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Rauen wird im Riesenslalom mit Guide Wilke Elfter, Glötzner und Gensert stürzen
Schwierige Pistenverhältnisse machten den Riesenslalom bei den Paralympics in Cortina d’Ampezzo zu einer großen Herausforderung für die Männer. Während Alexander Rauen mit Guide Jeremias Wilke Platz elf belegte, schieden der einbeinige Skifahrer Christoph „Grisu“ Glötzner und Monoskifahrer Leon Gensert nach Stürzen im ersten Lauf aus.
Platz elf im Super G, Platz elf in der Super-Kombination und Platz elf im Riesenslalom: Alexander Rauen und Guide Jeremias Wilke scheinen sich bei den Paralympics in Cortina d’Ampezzo auf ihrer Position in der Klasse der sehbehinderten Männer festgefahren zu haben.
„Ich habe mir mehr erhofft“, sagte 24-Jährige vom TSV Kareth-Lappersdorf, der nach dem ersten Durchgang Zwölfter war: „Da kam ich gar nicht klar. Der zweite hat sich ein bisschen besser angefühlt, aber auch nicht viel. Die Schläge bringen einen immer wieder raus aus der Position und machen es einem nicht einfach, den Ski gehen zu lassen.“
Im Kombi-Slalom fuhren die beiden die siebtschnellste Zeit und wenngleich jetzt noch zwei, drei andere Slalom-Spezialisten dazukommen, hofft Rauen, dass es wieder „ähnlich gut wird. Jetzt bin ich ein bisschen enttäuscht, aber übermorgen ist ein neuer Versuch.“
Glötzner stürzt wie im Kombi-Super G
Die schwierigen Bedingungen hatten es vor allem für die einbeinigen Skifahrer schwer bis unmöglich gemacht, die Piste herunterzukommen. Zwei stürzten vor Christoph „Grisu“ Glötzner, einer nach ihm – und dazwischen verlor der 22-Jährige vom ASV Neumarkt die Kontrolle über seinen Ski und landete auch auf der weichen Piste. Besonders bitter: Bis dahin hatte er die sechstschnellste Zwischenzeit.
„Dieses Mal ärgert es mich schon deutlich mehr als in der Kombi“, sagte Glötzner, der auch im Kombi-Super G in aussichtsreicher Position lag, dann aber stürzte: „Es ist schade, ich war bis dahin nicht schlecht unterwegs. Wir müssen als Einbeiner extrem viel riskieren und am Limit zu fahren, um irgendwie da vorne reinzufahren. Die Bedingungen waren nicht gut, es wurde dann doch schon wärmer, das ist schade. Ich wäre sehr gerne den zweiten Lauf und zu meinem ersten Paralympics-Ergebnis gefahren.“
Am Sonntag im Slalom bietet sich eine neue Chance – und der Plan bleibt ähnlich. „Ich werde auch im Slalom wieder alles riskieren", sagte der Oberpfälzer, der bei der WM Siebter im Riesenslalom war: „Sollte ich da auch ausscheiden, dann ist es so.“ Gute Laune machte ihm, dass ihm von der Tribüne etliche Menschen zujubelten: „Familie, Bekannte aus dem Dorf, Verwandte, Freunde, da ist alles dabei. Das gibt mir mega viel Kraft in so Momenten wie jetzt, das ist einfach toll und am Sonntag kommen noch Kollegen aus der Uni.“
Gensert: „War für alle extrem schwer“
Auch Leon Gensert stürzte bei seinem Paralympics-Debüt im ersten Durchgang, war damit aber nicht alleine: 15 Monoskifahrer kamen im ersten Lauf nicht bis ganz unten, was auch daran lag, dass die Klasse der sitzenden Athleten als letzte dran ist.
„Es wäre toll gewesen, ins Ziel zu kommen oder das Ziel zu sehen, weil auch echt viele Freunde und Familie hier sind, die gehofft haben, dass ich hier heil unten ankomme“, sagte der 21-Jährige vom RSC Frankfurt, der mittlerweile in Innsbruck lebt: „Es war für alle extrem schwer. Ich hätte es mir für meine ersten Paralympics anders gewünscht.“
Am Sonntag im Slalom hat Gensert eine weitere Chance: „Da ist es nicht ganz so schlimm, wenn die Pistenverhältnisse nicht so gut sind. Der Slalom lag mir die letzten Monate noch mehr. Da werde ich noch mal alles geben und hoffentlich werde ich das Ziel mindestens einmal sehen.“
Am Samstag steht der Slalom der Frauen mit der zweifachen Cortina-Paralympicssiegerin Anna-Lena Forster, Anna-Maria Rieder, Andrea Rothfuss und Maya Fügenschuh mit Guidin Johanna Holzmann an, am Sonntag starten dann die deutschen Männer im Slalom.
