergangenen Jahren zum deutschen Team, das sich zuletzt 2025 den Klassenerhalt in der Weltgruppe sicherte. Ihre Premiere beim World Team Cup feiert Jana Lindenthal. Sie unterlag im Finale der deutschen Meisterschaften gegen Britta Wend, die erstmals den nationalen Titel gewann. Betreut wird das Team diesmal von Philipp Born, der Cheftrainer Niklas Höfken vertritt.
Bei der Mannschafts-WM werden in jedem Duell zwei Einzel und ein Doppel ausgetragen. „Das ist das eine Turnier im Jahr, bei dem man wirklich als Team fungiert und eine Teamleistung abliefert“, erklärt Krüger. Insgesamt kämpfen bei den Damen elf Nationen um den Titel. Neben Deutschland sind Titelverteidiger Niederlande, Japan, Frankreich, Großbritannien, Brasilien, Kolumbien, die Schweiz, Chile, China und die USA am Start. Die Niederlande gehen als Rekordsiegerinnen in das Turnier und gewannen 2025 bereits zum 34. Mal den World Team Cup.
Für das deutsche Trio ist das Turnier zugleich ein wichtiger Schritt auf dem Weg Richtung Spiele in Los Angeles 2028. Die Teilnahme am World Team Cup 2026 ist Teil der Qualifikationsvoraussetzungen für das paralympische Rollstuhltennis-Turnier, hinzukommen die erforderlichen Weltranglisten-Kriterien. „Natürlich ist das hier auch ein kleiner Vorgeschmack auf die Paralympics in zwei Jahren im gleichen Land. An sich ist es aber ein völlig anderes Event“, sagt Krüger. „Wir sind sehr gespannt und freuen uns darauf.“
Die 36-jährige Berlinerin selbst würde in Los Angeles zu gerne ihre sechste Paralympics-Teilnahme erleben, arbeitet allerdings inzwischen in Vollzeit und verbringt einen Teil ihres Jahresurlaubs beim World Team Cup, der erstmals seit 1999 wieder in den USA stattfindet. „Die Voraussetzungen sind nicht so leicht. Es müssen schon viele Faktoren zusammenpassen, damit es nochmal mit den Paralympics klappt“, ordnet Krüger realistisch ein und fügt an: „Aber sage niemals nie. Wir werden sehen, was passiert.“
Doch jetzt beginnt für Deutschland erst einmal die Mission World Team Cup mit dem ersten K.-o.-Duell. Ein Sieg gegen Großbritannien muss her, damit Katharina Krüger, Britta Wend und Jana Lindenthal ihr Ziel erreichen: ein Platz unter den besten sieben Nationen der Welt.
