Aktuelles vom Rollstuhlfechten
Rollstuhlfechten-EM: Viermal Bronze zum Auftakt der Paralympics-Qualifikation
Die deutschen Rollstuhlfechter haben die Europameisterschaften in Cardiff (Wales) mit vier Bronzemedaillen beendet. Maurice Schmidt (Kategorie A) gewann im Einzel sowohl mit dem Degen als auch mit dem Säbel Bronze, zudem erreichten die deutschen Teams im Degen und Florett jeweils Rang drei. Diese guten Ergebnisse bringen wichtige Punkte im Rennen um die Qualifikation für die Paralympischen Spiele 2028 in Los Angeles (USA) – der zwischenzeitlichen Aufregung zum Trotz.
Bundestrainer Alexander Bondar muss sich nach der EM erst einmal sammeln. „Diese Europameisterschaft war eine riesige Achterbahn der Emotionen. Es gab viele Momente des Glücks, dann Momente der Niederlagen, es war jeden Tag ein Auf und Ab“, resümiert er. „Es war eine sehr intensive Woche.“
Säbelteam muss sich dem Europameister geschlagen geben
Mit acht Athlet*innen war das deutsche Team ins walisische Cardiff gereist, galt erstmals als eines der mitfavorisierten Teams. Mit dem Degen holte Maurice Schmidt (Kategorie A) die erste Bronzemedaille, anschließend jubelte er gemeinsam mit Felix Schrader (Kategorie A), Balwinder Cheema (Kategorie B) und Dimitrij Rout (Kategorie B) im Team ebenfalls über Bronze mit dem Degen. „Maurice ist natürlich unsere Lokomotive. Er ist jedes Mal ein sicherer Medaillenkandidat“, lobt Bondar. Auch im Säbel holte Schmidt Bronze – jener Disziplin, in der er bei den Paralympics in Paris Gold gewann.
Mehr erhofft hatte sich allerdings das Team mit dem Säbel. Julius Haupt (Kategorie A), Balwinder Cheema, Dimitrij Rout und Maurice Schmidt waren als Mitfavoriten ins Rennen gegangen, scheiterten jedoch direkt im ersten Gefecht an den späteren Goldmedaillengewinnern aus der Ukraine. „Wir haben es versucht, aber die Ukrainer sind einfach das stärkste Team. Sie sind Welt- und Europameister“, sagt Bondar. Umso größer war die Freude, dass es zuvor im Florett eine Podestplatzierung gab: Clemens Cursiefen (Kategorie A), Balwinder Cheema, Julius Haupt und Felix Schrader sicherten sich nach starken Gefechten Bronze.
Wichtige Qualifikationspunkte für LA
„In den vergangenen 30 Jahren gab es keine Europameisterschaft, bei der ein deutsches Team im Rollstuhlfechten so viele Medaillen geholt hat wie bei dieser EM“, betont der Bundestrainer die Leistung seines Teams. „Vier Medaillen – das ist ein riesiger Sprung.“ Die guten Platzierungen bedeuten zugleich wertvolle Qualifikationspunkte für die Paralympischen Spielen in LA 2028. Auch mit der Leistung der 14-jährigen Newcomerin Leonie Isabell Robinson zeigt sich Bondar mehr als einverstanden: „Ich bin sehr zufrieden. Für Leonie war es die erste Europameisterschaft, und sie hat in allen Disziplinen die Vorrunde geschafft.“
Weniger erfreulich lief hingegen die Klassifizierung von Tim Widmaier. Der 36-Jährige war zuletzt in die Kategorie B klassifiziert worden, hatte jedoch gehofft, bei der EM wieder – wie gewohnt – in der Kategorie C starten zu können. Diese Hoffnungen wurden jedoch nicht erfüllt, Widmaier wurde erneut für die Kategorie B klassifiziert, im Wettkampf blieb er weitgehend chancenlos. „Tim behält jetzt erstmal seine Startklasse, aber beim nächsten Turnier gibt es die Möglichkeit, dass er wieder neu vom Klassifizierer beurteilt wird“, zeigt sich Bondar optimistisch.
Der Blick des Trainers und seines Teams geht nun wieder nach vorne: 2027 will das Team weiter angreifen und Qualifikationspunkte für die Paralympics sammeln. Highlight dann sind die Weltmeisterschaften im November in Hongkong.
Alle deutschen Ergebnisse der Rollstuhlfechten-EM im Überblick:
Degen (Herren):
3. Platz: Maurice Schmidt (Kategorie A)
8. Platz: Balwinder Cheema (Kategorie B)
16. Platz: Dimitrij Rout (Kategorie B)
18. Platz: Clemens Cursiefen (Kategorie A)
22. Platz: Felix Schrader (Kategorie A)
26. Platz: Tim Widmaier (Kategorie B)
Degen (Damen):
13. Platz: Leonie Robinson (Kategorie A)
Degen (Team):
3. Platz: Balwinder Cheema, Dimitrij Rout, Maurice Schmidt, Felix Schrader
Säbel (Herren):
3. Platz: Maurice Schmidt (Kategorie A)
11. Platz: Julius Haupt (Kategorie A)
11. Platz: Rout Dimitrij (Kategorie B)
14. Platz: Balwinder Cheema (Kategorie B)
17. Platz: Felix Schrader (Kategorie A)
Säbel (Damen):
16. Platz: Leonie Robinson (Kategorie A)
Säbel (Team):
7. Platz: Balwinder Cheema, Julius Haupt, Dimitrij Rout, Maurice Schmidt
Florett (Herren):
7. Platz: Julius Haupt (Kategorie A)
13. Platz: Balwinder Cheema (Kategorie B)
16. Platz: Clemens Cursiefen (Kategorie A)
18. Platz: Tim Widmaier (Kategorie B)
Florett (Damen):
17. Platz: Leonie Robinson (Kategorie A)
Florett (Team):
3. Platz: Balwinder Cheema, Clemens Cursiefen, Julius Haupt, Felix Schrader
Text: Mona Alker / DBS
