Aktuelles von Mailand & Cortina 2026
Team D Paralympics wächst: Ein Küken, eine Olympia-Teilnehmerin und ein Routinier
Große Freude bei Maya Fügenschuh und Steffen Lehmker: Die Para Ski alpin-Fahrerin und der Para Ski nordisch-Athlet vergrößern das Team Deutschland Paralympics für die Winterspiele in Italien auf 40 Sportlerinnen und Sportler sowie acht Guides. Während Lehmker nach 2018 seine zweiten Paralympics bestreiten wird, erlebt Fügenschuh in Mailand und Cortina ihre Premiere. Die sehbehinderte 17-Jährige ist gleichzeitig die jüngste Sportlerin im Aufgebot – und wird auf der Piste begleitet von einer Olympia-Teilnehmerin.
Schon nach der Nominierungssitzung hatte festgestanden: Das Team D Paralympics wird in Italien in so vielen Sportarten vertreten sein wie nie zuvor und die größte Mannschaft seit 1998 in Nagano am Start haben. Damals waren es 40 Athletinnen und Athleten – durch die beiden Nachrücker Maya Fügenschuh und Steffen Lehmker, deren Anträge auf sogenannte Bipartite-Plätze bzw. Wildcards von den Weltverbänden positiv entschieden wurden, zieht das Team für Italien nun gleich. Nur in Lillehammer 1994 waren es mit 43 Athletinnen und Athleten knapp mehr. Hinzu kommen acht Guides, darunter nun auch Johanna Holzmann (30), die an den Olympischen Spielen vor vier Jahren in Peking im Skicross teilgenommen hatte und nun als Begleitläuferin von Maya Fügenschuh zum Einsatz kommen wird.
Fügenschuh ist mit 17 Jahren das neue Küken im Team D Paralympics. Von der nachträglichen Nominierung erfuhr sie über ihren Bundestrainer Justus Wolf. „Ich freue mich riesig, dass ich an den Paralympics teilnehmen darf. Angekommen ist das bei mir noch nicht so ganz“, sagt die gebürtige Allgäuerin, die für den SV Hindelang startet und auf dem Sportinternat in Freiburg zur Schule geht – und schaltet direkt in den Vorbereitungs-Modus um: „Jetzt geht es darum, nochmal ein paar gute Trainingstage zu absolvieren und dann ganz entspannt und mit sehr viel Vorfreude nach Cortina anzureisen.“
Deutlich mehr Erfahrung bringt Steffen Lehmker mit, der bereits 2018 im südkoreanischen PyeongChang an den Paralympics teilgenommen und mit der Skilanglauf-Staffel eine Bronzemedaille gewonnen hatte. Der Niedersachse, der in Bad Bevensen im Landkreis Uelzen beheimatet und als Lehrer an einer Berufsschule tätig ist, muss nun erst einmal wichtige organisatorische Angelegenheiten klären. „Ich bin aber zuversichtlich, dass mir die Schule Sonderurlaub gewähren wird und ich schon am Wochenende zum Trainingslager nach Toblach nachreisen kann“, berichtet der 37-Jährige mit einem Schmunzeln. Gerechnet hatte er mit dem Startplatz für die Paralympics nicht mehr. „Insgeheim gehofft habe ich natürlich schon noch, aber es ist verrückt, dass es nun doch noch klappt. Die Vorfreude ist entsprechend groß“, sagt Lehmker, der für den WSV Clausthal-Zellerfeld startet.
Damit ist das Team Deutschland Paralympics für die Winterspiele in Mailand und Cortina komplettiert. Vorstand Leistungssport Marc Möllmann, der erstmals die Rolle des Chef de Mission übernehmen wird, betont: „Wir sind sehr erfreut darüber, dass wir noch zwei weitere Startplätze erhalten haben und sich die Mannschaft damit nochmal vergrößert. Dass wir in so vielen Sportarten vertreten sein werden wie nie zuvor und das größte Team seit den Spielen 1998 nach Italien schicken, zeigt schon im Vorfeld, dass unsere Mannschaften in den vergangenen Jahren sehr gute Arbeit geleistet haben. Jetzt geht es darum, sich dafür zu belohnen, Bestleistungen zu zeigen und den Para Sport sichtbar zu machen.“
Hier geht’s zum Überblick über das gesamte Team Deutschland Paralympics bei den Winterspielen in Mailand Cortina 2026 inklusive einiger Informationen.
Text: Kevin Müller / DBS
