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Para Ski alpin: Zweites Gold für die Königin des Monoskis
Zweites Paralympics-Gold in Cortina d‘Ampezzo für Anna-Lena Forster: Die Monoskifahrerin gewinnt nach ihrem Triumph in der Abfahrt und Silber in der Super-Kombination auch den Riesenslalom, der all die Jahre ihre gefürchtetste Disziplin war: Nach Bronze 2014 war sie 2018 und 2022 im Riesenslalom leer ausgegangen, jetzt feiert sie die insgesamt zwölfte Medaille bei Winterspielen. Andrea Rothfuss wurde wie im Super G starke Vierte, Anna-Maria Rieder Siebte und Debütantin Maya Fügenschuh mit Guidin Johanna Holzmann Neunte. Am Freitag steht der Riesenslalom der Männer auf dem Programm.
Elf paralympische Medaille, aber „nur“ eine im Riesenslalom: 2014 hatte Anna-Lena Forster Bronze in Sotschi gewonnen. 2018 gab es dann Platz sechs, 2022 Rang vier. „Wir waren die vergangenen beiden Paralympics im Riesenslalom nicht so zufrieden“, sagte Bundestrainer Justus Wolf: "Daher haben wir enorm viel in diese Disziplin investiert.“ Das war auch das, was die 30-Jährige vom BRSV Radolfzell als erstes hervorhob, nachdem sie das paralympische Dutzend mit ihrer zwölften Medaille voll gemacht hatte, davon sechs goldene: „Ich weiß, wie viel harte Arbeit speziell im Riesenslalom gesteckt hat in den vergangenen Jahren.“
0,54 Sekunden Vorsprung hatte Forster nach dem ersten Durchgang auf die Japanerin Momoka Muraoka, die 2018 und 2022 Riesenslalom-Gold gewonnen hatte, die zweifache Cortina-Goldmedaillengewinnerin Audrey Pascual Seco war im ersten Lauf gestürzt. „Es war keine einfache Situation, das im zweiten Durchgang so runterzubringen, dem Druck standzuhalten“, sagte der Bundestrainer: „Sie hat ein richtig gutes Nervenkostüm bewiesen und einen grandiosen Lauf abgeliefert.“
Die Freiburgerin fuhr auch im zweiten Durchgang die beste Zeit, baute ihren Vorsprung auf 1,28 Sekunden aus und durfte jubeln – der Lohn für harte Arbeit. „Letzte Saison ist der Knopf aufgegangen, sodass ich den Riesenslalom-Ski verstanden habe, den Schwung verstanden habe, jetzt endlich auch in dieser Disziplin schnell fahren kann und das im Rennen so umgesetzt habe“, sagte die Freiburgerin, die am Bodensee aufgewachsen ist: „Diese Goldmedaille fühlt sich riesig an für mich.“ Auch Justus Wolf freute sich für seine Medaillensammlerin: „Für Anna-Lena ist es großartig, dass sie das, was wir erarbeitet haben, jetzt auch zeigen konnte.“
Rothfuss wieder Vierte: „Grund zum Feiern“
Andrea Rothfuss lieferte nach ihrem vierten Platz im Super G und Rang sechs in der Super-Kombination ihre nächste herausragende Leistung ab: Im Riesenslalom, ihrer Lieblings-Disziplin, hatte sie seit ihren ersten Paralympics 2006 immer eine Medaille gewonnen. In Cortina d’Ampezzo wurde es bei ihrer sechsten Teilnahme erstmals Rang vier – nur 0,69 Sekunden fehlten zum erneuten Podest. Doch zwei furiose Fahrten sorgten dafür, dass Rothfuss im Ziel wieder ausgelassen jubelte.
„Allein hier zu sein, ist schon ein Grund zum Feiern. Jetzt habe ich zwei vierte Plätze – wer hätte das gedacht“, sagte die 36-Jährige vom SV Mitteltal, die aufgrund von Depressionen fast zwei Jahre kein Rennen fahren konnte: „Vor einem halben Jahr wusste ich nicht, ob Leistungssport überhaupt nochmal möglich ist. Es hat sich so weit weg angefühlt. Dass ich mir dieses Geschenk gemacht habe und machen durfte, bedeutet mir sehr viel.“
